Entscheidung gefallen! Rudi Völler erfüllt seinen Vertrag beim DFB
Die Entscheidung ist gefallen.
07.07.2026 | 17:00 Uhr
Rudi Völler bleibt beim DFB und erfüllt seinen bis 2028 laufenden Vertrag als Sportdirektor - einschließlich der EM.
Es ist auch der klare Wunsch des designierten Bundestrainers Jürgen Klopp, der mit Völler gesprochen hat (Sky Sport berichtete). Völler will auch nach dem WM-Flop in Amerika und der inzwischen auch aus seiner Sicht "richtigen" Trennung von Julian Nagelsmann seinen bis zur EM 2028 laufenden Vertrag erfüllen. In einem Team mit dem Klopp will der ehemalige Teamchef aktiv zum Wiederaufbau der Nationalelf beitragen.
Zur Nagelsmann sagte Völler, dass er "niemals etwas anderes sagen wird, als dass es ein Glücksfall war, ihn zu bekommen." Gescheitert sei Nagelsmann letztlich an seiner Kommunikation rund um verschiedene Personalien.
"Julian hat leider diesen Kredit, den er relativ lange hatte, schon vor der WM und dann auch während der WM nicht mehr gehabt. Das empfand ich als ein bisschen ungerecht", sagte Völler. Doch die Entscheidungen des Bundestrainers und seine Art, sie zu verkünden, hätten in der Mannschaft zu schlechter Stimmung geführt, am Ende habe es "keine Basis mehr" für eine Zusammenarbeit gegeben.
Die Entscheidung über seine eigene Zukunft verkündete Völler nach einem Telefonat mit Klopp sowie Gesprächen mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke in einer Medienrunde in Frankfurt am Main.
Telefonat mit Klopp - und auch Mintzlaff
"Das Gesamtpaket hat den Ausschlag gegeben, dass ich weitermache", sagte Völler am DFB-Campus. Er berichtete auch von einem Anruf von Oliver Mintzlaff, dem Geschäftsführer bei Red Bull. "Das hat mich sehr gefreut." Auch dieser habe ihn zum Weitermachen ermuntert, eine Zusammenarbeit mit Klopp werde "super", sagte Mintzlaff schon mal voraus.
Mintzlaff spielt eine Schlüsselrolle bei der möglichen Verpflichtung von Klopp durch den DFB, weil der Bundestrainer-Wunschkandidat vertraglich noch bis 2029 als 'Head of Global Soccer' an den österreichischen Getränkekonzern gebunden ist. "Jeder versucht, Lösungen zu finden", folgerte Völler aus den Gesprächen mit verschiedenen Entscheidern im Verband und außerhalb.
Mit Klopp gab es am vergangenen Samstag "ein längeres Gespräch", sagte Völler. Das Signal an den Sportdirektor aus New York war klar. "Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es am Ende auch funktionieren kann und wird", sagte Völler zu einer möglichen Zusammenarbeit mit Klopp.
Völlers Aufgabenprofil dürfte weitgehend dem bisherigen ähneln. Er sieht sich weiterhin als erster Unterstützer des Bundestrainers. "Alle Augen werden zunächst auf Jürgen gehen", sagte er. Das sei ihm recht. Wenn es Klopp aber mal zu viel werde, "dann werde ich da sein und ihm unter die Arme greifen."
Watzke: Klopp und Völler - das passt
Völler verspürt die Unterstützung der Verbandsspitze um Neuendorf und Watzke, der sich schon tags zuvor in einem ZDF-Interview klar für seinen Verbleib positioniert hatte: "Ich würde gerne mit Rudi weitermachen. Ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden."
Neuendorf und Klopp-Intimus Watzke wollen in der zweiten Wochenhälfte nach New York fliegen, um dort mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke konkret über ein Bundestrainer-Engagement zu sprechen. Beide Parteien haben ihren Willen zur Zusammenarbeit vorab mehr als deutlich verkündet.
Trotzdem sei das Thema "definitiv noch nicht abgehakt", sagte Watzke mit Blick auf den Abschluss eines Vertrages. Es muss noch über zentralen Themen wie Gehalt oder auch Laufzeit geredet werden - bis zur EM 2028 oder gleich bis zur nächsten WM 2030.
Völlers Entscheidung fiel wenige Tage nach dem Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Zuge des frühen WM-Ausscheidens des Nationalteams in Amerika. Diese sei richtig, sagte Völler, der vor einer Woche direkt nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay noch öffentlich für den 38-Jährigen geworden hatte. "Nach kurzen Nächten" dachte auch Völler um.
Er selbst hatte sich nach der Rückkehr aus den USA eine Bedenkzeit genommen. Völler war in der Sportlichen Leitung eng mit Nagelsmann verbunden. Er hatte diesen im September 2023 nach der Trennung von Hansi Flick als "Wunschlösung" für den Job als Nationaltrainer gewonnen.
Völler hatte den Posten des Sportdirektors nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar angetreten. Als Mitglied einer damals gegründeten Taskforce für den deutschen Fußball wurde er einmal mehr in ein Amt gedrängt.
Der ewige Rudi: Spieler, Teamchef, Sportdirektor
Nach dem Aus von Flick kehrte der ehemalige DFB-Teamchef Völler für ein siegreiches Länderspiel gegen Frankreich (2:1) sogar als Interimscoach auf die Bank zurück. Als Mentor und enger Vertrauter begleitete er Nagelsmann über die Heim-EM 2024 bis zur nächsten vermurksten WM in diesem Sommer.
Schon sein Engagement als Teamchef von 2000 bis 2004 war auf kuriose Weise zustande gekommen. Erst als Platzhalter für Christoph Daum und dann als feste Lösung wurde er zum Liebling der Massen. Der Finaleinzug 2002 in Japan und Südkorea war ein nicht für möglich gehaltenes WM-Highlight. Bei der EM 2004 war aber nach der Gruppenphase Schluss - Völler trat zurück.
Als Weltklassestürmer hatte der gebürtige Hanauer (90 Länderspiele/47 Tore) großen Anteil am WM-Triumph 1990. Es war der Höhepunkt seiner Karriere als Fußball-Profi. Nun soll die EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland für ihn im Idealfall zu einem Happy End werden.
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