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DEL: Niederlagenserie der Kölner Haie geht weiter - Fans mit Galgenhumor

"Mehr Promille als Punkte" - Pleitenserie der Haie geht weiter

Robert Gherda

15.02.2020 | 12:51 Uhr

Die Kölner Haie warten seit 14 Spielen auf einen Sieg.
Image: Die Kölner Haie warten seit 14 Spielen auf einen Sieg. © Imago

Die Kölner Haie starteten mit großen Hoffnungen in der aktuelle DEL-Saison, aber nach einer unfassbaren Rekord-Pleitenserie ist davon nichts mehr übrig. Selbst die eigenen Fans verspotten den Klub.

Es ist der Tiefpunkt einer beispiellosen Negativserie. Am Freitag unterlagen die Kölner Haie im ersten Spiel nach der Länderspielpause beim abgeschlagenen Schlusslicht Schwenninger Wild Wings mit 0:1 - es war die 14. (!) Niederlage in Folge.

Fans verhöhnen eigenen Klub

Besonders prekär: Die Wild Wings gaben einen Tag vor der Partie vier Leistungsträger ab, um Kosten zu sparen und jungen Spielern eine Chance zu geben, sich für einen Kaderplatz in der kommenden Saison zu empfehlen. Doch die kriselnden Rheinländer konnten daraus kein Kapital schlagen und mussten sich den Spott der eigenen Fans gefallen lassen. Die mitgereisten Schlachtenbummler hatten ein Spruchband mit der Aufschrift "Mehr Promille als Punkte" ausgerollt und quittierten die Leistung mit gellenden Pfiffen.

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Dabei dachte der stolze Traditionsverein, dass der Tiefpunkt bereits durchschritten war, als die Haie vor kurzem mit 2:8 beim Rheinrivalen Krefeld Pinguine - seinerseits nur Tabellenzwölfter - vorgeführt wurden. In der Spielpause wollte sich der erste DEL-Meister überhaupt noch einmal sammeln und einen Angriff auf Rang zehn starten. Dieser berechtigt zur Teilnahme an der 1. Playoff-Runde. Vom ursprünglich vor der Spielzeit formulierten Minimalziel - der direkten Teilnahme am Playoff-Viertelfinale (ein Platz unter den ersten sechs, Anm. d Red.) - spricht in der Domstadt keiner mehr.

Letzter Sieg Ende Dezember

Kein Wunder, denn der letzte Sieg datiert vom zweiten Weihnachtsfeiertag, als der stolze Traditionsverein mit 4:1 bei den Grizzlys Wolfsburg die Oberhand behielt. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Rheinländer mit 49 Punkte aus 30 Spielen als Tabellensiebter nur einen Zähler hinter dem Fünften aus Bremerhaven und damit noch im Soll. Der Vorsprung auf die elftplatzierten Augsburger Panther betrug zehn Punkte. Mittlerweile sind die Haie selbst nur noch Elfter und haben zehn Punkte weniger auf dem Konto als die Fuggerstädter.

Bemerkenswert: Trotz des beispiellosen Absturzes ist Trainer Mike Stewart, der vor der Saison ausgerechnet aus Augsburg nach Köln wechselte, weiterhin im Amt und erhielt sogar eine Jobgarantie für die kommende Spielzeit: "Mike Stewart ist der richtige Trainer für die Kölner Haie. Wir werden mit Mike Stewart auch wie geplant in die neue Saison gehen", erklärte Haie-Geschäftsführer Philipp Walter. Stattdessen musste Sportdirektor Mark Mahon Anfang Februar die Koffer packen und Stewart übernimmt diese Aufgabe interimsmäßig zusätzlich.

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Miserable Statistiken

Für viele Fans in Foren und den sozialen Netzwerken ein fatales Zeichen. Zahlreiche Anhänger werfen dem Übungsleiter vor, auf die falschen Spieler zu setzen, jungen Akteuren zu wenig Einsatzchancen zu geben und die beiden Torhüter Gustav Wesslau und Hanibal Weitzmann durch diverse Entscheidungen verunsichert zu haben. Auch die abstrus schlechten Special Teams werden Stewart angekreidet:

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Die Haie haben mit einer Powerplayquote von indiskutablen 9,50 Prozent und nur 17 geschossenen Toren in Überzahl das mit Abstand schlechteste Powerplay der Liga. Auch in Unterzahl läuft es nicht viel besser: Hier liegt die Quote bei mageren 78,05 Prozent (nur Krefeld ist noch schwächer) und lediglich die Iserlohn Roosters kassierten mit 40 Gegentoren bei einem Mann weniger auf dem Eis noch mehr als Köln (36).

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Wende im großen Rheinderby?

Am Sonntag bietet sich den Haien nun die nächste Chance, die Rekord-Negativserie zu beenden. Ob dies allerdings ausgerechnet im großen Rheinderby bei der Düsseldorfer EG gelingt, ist aufgrund der Zahlen und zuletzt gezeigten Leistungen nicht wirklich realistisch. Vielleicht droht sogar ein weiterer Tiefpunkt, denn Rudi Völler wusste schon bei seinem legendären Wutausbruch als Bundestrainer 2003 bei Waldemar Hartmann: "Da gibt es immer nochmal einen niedrigen Tiefpunkt." Das passende Spruchband hätten die Fans in diesem Fall ja schon...

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