Alison dos Santos bricht Weltrekord: Diamond League Zürich erlebt historische Leichtathletik-Nacht
Alison dos Santos hat bei der Diamond League in Zürich einen neuen Weltrekord über 400 m Hürden aufgestellt. Wenige Minuten später lief Masai Russell auch über 100 m Hürden zur neuen Bestmarke.
27.08.2026 | 22:59 Uhr
Die Leichtathletik erlebte in Zürich eine Nacht für die Geschichtsbücher. Zwei Weltrekorde binnen weniger Minuten sorgten für Begeisterung.
In einer Nacht der Weltrekorde haben die Hürdenläufer Alison dos Santos und Masai Russell die Leichtathletik-Szene in Ekstase versetzt. Erst löste der Brasilianer Dos Santos beim Meeting der Diamond League in Zürich über die Stadionrunde in 45,80 Sekunden den Norweger Karsten Warholm um 14 Hundertstel ab, dann lief auch die US-Olympiasiegerin Russell wenige Minuten später über die 100 m zu einer neuen Bestzeit.
Die 26-Jährige legte die Sprintstrecke in 12,09 Sekunden zurück und unterbot den vorigen Rekord der Nigerianerin Tobi Amusan von den Weltmeisterschaften 2022 in Eugene (12,12 Sekunden) knapp. Dos Santos knackte Warholms Bestmarke, die der Skandinavier bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 aufgestellt hatte.
Warholh gratuliert
"Ich habe es geschafft, ich habe es geschafft", sagte dos Santos nach seinem Fabellauf, den er mit der brasilianischen Flagge feierte. Im norwegischen Rundfunk ergänzte der Rekordmann: "Wir haben so lange davon geredet, jetzt haben wir es geschafft. Ich bin so stolz und glücklich. Ich habe davon so lange geträumt. Aber ich glaube, ich kann das noch besser. Ich weiß, ich kann noch schneller laufen."
Warholm sagte anerkennend: "Er war brillant. Es ist unglaublich. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es war ein verrückter Wettkampf." Der 30-Jährige kam in 46,69 Sekunden ins Ziel. Der Nigerianer Ezekiel Nathaniel lief in 46,50 Sekunden auf Rang drei. Dos Santos' bisher größter Erfolg ist der Weltmeistertitel von 2021 in Eugene. In Paris holte er zudem Olympia-Bronze.
Russel wendet sich an Kritik
Russell, die Amusan in der Schweiz auf Platz zwei verwies, wandte sich nach ihrem Rekord an ihre Kritiker. "Ich bin sprachlos. Das war verrückt, das war episch", sagte die Paris-Siegerin: "So viele Leute haben das ganze Jahr gesagt, Du wirst den Weltrekord nicht brechen. Und deshalb war meine Reaktion im Ziel: Na, was sagt ihr jetzt?"
Den Deutschen gehörten in Zürich nur die Nebenrollen. Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause lief über die 3000 m auf Rang sechs. Lea Meyer, die bei der EM auf Medaillenkurs liegend in einen Wassergraben gestürzt war und Krause anschließend zunächst deutlich kritisiert hatte, kam direkt dahinter auf dem siebten Platz vor der EM-Dritten Olivia Gürth ins Ziel. Bei den Männern wurde Robert Farken über die 1500 m Achter. Thomas Röhler, Speerwurf-Olympiasieger von Rio, landete ebenfalls auf dem achten Rang.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de / SID
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.