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Erstes Gruppenspiel gegen Montenegro

EM-Traumstart: Deutsche Handballer starten mit Kantersieg

16.01.2018 | 10:28 Uhr

Groetzki
Auftakt nach Maß für DHB-Team

Traumstart für den Titelverteidiger: Die deutschen Handballer haben ihre Medaillenambitionen bei der EM in Kroatien zum Auftakt eindrucksvoll unterstrichen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop deklassierte in Zagreb den EM-16. Montenegro mit 32:19 (17:9) und wurde ihrer Favoritenrolle beim ersten EM-Auftakterfolg seit zehn Jahren vollauf gerecht. "Sie haben es sehr gut umgesetzt. So hoch im ersten Spiel zu gewinnen, ist sehr wichtig für den Turnierverlauf", resümierte Sky Experte Pascal Hens.

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Sky Experte Pascal Hens: Deutschland hat es sehr gut umgesetzt!

Bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) war Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren, zudem bot Torhüter Andreas Wolff beim zweithöchsten Sieg der deutschen EM-Geschichte mit 46 Prozent gehaltener Würfe eine bärenstarke Leistung. Mit einem weiteren Sieg am Montag gegen den WM-Dritten Slowenien würde der Olympia-Dritte vorzeitig die Hauptrunde erreichen.

Nationaltorwart Andreas Wolff ballt die Faust - Deutschland gewinnt den EM-Auftakt gegen Montenegro!
Image: Nationaltorwart Andreas Wolff ballt die Faust - Deutschland gewinnt den EM-Auftakt gegen Montenegro!  © Getty

Obwohl Montenegro in zuvor zwölf EM-Spielen kein einziger Sieg gelang (elf Niederlagen), war das deutsche Team gewarnt. "Sie sind heißblütig und spielen ein bisschen dreckig", hatte Rückraumspieler Steffen Weinhold erklärt.

Starker Beginn der DHB-Auswahl

Doch die mit acht Europameistern und drei Turnier-Debütanten gespickte DHB-Auswahl ging die Begegnung vor rund 4000 Zuschauern konzentriert an, Weinhold gelang der erste Treffer (3.). Ein überragender Wolff, eine auch ohne den nicht berücksichtigten Finn Lemke kompakte Abwehr und ein variables Angriffsspiel zeichneten das deutsche Spiel aus.

Debütant Philipp Weber überzeugte zudem als Torschütze und Spielgestalter auf der Mittelposition. Mitte der ersten Halbzeit sorgten die Bad Boys bereits für die Entscheidung, als sie mit einem beeindruckenden Zwischenspurt von 4:3 (12.) auf 13:3 (22.) davonzogen.

Der vor dem Turnier aufgrund einiger Personalentscheidungen kritisierte Prokop spendete seinem Team immer wieder Beifall, ballte die Fäuste und gab fast ununterbrochen Anweisungen. In Über- und Unterzahl brachte er für Wolff meist einen weiteren Feldspieler und wechselte schon in der ersten Halbzeit munter durch, um Kräfte zu sparen.

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"Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir gegen so eine offensive Abwehr 17 Tore in der ersten Halbzeit werfen. Wir machen viele Dinge richtig, so kann es weitergehen", sagte Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause im ZDF.

Kein Nachlassen in Hälfte zwei

Gegen den ohne seinen Topstar Vuko Borozan von Champions-League-Sieger Vardar Skopje und Torhüter Nebosja Simic von Bundesligist MT Melsungen (beide verletzt) angetretenen viermaligen EM-Teilnehmer, hatte die DHB-Auswahl auch nach dem Wechsel alles im Griff. Der Europameister strahlte von jeder Position Torgefahr aus.

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Prokop: Wir haben sehr aggressiv verteidigt

Trotz des großen Vorsprungs ließ das DHB-Team auch in Sachen Kampfgeist nicht nach. So rettete Rechtsaußen Patrick Groetzki mit einem Hechtsprung spektakulär, als Wolff sein Tor zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hatte. Prokop nutzte derweil die deutliche Führung zu einigen Experimenten. So testete er verschiedene Defensivformationen. Der deutliche Sieg gegen einen überforderten Gegner geriet aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Wolff verließ in der 50. Minute sein Tor und verfolgte die Schlussminuten mit Eis auf seinem Knöchel von der Bank aus.

Slowenien wartet in Spiel zwei

Am Montag geht es nun mit dem zweiten Spiel gegen die stärker einzuschätzenden Slowenen weiter. "Vom Spielerischen gesehen ist Slowenien der stärkste Gegner in der Gruppe", warnt Sky Experte Pascal Hens, "aber die Deutschen werden vorbereitet sein, da bin ich mir sicher."

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Sky Experte Pascal Hens: Slowenien ist ein anderes Kaliber!

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