Ironman-WM auf Hawaii: Laura Philipp läuft vom zehnten auf den zweiten Platz vor
Laura Philipp hat bei der Ironman-WM auf Hawaii die Silbermedaille gewonnen. Die Heidelbergerin arbeitete sich nach einem schwierigen Schwimmauftakt im Marathon von Rang zehn auf den zweiten Platz nach vorne und schaffte damit den dritten Podestplatz in Serie.
11.10.2026 | 08:57 Uhr
Lange sah es nicht nach einer Medaille aus, doch auf ihrer Paradedisziplin drehte Laura Philipp mächtig auf. Die deutsche Triathletin spielte im abschließenden Marathon ihre ganze Stärke aus und profitierte zudem vom dramatischen Einbruch der lange führenden Norwegerin Solveig Lövseth kurz vor dem Ziel.
Laura Philipp hat bei der Ironman-WM auf Hawaii dank einer starken Aufholjagd ihren persönlichen Medaillen-Hattrick geschafft. Die 39-Jährige lief im abschließenden Marathon von Rang zehn aufs zwei nach vorne und schaffte es nach ihren dritten Plätzen 2023 und 2025 zum dritten Mal in Folge auf Big Island aufs Podest. Nach 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen fehlten der Heidelbergerin gut drei Minuten auf die siegreiche US-Amerikanerin Taylor Knibb.
Philipp spricht von einem gefühlten Sieg
Die lange führende Norwegerin Solveig Lövseth brach anderthalb Kilometer vor dem Ziel völlig erschöpft und von Krämpfen geplagt zusammen. Sie musste medizinisch versorgt werden, kämpfte sich dann aber unter großem Jubel gehend noch als Achte ins Ziel. "Ich bin extrem glücklich, es fühlt sich fast wie ein Sieg an", sagte Philipp im ZDF. Mit dem Schwimmen sei es "kein guter Start gewesen. Aber es wurde zum Glück immer besser". Sie sei "unheimlich froh, dass es so ausgegangen ist" und freue sich auf einen "leckeren Kuchen".
Ihren WM-Titel hatte Philipp im Jahr 2024 am zwischenzeitlichen Alternativ-Standort in Nizza gewonnen. Bei den bisherigen vier Auftritten im Ironman-Mekka hatte sie zweimal Bronze geholt und war zweimal Vierte (2019, 2022) geworden. Mit ihrem erneuten Medaillen-Coup setzte die Laufspezialistin auch die schwarz-rot-goldene Serie fort, seit 2008 stand bei der Austragung des Ironman Hawaii immer mindestens eine Deutsche oder ein Deutscher auf dem Podest.
Aufholjagd nach schwierigem Schwimmstart
Philipp hatte in ihrer schwächsten Disziplin extrem mit dem starken Wellengang im Pazifik zu kämpfen und ließ als 30. eine Lücke von achteinhalb Minuten auf die Spitze reißen. Auf dem Rad machte sie mit einer cleveren Renneinteilung Platz um Platz gut, schob sich bis in die Top Ten nach vorne. Der Rückstand nach ganz vorne wuchs aber auf zehn Minuten. Beim Marathon begann dann endgültig die Aufholjagd, schon bei Kilometer 30 übernahm sie Position drei. Als mit dem Ziel vor Augen Lövseth zusammenbrach, rückte Philipp nochmals auf.
Erstmals seit 2019 traten Männer und Frauen am selben Tag auf Big Island an, nachdem die Rennen zuletzt im wechselnden Jahres-Rhythmus auf Hawaii und Nizza aufgeteilt waren.
SID / Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
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