Julian Nagelsmann hält an Joshua Kimmich fest
Am Donnerstagabend um 19.42 Uhr Ortszeit fuhr der Mannschaftsbus aus New Jersey in Richtung Flughafen ab. Im Gepäck: ein paar Sorgen mehr.
26.06.2026 | 22:55 Uhr
Nach der 1:2-Pleite im letzten Gruppenspiel stellen sich viele Fragen: War das nur ein Ausrutscher? Oder ist die deutsche Mannschaft einfach nicht besser? Und wie plant Julian Nagelsmann im weiteren Turnierverlauf mit Kapitän Joshua Kimmich?
Aus New Jersey berichten Florian Plettenberg und Patrick Berger
"Wir sind immer noch Erster", beruhigte DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei Sky Sport die Gemüter. "Alles gut! Wir werden am Montag anders auftreten!"
Was gegen physisch starke Ecuadorianer erneut auffällig war: Das DFB-Team hat körperlich enorme Defizite. Diese deckten schon die robusten Spieler aus der Elfenbeinküste auf.
Sky Sport wollte von Nagelsmann wissen: Wie bekommen Sie in den wenigen Tagen bis zum Knockout-Spiel die Körperlichkeit in das deutsche Spiel rein?
System-Debatte um Kimmich
"Körperlichkeit ist schwer zu trainieren", wirkte Nagelsmann ein wenig ratlos. "Wir müssen mit Ball im Kollektiv verteidigen und so immer wieder eine Überzahl schaffen. Du kannst ein paar Dinge im Training machen, aber bis Montag werden wir im körperlichen Bereich nicht auftrainieren können!"
Die nach der Ecuador-Pleite erneut aufgekommene System-Debatte um Kimmich, der als Rechtsverteidiger erneut Probleme hatte, beendete Nagelsmann direkt. Die Auswechslung des Bayern-Stars und Kapitäns sei keine Reaktion auf dessen Leistung gewesen, sondern von Beginn an abgesprochen.
"Jo hat eine anstrengende Saison mit Bayern hinter sich. Wir wollten ein bisschen dosieren." Auch einen Wechsel Kimmichs zurück ins zentrale Mittelfeld schloss der Bundestrainer nahezu aus. Gleichzeitig stärkte er Aleksandar Pavlovic demonstrativ den Rücken.
"Pavlovic soll dann auf die Bank, oder was?"
"Pavlovic soll dann auf die Bank, oder was?", entgegnete Nagelsmann auf die entsprechende Nachfrage. Als der Reporter mit "Ja" antwortete, machte der Bundestrainer seine Haltung deutlich: "Ich finde Aleks und Felix (Nmecha) machen es gut. Ich kann nur wiederholen: Jo war bei der EM als Rechtsverteidiger top, in allen Werten. Er spielt im Aufbau bei uns ja auch die Rolle wie bei Bayern. Ich will weder auf Felix noch auf Pavlo verzichten. Ich habe es nicht geplant."
Dabei hätte Nagelsmann mit dem physisch starken Leon Goretzka eine weitere Top-Alternative für das Zentrum in der Hinterhand.
Damit ist klar: Nagelsmann hält an Kimmich als Rechtsverteidiger fest und sieht derzeit keinen Anlass für einen Systemwechsel.
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