Pro und Contra zum WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien
Spanien und Argentinien kämpfen im Endspiel am Sonntag (ab 21:00 Uhr im Liveticker) um den WM-Titel. Wer holt sich den Pokal und den nächsten Stern für sein Trikot?
17.07.2026 | 23:33 Uhr
Was für einen Triumph von Argentinien und was für eine spanische Fiesta spricht.
Darum wird Spanien Weltmeister
Von Florian Hartmann
La Furia Roja wird zum zweiten Mal in seiner Historie auf dem WM-Thron Platz nehmen und verdientermaßen die Früchte ihrer disziplinierten Arbeit im ganzen Turnier ernten!
Spanien stellte die Frankreich-Superstars um Kylian Mbappe, Ousmane Dembele und Michael Olise kalt und ließ auch keinen einzigen Treffer des portugiesischen Star-Ensembles um CR7 & Co. zu. An der spanischen defensiven Kompaktheit werden sich auch Lionel Messi & Co. die Zähne ausbeißen, die vom Sechzehntelfinale gegen Kap Verde bis zum Halbfinale gegen England jedes Mal zittern mussten. Argentinien hat eine enorme Mentalität bewiesen und sicherlich sind die vielen späten Tore kein Zufall, dennoch wird gegen die extrem spielstarken Spanier diese durchaus beeindruckende Leidenschaft nicht ausreichen.
Neben den bemerkenswerten defensiven Leistungen können die Iberer aber auch in der Offensive ein Feuerwerk abbrennen. Lamine Yamal wird mit seinen 19 Jahren im WM-Finale voranschreiten und für die Wachablösung sorgen. Nachdem Messi den Barca-Superstar - wie ein ikonisches Foto zeigt - einst gebadet hatte, wird nun Yamal sein Vorbild "nass" machen.
Bei den mannschaftlich geschlossen auftretenden Spaniern spielte sich bislang Mikel Oyarzabal in das Rampenlicht, der besonders mit seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor glänzte. Bereits im EM-Finale 2024 war der Sociedad-Angreifer letztlich das Zünglein an der Waage und auch gegen Argentinien wird er den entscheidenden Unterschied ausmachen.
Nachdem Trainerfuchs Luis de la Fuente bisher für jeden Gegner den richtigen Plan parat hatte, wird er auch im Endspiel seinen einstigen Schüler Lionel Scaloni austaktieren und seine Mannschaft perfekt auf die emotionsgeladenen Südamerikaner einstellen. Eine weitere spanische goldene Generation ist herangewachsen, die sich nach dem Nations-League-Titel 2023, dem EM-Sieg 2024 und dem Nations-League-Finale 2025 nun über den nächsten Titel freuen darf.
Darum wird Argentinien Weltmeister
Von Thorsten Mesch
Ich freue mich sehr auf das Finale. Ich habe Spanien bei der WM in Südafrika live vor Ort bis ins Endspiel begleitet und ich habe Argentinien 2014 im Finale gegen Deutschland in Rio de Janeiro gesehen. Die Spanier überzeugen bei der aktuellen WM durch mannschaftliche Geschlossenheit, aber sie sind individuell nicht so stark besetzt wie beim Titel 2010. Sie haben zwar einen Lamine Yamal, aber keinen Xavi, Iniesta, Villa, Busquets oder Puyol. Argentiniens Mannschaft ist aus meiner Sicht stärker als 2014.
Mein Herz schlägt für Spanien. Was sich dort in den vergangenen 20 Jahren von den Jugendteams bis zu den Profis entwickelt hat, ist beeindruckend. Die Seleccion ist amtierender Europameister, die Mannschaft ist jung, ihr gehört die Zukunft.
Aber in Argentinien lebt ein ganzes Land für den Fußball. Er gibt den Menschen Halt in schwierigen Zeiten und ist für die Sportler eine Chance, es in der Gesellschaft von ganz unten bis ganz nach oben zu schaffen. Was das Finale den Menschen bedeutet, erklärte Lautaro Martinez nach dem Halbfinale gegen England in einem hoch emotionalen Interview.
Mit Fleiß und unerschütterlichem Siegeswillen haben er und seine Mannschaft es bis ins WM-Finale geschafft, zum zweiten Mal nacheinander. Spanien ist sicherlich spielerisch stärker, aber Argentinien hat Messi - und seine unglaublichen Fans. Mit ihrer Unterstützung wird sich der amtierende Weltmeister und Copa-America-Sieger auch gegen den Europameister durchsetzen. Es ist dann der vierte große Titel in Folge und ein so noch nie dagewesener Triumph.
"Ich bin Argentinier von der Wiege bis zur Bahre. Ich will den vierten Stern auf dem Trikot strahlen sehen", singen die Fans in Argentiniens WM-Song "La Cuarta Estrella". Die Albiceleste wird sich nach 1978, 1986 und 2022 diesen vierten Stern sichern.
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