Warum der BVB noch Mini-Hoffnungen bei Anselmino hat
Mit Tränen in den Augen hat sich Aaron Anselmino am Montag von den BVB-Kollegen verabschiedet. Der 20 Jahre alte Argentinier muss zurück zum FC Chelsea.
26.01.2026 | 17:07 Uhr
Die Blues haben am Sonntag eine spezielle Rückhol-Klausel aktiviert und den BVB damit auf dem kalten Fuß erwischt.
"Borussia Dortmund bedauert den kurzfristigen Abgang von Aaron Anselmino sehr und bedankt sich bei ihm für seinen Einsatz in den vergangenen Monaten", schrieb der Klub in einer Mitteilung. Intern sorgt der unerwartete Blitz-Transfer für Zündstoff-Potenzial. Sky Sport beantwortet die wichtigsten Fragen.
Wie kam der Blitz-Wechsel beim BVB an?
Die plötzliche Rückhol-Aktion sorgt beim BVB für Irritationen und belastet das eigentlich gute Verhältnis zu Chelsea um Boss Behdad Eghbali. Trainer Niko Kovac, der ein großer Fan von "El Grätsche" Anselmino war, soll der Blitz-Wechsel überhaupt nicht gefallen haben. Viele Fans sind zudem sauer auf die Klubführung.
Neben den BVB-Bossen Lars Ricken und Sebastian Kehl, die die Verhandlungen damals führten und für die Transfer-Pleite in der Kritik stehen, soll auch Chef-Verhandler Simon Rödder entscheidend mitgewirkt haben. Rödder wurde im September von Lars Ricken als "Referent Geschäftsführer Sport und Stabstelle Verhandlungsführung" angestellt.
Wie sah die Klausel aus?
Ohne die Klausel, die Chelsea oft in Leih-Deals einbauen lässt, hätte der BVB im Sommer wohl keine Chance auf eine Verpflichtung gehabt. Sie soll eine Bedingung seitens der Blues gewesen sein. Ausverhandelt wurde nach Sky Sport Informationen Folgendes: Wenn Anselmino bis zum 31. Dezember auf über 1000 Pflichtspielminuten für den BVB gekommen wäre, wäre die Klausel erloschen.
Der Innenverteidiger, der zwar starke Leistungen zeigte, aber oft verletzt war, kam in zehn Partien nur auf 565 Minuten. Die Januar-Spiele gegen Union und Tottenham zählten demnach nicht mehr in die Rechnung.
Wann zog Chelsea die Option?
Die Klausel wäre am Sonntag, den 25. Januar, also eine Woche vor Ende der Transferperiode, abgelaufen. Chelsea hat den BVB am gestrigen Sonntag über das Aktivieren der Klausel informiert. Dass die Option bis in den späten Januar hinein noch aktiviert werden konnte, ist ungewöhnlich. Am 22. Dezember hatte Sky Sport die Rückhol-Klausel in Transfer Update - die Show exklusiv enthüllt.
Anselmino schien eine Vorahnung gehabt zu haben, schließlich hatte er nach Sky Sport Informationen im engsten Kollegen-Kreis nach dem Gladbach-Spiel seinen bevorstehenden Abschied angedeutet. Die BVB-Bosse hätten also genügend Zeit gehabt, um sich auf den Fall X vorzubereiten. Bis zum Schluss sind sie allerdings davon ausgegangen, dass der Argentinier bleibt. Man habe, so heißt es, keine entsprechenden Signale aus London erhalten.
"Ich glaube, dass es für alle Beteiligten Sinn macht, dass Aaron auch in der Rückserie bei Borussia Dortmund bleibt. Er hat seinen Wert für uns in der Hinrunde bereits deutlich unter Beweis gestellt", hatte Sportdirektor Sebastian Kehl Anfang Januar im Trainingslager in Marbella auf Sky Sport Nachfrage gesagt: "Er hilft uns, sich selbst - und damit auch Chelsea."
Holt Dortmund jetzt Ersatz?
Wohl nicht. Die Dortmunder sehen sich mit Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Emre Can, Niklas Süle und Afrika-Cup-Rückkehrer Ramy Bensebaini gut aufgestellt.
Der Anselmino-Abgang bedeutet auch, dass Filippo Mane nicht mehr verliehen werden soll. Ob das für die Entwicklung des 20 Jahren alten Top-Talents nützlich ist, ist allerdings äußerst fraglich.
Hat der BVB noch Chancen bei Anselmino?
Der BVB rechnet sich tatsächlich noch Mini-Chancen aus. In der Branche glaubt man, dass Chelsea Anselmino auch zurückgeholt hat, um Druck auf Stade Rennes auszuüben. Was hat Rennes damit zu tun? Bei den Franzosen spielt Jeremy Jacquet, den Chelsea eigentlich im Winter holen will. Rennes lässt ihn aber nicht ziehen.
Der Leih-Abbruch könnte Druck auf Rennes ausüben, weil Chelsea durch Anselminos Rückkehr keinen dringenden Handlungsbedarf hat, und den Preis für Jacquet senken. In Dortmund hoffen sie auf dieses Szenario. Verpflichtet Chelsea doch noch Jacquet (oder einen anderen Spieler), könnte sich bei Anselmino vielleicht ein unerwartetes Türchen öffnen.
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