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HBL-Aufsteigercheck: Balingen und Nordhorn im Fokus

Zurück in der Bundesliga

Katja Parpart

26.07.2019 | 11:08 Uhr

So sehn Sieger aus, Schalalala: Der HBW Balingen-Weilstetten feiert nach zwei Jahren Erstliga-Abstinenz die Rückkehr.
Image: Der HBW Balingen-Weilstetten feiert die Zweitliga-Meisterschaft und die Rückkehr in die Handball-Bundesliga. © Imago

Die Bundesliga-Aufsteiger der Saison 2018/19 heißen HBW Balingen-Weilstetten und HSG Nordhorn-Lingen. Aber wer kommt da eigentlich genau zurück in die LIQUI MOLY HBL? Sky stellt euch die Rückkehrer vor.

Balingen: Die Gallier sind zurück

Der HBW Balingen-Weilstetten unter Trainer Jens Bürkle ist nach zwei Jahren Abwesenheit wieder in der stärksten Liga der Welt vertreten. Nach dem Abstieg 2017 war das Ziel bei den "Galliern von der Alb" sofort klar: Der direkte Wiederaufstieg sollte her. Doch in der Zweitliga-Saison 2017/18 kam der HBW nicht so recht in Fahrt. Der darauf folgende Trainerwechsel von Runar Sygtriggsson auf Bürkle schlug nicht sofort an und am Ende musste sich der HBW mit Platz fünf zufrieden geben.

In der abgelaufenen Saison startete Balingen ebenfalls etwas wackelig. Gegen den VfL Lübeck-Schwartau setzte es gleich am ersten Spieltag eine 22:25-Niederlage. Auch gegen den ASV Hamm-Westfalen musste man sich kurz danach geschlagen geben, es folgte ein Remis gegen den Underdog HC Elbflorenz. Doch dann kam der HBW in Tritt und gewann 18 Spiele in Folge - einzige Ausnahme war das Spitzenspiel gegen den Mitfavoriten TuS N-Lübbecke, bei dem die Schwaben eine Niederlage hinnehmen mussten.

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Am Ende der Saison 2018/19 feierte Balingen dann die Meisterschaft in der zweiten Liga - mit 61:15 Punkten war der HBW erster Aufsteiger vor der HSG Nordhorn-Lingen. Dieser Erfolg gelang nicht ohne Grund. Bürkles Mannschaft stellte mit 1105 eigenen Treffern und nur 944 Gegentoren jeweils die zweitbeste Offensive und Defensive. Mit dem HBW kommt also eine Mannschaft zurück in die HBL, die nicht vorhat, so schnell wieder zu verschwinden.

Vor ihrer Rückkehr in die LIQUI MOLY HBL haben die Gallier zwei Neuzugänge verpflichtet. Rückraumspieler Vladan Lipovina kommt vom ehemaligen Meister Rhein-Neckar Löwen, zudem hat sich der HBW die Dienste des dänischen Torwarts Mike Jensen gesichert. Der 23 Jahre alte Keeper wird im Tor ein Duo mit Vladimir Bozic bilden. Mit Tomas Mrkva veriert der Klub allerdings auch einen Leistungsträger an den Ligakonkurrenten Bergischer HC. Auch Tim Rozman verlässt die Balinger und schließt sich dem Wilhelmshavener HV an.

Nordhorn: Der Überraschungs-Aufsteiger

Mit der HSG Nordhorn-Lingen kommt Verein zurück in die Bundesliga, der viele unterschiedliche Phasen durchlebt hat. Gegründet 1981 gelang der HSG im Jahr 1993 der Aufstieg in die erste Bundesliga (damals noch als HSG Nordhorn). 2002 wurde der Klub Vizemeister, 2008 gewann die HSG gar den EHF-Cup.

Danach ging es steil bergab. Im Jahr nach dem Triumph im Europapokal kam die HSG Nordhorn-Lingen in Zahlungsverzug und musste Insolvenz anmelden. Der Zwangsabstieg in die zweite Liga war die Folge. Seither war die HSG im Bundesliga-Unterhaus zu finden - bis in der vergangenen Saison sensationell der Aufstieg gelang. Noch am 9. Spieltag stand Nordhorn mit 9:9 Punkten im Mittelfeld der Liga, musste viele Verletzungsausfälle wegstecken. Als Aufstiegskandidat kam die HSG zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich in Frage.

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Image: Nordhorns Keeper Björn Buhrmester ist der "Torhüter der Saison 2018/19" in der zweiten Handball-Bundesliga. © DPA pa

Doch dann legte die Mannschaft von Heiner Bültmann los: 16 Spiele, 15 Siege - die HSG kletterte in der Tabelle kontinuierlich nach oben. Das gelang nicht zuletzt aufgrund der Top-Leistungen von Schlussmann Björn Buhrmester, der am Ende zum besten Torhüter der Saison gekürt wurde. Am drittletzten Spieltag sicherte sich die HSG Nordhorn-Lingen nach einem 33:28-Auswärtssieg beim EHV Aue und dank der Niederlage des HSC Coburg den Aufstieg in die Bundesliga (57:19 Punkte).

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Wenig später landete der Klub mit der Verpflichtung von Robert Weber einen echten Transfercoup. Mit dem langjährigen Rechtsaußen des SC Magdeburg hat sich die HSG einen absoluten Spitzenspieler geschnappt, der im harten Kampf um den Klassenerhalt sicher helfen kann. Als zusätzliche Verstärkung kommt Rückraumspieler Anton Prakapenia vom HSC Coburg.

Die HSG ist in der neuen Saison sicher nicht der Topfavorit auf den Klassenerhalt in der HBL. Balingen und die Eulen Ludwigshafen sind zwei direkte Konkurrenten, die beide mehrmals ihr Durchhaltevermögen in der stärksten Liga der Welt bewiesen haben. Aber die HSG hat mit dem eher unerwarteten Bundesliga-Aufstieg ja auch schon gezeigt, dass sie für Überraschungen gut ist.

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