Deutschland vergibt bei der Handball-EM gegen Dänemark ersten Halbfinal-Matchball

Wacker gekämpft, Matchball vergeben: Deutschlands Handballer haben im Hexenkessel von Herning einen tollen Fight geliefert, ihre erste Halbfinal-Chance aber verpasst.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Deutschland experimentiert – und wird nicht belohnt. Gegen Weltmeister Dänemark setzt es eine 26:31-Niiederlage. David Späth startet für Andreas Wolff im Tor, die Dänen sind allerdings eine Nummer zu stark.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason verlor gegen Olympiasieger Dänemark trotz einer beherzten Vorstellung mit 26:31 (12:13) - sie hat ihr Schicksal im Kampf um die Medaillen jedoch weiter in der eigenen Hand. 

Deutschland bot dem Serien-Weltmeister vor 15.000 ekstatischen Zuschauern in der ausverkauften Jyske Bank Boxen lange Zeit Paroli und durfte bis zum 15:17 (42.) sogar auf eine Überraschung hoffen. Am Ende war es aber vor allem Dänen-Keeper Emil Nielsen, der das hochklassige Duell zugunsten des Favoriten entschied.

Die hochgelobten Serien-Weltmeister um Welthandballer Mathias Gidsel (8 Tore) bissen sich an der deutschen Defensive um den überraschend aufgebotenen Torhüter David Späth zunächst die Zähne aus, vorne suchten Torjäger Renars Uscins und Co. unerschrocken den Abschluss. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr setzte sich die individuelle Qualität der Dänen durch. Auch der in der Schlussphase eingewechselte Andreas Wolff konnte zwei Tage nach seiner Wahnsinns-Show gegen Norwegen nicht für die Wende sorgen. Zum besten deutschen Werfer avancierte am Ende Uscins mit sechs Treffern.

"Sie sind einfach extrem gut", sagte Gislason in der ARD, lobte aber seine Abwehr gegen eine "phänomenale Mannschaft, da darf mein keine Phase haben, wo man zwei, drei, vier nacheinander verwirft. Dann ist das Spiel schon entglitten. Aber trotzdem: ein sehr gutes Spiel von den Jungs." Golla wurmte die Niederlage zwar, doch er war auch "stolz auf das Auftreten" seines Teams: "Wir können erhobenen Hauptes hier rausgehen und wissen, dass wir jetzt das Finale in zwei Tagen gegen Frankreich haben."

WOW – Dein Team. Dein Stream.
WOW – Dein Team. Dein Stream.

Stream Freitag und Samstag Bundesliga live sowie alle Spiele der 2. Bundesliga, des DFB-Pokals und der Premier League - Nur mit Sky Sport bei WOW. "

DHB-Team ohne Mertens & Zerbe

Deutschland, das zuvor Spanien (34:32), Portugal (32:30) und Norwegen (30:28) besiegt hatte, steht in Todesgruppe I nun wie Dänemark bei 6:2 Punkten. Im abschließenden Hauptrundenspiel am Mittwoch (18.00 Uhr) gegen Titelverteidiger Frankreich (4:4) reicht schon ein Unentschieden, um sicher das Ticket für die Medaillenspiele zu lösen. Die Teilnahme am Spiel um Platz fünf am Freitag ist der DHB-Auswahl bereits jetzt nicht mehr zu nehmen.

Gislason wartete am Montagabend mit einigen Überraschungen auf. So standen die etatmäßigen Außenspieler Lukas Mertens und Lukas Zerbe nicht im Kader, der zuletzt starke Marko Grgic begann im Rückraum für Juri Knorr und im Tor beorderte der Isländer Späth anstelle von Wolff aufs Feld.

Grgic hatte zunächst zwar enormes Wurfpech, gleich drei seiner Würfe klatschten an Latte oder Pfosten, doch Deutschland führte nach einem verwandelten Siebenmeter von Nils Lichtlein schnell mit 3:1 (4.). Davon unbeeindruckt zeigten sich die Dänen - und allen voran Gidsel. Per Doppelpack sorgte der Bundesliga-Star beim 6:4 für die erste Zwei-Tore-Führung seines Teams (8.).

Mehr dazu

Wolff erstmal nur auf der Bank

Die DHB-Auswahl ließ sich aber nicht abschütteln. Im Angriff übernahm Uscins nun immer mehr Verantwortung und kühlte die brodelnde Arena mit seinen ansatzlosen Rückraumwürfen regelmäßig runter. "Wir spielen sehr gut nach vorne", rief Gislason seinen Spielern in einer Auszeit beim Stand von 9:11 (24.) zu.

Wolff fungierte in dieser Phase als lautstarker Antreiber von der Bank, motivierte Uscins und Co. lautstark. Während das dänische Spiel nun stockte, witterte Deutschland immer mehr seine Chance und kam nach 10:13-Rückstand (28.) noch einmal ran. Den möglichen Ausgleich vergab Lichtlein mit dem Halbzeitpfiff: Sein Siebenmeter sprang vom Pfosten zurück ins Feld.

Erlebe Live-Sport in der Sky Sport App
Erlebe Live-Sport in der Sky Sport App

Mit der Sky Sport App können Sky Kunden Live-Sport jetzt auch direkt in der App streamen – ideal für unterwegs oder als Second Screen. Einfach kostenlos im App Store und bei Google Play herunterladen!

Hexenkessel in Dänemark

Man gehe "mit einem richtig guten Gefühl" in die Pause, sagte Kreisläufer Justus Fischer im Ersten. Auch DHB-Teammanager Benjamin Chatton zeigte sich "zufrieden. Wir wissen, dass wir Außenseiter sind und 15.000 enthusiastische dänische Fans gegen uns haben. Die Jungs haben Bock, dagegenzuhalten und heute die Überraschung zu schaffen."

Diese Lust war den deutschen Spielern weiterhin deutlich anzumerken. Und als Späth in der 33. Minute ein dänisches Rückraumgeschoss von Mads Hoxer mit beiden Händen fing und die Torflaute der Gastgeber auf über neun Minuten verlängerte, wackelte die Handball-Weltmacht beim Stand von 13:13 tatsächlich bedenklich. Sie fiel aber nicht, was vor allem an Dänen-Keeper Nielsen und dem irrsinnigen Tempo der Gastgeber in der Offensive lag.

SID

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

Mehr Geschichten