Hannover 96 trennt sich von Jonas Boldt
Das Kapitel von Jonas Boldt bei Hannover 96 endet schneller als erwartet. Der Zweitligist bestätigte mittlerweile die Trennung vom Sport-Geschäftsführer.
31.10.2026 | 12:56 Uhr
Damit geht ein ambitioniertes Projekt nach nur rund fünf Monaten zu Ende. Erst im Sommer war Boldt mit einem langfristigen Vertrag bis 2029 nach Hannover gekommen, um den Traditionsklub zurück in die Bundesliga zu führen.
Von Dennis Bayer, Florian Plettenberg und Sven Töllner
Doch die sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen und die internen Spannungen ließen die Zusammenarbeit zunehmend ins Wanken geraten. Der Aufsichtsrat habe sich "einstimmig auf die Abberufung" verständigt, hieß es in der Vereins-Mitteilung.
Sportliche Krise verschärfte die Situation
Hannover 96 steckt aktuell in einer schwierigen Phase. Die Mannschaft wartet seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg und verabschiedete sich zuletzt durch die Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern aus dem DFB-Pokal.
Auch in der Liga ist der selbst ernannte Aufstiegskandidat deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben und näher an die unteren Tabellenregionen gerückt. (Spiel am Sonntag gegen Dynamo Dresden ab 13:30 Uhr LIVE auf Sky Sport Bundesliga 2.)
Damit geriet zwangsläufig auch Boldt in den Fokus der Kritik.
Transferpolitik und interne Spannungen
Bereits im Sommer war die Kaderplanung umstritten. Hannover musste mehrere Leistungsträger ersetzen und konnte wichtige Abgänge nur bedingt auffangen. Zudem galt das Verhältnis zwischen Boldt und Ex-Trainer Christian Titz als belastet. Beide sollen bei der sportlichen Ausrichtung und Kaderzusammenstellung mehrfach unterschiedlicher Meinung gewesen sein.
Nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg im Frühjahr war die Stimmung rund um den Klub ohnehin angespannt. Die Entscheidung, sich nach nur wenigen Spieltagen von Titz zu trennen und stattdessen Sandro Wagner zu verpflichten, erhöhte zusätzlich den Druck auf den Sportchef.
Was passiert mit Sandro Wagner?
Mit dem Aus von Boldt richtet sich der Blick nun automatisch auf Sandro Wagner. Der frühere Nationalspieler hat bislang noch keinen Sieg als Hannover-Trainer gefeiert. Drei Niederlagen und ein Unentschieden stehen nach vier Pflichtspielen zu Buche.
Zuletzt hatte Boldt seinem Trainer noch öffentlich den Rücken gestärkt und erklärt: "Solange ich da bin, auf jeden Fall." Nach dem nun feststehenden Abschied des Sportchefs ist offen, wie stabil Wagners Position tatsächlich noch ist.
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