Die Kritik an Rüdiger muss endlich aufhören!
Wenige Nationalspieler polarisieren so sehr wie Antonio Rüdiger. Auf der DFB-Pressekonferenz wurde der Abwehrspieler auch auf die Kritik an seiner Person angesprochen.
17.06.2026 | 22:55 Uhr
Sky Sport Reporter Florian Plettenberg hat eine klare Meinung zur Thematik: Die Kritik an Rüdiger muss endlich aufhören! Ein Kommentar.
Man muss erst einmal die Courage besitzen, solche Worte über seine Konkurrenten zu verlieren.
Antonio Rüdiger hat am Mittwoch in Winston-Salem eindrucksvoll unter Beweis gestellt, warum er für diese deutsche Nationalmannschaft weiterhin unverzichtbar ist. Nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Persönlichkeit.
Rüdiger muss niemandem mehr etwas beweisen
In einer bemerkenswert offenen Pressekonferenz sprach der 33-Jährige über die neuen Kräfteverhältnisse in der deutschen Innenverteidigung. Ohne Eitelkeiten. Stattdessen mit Respekt, Ehrlichkeit und Größe.
Rüdiger weiß längst, dass sich seine Rolle verändert hat. Nach 83 Länderspielen muss er niemandem mehr etwas beweisen.
Jonathan Tah bezeichnet er als neuen Chef der Abwehr. Nico Schlotterbeck lobt er für seinen "goldenen linken Fuß" und seine außergewöhnliche Spieleröffnung. All das hätte Rüdiger nicht sagen müssen. Er hat es trotzdem getan.
Und genau das macht den Unterschied.
Rüdiger ist nicht irgendwer
Diese Nationalmannschaft lebt aktuell von einem besonderen Geist. Die Spieler konkurrieren miteinander, helfen sich aber gleichzeitig. Sie feiern zusammen, lachen zusammen und gönnen sich Erfolge. Rüdiger verkörpert genau diesen Gedanken.
Dabei macht er auch keinen Hehl daraus, dass er "kein Kind von Traurigkeit" ist. Aggressivität gehört zu seinem Spiel. Sie hat ihn zu dem gemacht, was er heute ist. Entscheidend ist jedoch, dass er diese Aggressivität fortan richtig dosieren will. Auch geschuldet den Gesprächen, die er mit Julian Nagelsmann und Rudi Völler hatte.
"Junge Hüpfer" wie er Nathaniel Brown, Jamal Musiala oder Florian Wirtz nennt, profitieren von einem Fußballer, der die größten Drucksituationen des Weltfußballs kennt. Sie schauen zu ihm auf. Ein Spieler, der Woche für Woche bei Real Madrid gefordert wird und weiß, was es bedeutet, auf höchstem Niveau liefern zu müssen. Der Turniererfahrung hat. Der zweifacher Champions-League-Sieger ist. Spanischer Meister wurde. Die Europa League und den FA Cup gewonnen hat und vieles mehr. Der nichts mehr will, als mit Deutschland endlich einen großen Titel zu gewinnen.
Rüdiger ist eben nicht irgendwer.
Rüdiger trägt deutschen Farben mit Stolz und Ehre
Er hat seinen Vertrag bei Real Madrid gerade erst bis 2027 verlängert. Nicht aus Nostalgie. Nicht aus Dankbarkeit. Sondern weil einer der größten Vereine der Welt weiterhin davon überzeugt ist, dass er auf höchstem Niveau den Unterschied machen kann. Warum sind wir darauf in Deutschland nicht stolz?
Real Madrid hält nicht an Spielern fest, weil sie sympathisch sind. Real Madrid hält an Spielern fest, weil sie Leistung bringen.
Rüdiger bringt Leistung. Seit Jahren. Vor allem dann, wenn er richtig fit ist.
Natürlich muss man nicht jede Aktion von ihm gutheißen. Er hat hier und da übertrieben. Natürlich wird er auch künftig polarisieren. Aber die pauschale Kritik, die ihn seit Jahren begleitet, ist längst nicht mehr nachvollziehbar. Denn er trägt die deutschen Farben mit Stolz und Ehre.
Deutschland braucht bei dieser Weltmeisterschaft nicht nur Talent. Deutschland braucht auch Charaktere. Spieler mit Erfahrung. Spieler mit Mentalität. Spieler, die Verantwortung übernehmen. Spieler, vor denen Gegner Angst haben.
Antonio Rüdiger vereint all das. Er muss für die Deutschen derjenige sein, der Pepe für die Portugiesen war und Sergio Ramos für die Spanier.
Die Kritik an ihm muss endlich aufhören.
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