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Starker Saisonstart des Meisters

Flensburg auf Rekordjagd in der Handball-Bundesliga

12.10.2018 | 11:43 Uhr

Holger Glandorf bleibt weiterhin bei der SG Flensburg.
Image: Holger Glandorf bleibt weiterhin bei der SG Flensburg. © DPA pa

Die Rekordjäger der SG Flensburg-Handewitt eilen in der Bundesliga von Sieg zu Sieg. Das überrascht, hatte den stark verjüngten Titelverteidiger vor der Saison keiner auf dem Zettel.

Flensburg? Keine Chance! Da waren sich sämtliche Bundesliga-Trainer vor der Saison einig. Doch angestachelt von den Aussagen der Konkurrenz rockt die SG Flensburg-Handewitt auch in dieser Saison die Liga. Die Meisterschaft, das belegt der perfekte Saisonstart eindrucksvoll, geht trotz zahlreicher namhafter Abgänge nur über den Titelverteidiger.

"Wir heben nicht ab"

Acht Spiele, acht Siege, Tabellenführung - und nun winkt im Heimspiel am Donnerstag (ab 18:30 Uhr live auf Sky Sport 1 HD) gegen den TVB Stuttgart die Einstellung des vereinseigenen Startrekords. "Wir wollen diese Serie verteidigen, so lange es geht. Wir bleiben aber am Boden und heben nicht ab oder werden übermütig", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke dem SID.

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Der 60 Jahre alte SG-Macher genießt den nicht enden wollenden Höhenflug seines Teams (saisonübergreifend 16 Liga-Siege hintereinander) auf seine Art: unaufgeregt und bescheiden.

Dabei hätten die Nordlichter allen Grund, stolz zu sein. Während Rekordmeister THW Kiel und Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen in den Umfragen zu den großen Favoriten gekürt wurden, werkelte Schmäschke zusammen mit SG-Trainer Maik Machulla ("Seine Arbeit ist beeindruckend") im Stillen an der Fortsetzung des Flensburger Handball-Hochs.

Verjüngung des Kaders bringt Erfolg

Anstatt nach den prominenten Abgängen von Spielmacher Thomas Mogensen, Weltklasse-Keeper Mattias Andersson oder Jacob Heinl zu hadern, wurde das Team konsequent verjüngt. Machulla, der als Nachfolger der Flensburg-Ikone Ljubomir Vranjes auf Anhieb den Titel holte, der seinem Vorgänger in elf Jahren bei der SG verwehrt geblieben war, trifft dabei den Ton.

"Ich rede ungern von Umbruch, lieber von einer Erneuerung der Mannschaft", sagt Schmäschke. Es stecke "sehr viel neue Energie in der Truppe". Man habe das Durchschnittsalter auf einen Schlag um fast fünf Jahre gesenkt. "Ich vergleiche das gerne mit einem Fundament mit festen Säulen wie Tobias Karlsson und Holger Glandorf, das mit jungen Spielern verstärkt wurde", so Schmäschke.

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Dieses Fundament bewies sich im bisherigen Saisonverlauf schon als ziemlich tragfähig. Überzeugende Siege bei den Füchsen Berlin und gegen Kiel sowie der Killerinstinkt in engen Duellen bei drei Siegen mit einem Tor Differenz unterstreichen dies. "Das spricht für unsere mentale Stärke, die sich das Team durch die Erfolge und Konstanz der vergangenen Jahre hart erarbeitet hat", sagt Schmäschke.

Und doch überrascht das starke erste Saisonviertel. Nach den prominenten Abgängen schnappten sich Glandorf und Co. mit dem 16. Bundesliga-Sieg hintereinander erst am Wochenende einen Klubrekord, am Donnerstag winkt die nächste Bestmarke.

Erwartungshaltung wird gebremst

"Rekorde sind etwas, das man kurz genießen und sich drüber freuen kann", sagt Schmäschke: "Doch danach kommt immer das nächste Spiel, das wir gewinnen wollen. Das ist das Wichtigste. So denken wir, und so arbeiten wir."

Das Saisonziel der SG? "In dieser Spielzeit sehe ich uns nicht in der Rolle des großen Titelanwärters, der die Meisterschaft unbedingt verteidigen muss", sagte Schmäschke: "Da möchte ich die Erwartungshaltung doch etwas bremsen. Aber wenn es am Ende so kommt, sagen wir nicht 'Nein'". (sid)

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