Matthäus: Darum ist Kroos der absolute Führungsspieler von Löw

Matthäus-Kolumne: "So sehe ich das"

Sky Experte Lothar Matthäus analysiert jede Woche exklusiv in seiner Kolumne "So sehe ich das" aktuelle Themen aus der Fußballwelt auf skysport.de. Dieses Mal analysiert der Weltmeister von 1990 Deutschlands Last-Minute-Sieg gegen Schweden.

Natürlich sind mit dem Schuss ins Glück von Toni Kroos gegen Schweden nicht alle Kritikpunkte am DFB-Team verschwunden. Ganz und gar nicht. Wir haben immer noch große Probleme, vor allem in der Defensive. Die Abstände zwischen den Reihen sind immer noch zu groß. Hinzu kommen Verletzungssorgen sowie die total unnötige Gelb-Rote Karte von Jerome Boateng.

Doch wir haben es dank des genialen Freistoßes von Toni wieder in der eigenen Hand und sind mit einem Sieg gegen Südkorea mit zwei Toren Unterschied im Achtelfinale.

Löw hat ausgezeichnet reagiert

Deutschland hatte bereits in den ersten zehn Minuten gegen Schweden vier große Chancen, die nicht verwertet wurden. Da war zu sehen, wie groß der Druck ist, der auf dieser Mannschaft lastet. Die Spieler wurden nervös, haben sich anstecken lassen. Selbst "Mister Zuverlässig" Toni Kroos hat sich davon beeinflussen lassen und den Ball vor dem 0:1 verloren. Eine Rarität. Aber bei 140 Ballkontakten kommen auch mal zwei oder drei Fehlpässe vor.

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Kroos-Hammer lässt Public Viewings beben

Joachim Löw hat taktisch und personell ausgezeichnet reagiert. Er hat mit Gomez Gefahr im Strafraum eingewechselt und mit Werner noch mehr Geschwindigkeit auf die Außenbahn gebracht. Gomez ist gegen solche Gegner wie Schweden, die sich sogar in Überzahl zurückziehen, genau der richtige Spieler.

Auch gegen Südkorea ist das ein probates Mittel. Reus oder Werner außen, dazu Brandt. Mit diesem Tempo kommt man an die Grundlinie und bringt die Bälle für Gomez oder andere Spieler in den Strafraum.

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Kroos als Matchwinner kein Zufall

Jogi hat gesehen, auf wen er sich verlassen kann. Vielleicht ist es für Özil und Khedira ganz gut, sich im Training noch mehr Fitness und Sicherheit zu holen. Das Turnier ist lang und sie können dem Team mit ihrer Erfahrung natürlich noch sehr helfen.

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Kroos erklärt: So kam es zum Traum-Freistoß

Der Sieg und das Glücksgefühl des Last-Minute-Sieges gibt viel Vertrauen und es geht jetzt ein Ruck durch die Mannschaft, der Deutschland sehr weit tragen kann. Es ist kein Zufall, dass es Kroos war, der unser Matchwinner wurde. Wenn jemand bei Real Madrid spielt und mittlerweile viermal die Champions League gewonnen hat, dann hat der ein Selbstvertrauen und eine individuell Klasse, die nur wenige Spieler auf der Welt haben.

Vorsicht vor Südkorea

Kein deutscher Spieler hat diesen Europapokal so oft gewonnen. Allein das zeigt, welch einzigartige Bedeutung der 28-Jährige für uns hat. Aber es hat diesen Freistoß nicht gebraucht, um zu wissen, dass Toni der absolute Führungsspieler für Joachim Löw ist. Die Frage lautet nicht umsonst seit Jahren: Wer spielt neben Kroos im zentralen Mittelfeld? Gündogan, Rudy, Khedira oder Goretzka? Wer darf neben dem Leader ran? Gut, dass wir ihn haben.

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Konstellationen: So kommt Deutschland ins Achtelfinale

Trotz aller Euphorie: Ich warne davor, Südkorea auf die leichte Schulter zu nehmen. Unser Gegner hat mit Heung-Min Son eine absolute Führungskraft auf dem Feld. Er liefert bei Tottenham Hotspur regelmäßig tolle Spiele ab. Und im Umschaltspiel attackieren die Asiaten auch mit vier, fünf Mann - ähnlich wie die Mexikaner.

Da müssen wir defensiv viel cleverer und besser stehen als in den ersten beiden Spielen. Wir brauchen Geschwindigkeit auf den Flügeln, Durchsetzungsvermögen im Strafraum und defensiv eine perfekte Balance.

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