Drei Gründe fürs WM-Finale: Darum ist Spanien so erfolgreich

Spanien steht im WM-Finale - nach einer Demontage der bislang so starken Franzosen. 16 Jahre nach dem ersten Titel zeigt La Roja, dass ein starker eigener Weg noch immer der beste ist.

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Luis de la Fuente steht in seinem zweiten großen Turnier als spanischer Nationaltrainer in seinem zweiten WM-Finale. Das Lob des spanischen Coaches geht dabei direkt an seine Mannschaft.

Wo andere Mannschaften sich auf die ganz großen Namen verlassen, hat sich der Europameister die Rückkehr in ein WM-Finale auf seine ganz eigene Art erarbeitet. Die Gründe für Spaniens Stärke.

Grund 1: Der Star ist die Mannschaft

Natürlich, kein Spanier bekommt derart viel Aufmerksamkeit von Fans und Medien wie Lamine Yamal. Der 19-Jährige, der am Tag vor dem 2:0 gegen Frankreich seinen Geburtstag feierte und sich dann mit dem erhofften Final-Trip nach New York beschenken konnte, ist der größte Star seiner Mannschaft. Aber er dominiert sie bei weitem nicht so, wie ein Lionel Messi Argentinien, Harry Kane und Jude Bellingham England und Erling Haaland die Norweger. Und auch nicht so sehr wie Kylian Mbappe, Michael Olise und Ousmane Dembele das Spiel der Franzosen.

"Wir haben gegen eine der besten Nationalmannschaften gespielt, aber die mussten gegen die beste Mannschaft antreten. Wir sind ein Team", sagte Trainer Luis de la Fuente nach der Demonstration spanischer Überlegenheit im gigantischen Dallas-Stadion.

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Spanien steht im WM-Finale - und ihr bekanntester Spieler steht bei der mageren Ausbeute von einem Tor und einer Vorlage. Entscheidend auf dem Weg ins Endspiel waren ein Mikel Oyarzabal, für den der Elfmeter-Treffer zur Führung gegen Frankreich schon das fünfte Tor dieser WM war. Der Profi von Real Sociedad würde aber vermutlich in keiner Liste der bekanntesten Stürmer einen Platz in den Top Ten bekommen. Oder der Ex-Dortmunder Mikel Merino mit Last-Minute-Treffern gegen Portugal und Belgien - als Einwechselspieler.

"Wir arbeiten alle für das gleiche Ziel und nicht nur für das eines Individuums. Ich habe noch nie eine so vorbildliche Gruppe erlebt, auf dem Platz und neben dem Platz. In 47 Tagen zusammen hatten wir nicht ein einziges Problem", lobte de la Fuente.

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Grund 2: Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel

Das WM-Finale ist das achte Spiel Spaniens bei dieser XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Gegentore bislang: eins. War das 0:0 gegen Kap Verde zum Start ins Turnier noch Anlass für Hohn und Spott, hat die Welt längst eingesehen, dass der Europameister ein defensiv herausragendes Turnier spielt. Einzig Belgien hat es im Viertelfinale einige Male geschafft, Spaniens Verteidiger zu stressen - und als einziges Team getroffen. Und wie heißt es so schön? Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel.

Torwart Unai Simon stellte mit 649 Minuten ohne Gegentreffer einen WM-Rekord auf, die 36 Jahre alte Bestmarke von Walter Zenga überbot er deutlich. Der oft in der Kritik stehende Baske von Athletic Bilbao musste auch gegen Frankreich erst in der Schlussphase selbst aktiv werden, weil seine Vorderleute um Rodri und den erst 19 Jahre alten Pau Cubarsi alles abräumen und kaum Chancen zulassen.

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Grund 3: Ein Trainer mit der Aura eines Unbesiegbaren

Seit Amtsbeginn im Januar 2023 hat Luis de la Fuente 48 Länderspiele Spaniens verantwortet. Verloren hat er davon: drei. Und bei Europa- oder Weltmeisterschaften: keins. Seit dem 0:2 gegen Schottland in der EM-Qualifikation im März 2023 hat Spanien in Pflichtspielen nur noch das Finale der Nations League im vorigen Sommer gegen Portugal verloren - im Elfmeterschießen. Aus dem Spiel heraus ist der Europameister mit de la Fuente an der Seitenlinie seit mehr als drei Jahren unbezwungen.

Spaniens Kapitän Rodri und Trainer Luis de la Fuente freuen sich über den Einzug ins WM-Finale.
Image: Spaniens Kapitän Rodri und Trainer Luis de la Fuente freuen sich über den Einzug ins WM-Finale.  © Imago

"Ich bin immer wieder erstaunt, zu was dieses Team in der Lage ist. Wir verbessern uns immer wieder, von einem Spiel zum nächsten, von einem Wettbewerb zum nächsten", schwärmte de la Fuente. "Das ist nicht nur Glück, das ist Einsatz, Talent, Verzicht und der Wille eine noch bessere Version unserer selbst zu werden."

De la Fuente kennt seine Spieler seit Jahren

Verantwortlich für diese Einstellung ist de la Fuente selbst. Er arbeitet schon seit 13 Jahren für den spanischen Verband und hatte mit zahlreichen aktuellen Nationalspielern bereits als Nachwuchscoach zu tun. Dabei vermittelte er den Spielern seine Werte, als sie noch Teenager waren. Mit Rodri und Merino beispielsweise holte er 2015 den EM-Titel als Chef der U19-Nationalmannschaft. Oyarzabal und Dani Olmo standen vier Jahre später in der Startaufstellung, als Spanien die deutsche U21 im EM-Finale 2:1 besiegte.

Schon in den Jugend- und Juniorenteams wird seit vielen Jahren ein einheitliches Spielsystem vermittelt - mit großem Erfolg. Zuletzt bekamen die deutschen Auswahlmannschaften dies zu spüren. Spaniens weibliche U19 gewann gegen Deutschland ihr fünftes EM-Finale in Serie.

Auch die männliche U19 des DFB unterlag Spanien im EM-Finale. Für die Iberer war es der zehnte Titel im U19-Bereich.

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Mit einer überragenden Defensivleistung und seinem Treffer zum 2:0 ebnet Pedro Porro Spanien den Weg ins zweite WM-Finale der Landesgeschichte. Dabei wird für den Spurs-Verteidiger selbst ein Traum war.

Rechtsverteidiger Pedro Porro, der mit dem Tor zum 2:0 alle Zweifel an einem spanischen Erfolg beseitigt hatte, sagte nach dem Einzug ins Finale: "Natürlich hätte ich mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, eine Weltmeisterschaft wie diese zu spielen. Aber das habe ich auch meinen Mitspielern zu verdanken und dem Trainer, der mir vom ersten Moment an vertraut hat. Nicht erst bei dieser Weltmeisterschaft, sondern schon seit meinem Debüt bei ihm in der U21."

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