Wagner-Brüder müssen ins Play-in: Orlando Magic zittern um die NBA-Playoffs
Verletzungssorgen, ein bitteres Heimspiel in Berlin und ein ernüchternder Schlusspunkt: Die Orlando Magic müssen nach einer turbulenten Regular Season den Umweg über das Play-in gehen – und mit ihnen die Wagner-Brüder.
14.04.2026 | 12:26 Uhr
Die Analyse kam schon vor dem letzten Spiel der regulären Saison – und sie war unmissverständlich.
"Wir waren das ganze Jahr über einfach nicht konstant genug", sagte Franz Wagner. Der deutsche Basketball-Weltmeister brachte damit das Kernproblem der Orlando Magic auf den Punkt. "Um Spiele zu gewinnen, reicht es nicht, spät den Schalter umzulegen. Wir müssen über 48 Minuten guten Basketball spielen."
Dass genau das weiterhin nicht gelingt, zeigte sich am letzten Spieltag: Gegen ein ersatzgeschwächtes Team der Boston Celtics kassierten die Magic eine 108:113-Niederlage. Die Konsequenz: Orlando verpasst die direkte Playoff-Qualifikation und muss im Play-in-Turnier um seine Chance kämpfen.
In der Nacht auf Donnerstag wartet auswärts bei den Philadelphia 76ers die erste - und möglicherweise entscheidende - Bewährungsprobe.
Magic zur Unzeit außer Tritt
Die Magic gehen angeschlagen in die heiße Phase der Saison. Vor allem Franz Wagner ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent. "Das ist definitiv eine Herausforderung", räumte der 24-Jährige ein. "Aber es macht mehr Spaß als Reha - also nehme ich es gerne in Kauf." Seit Anfang April steht der Berliner wieder regelmäßig auf dem Parkett, doch die fehlende Spielpraxis ist spürbar.
Noch schwieriger ist die Lage bei Bruder Moritz. Der 28-Jährige, der sich nach einem Kreuzbandriss zurück gekämpft hat, findet aktuell kaum noch statt. Seine Einsatzzeiten schrumpften zuletzt drastisch, in den vergangenen Spielen setzte ihn Trainer Jamahl Mosley sogar komplett auf die Bank. „Ich realisiere langsam, dass ich eine neue Rolle habe", sagte Moritz Wagner in seinem Podcast. "Ich will scoren - das ist meine Identität. Aber wir haben viele Jungs, die scoren wollen."
Ein Lichtblick aus deutscher Sicht: Tristan da Silva. In seiner zweiten NBA-Saison konnte der Flügelspieler sich steigern und in nahezu allen wichtigen Statistik-Kategorien zulegen.
Play-in gegen Philadelphia - mit offenem Ausgang
Sportlich ist die Ausgangslage im Play-in offen. Die 76ers müssen ohne Joel Embiid auskommen. Dem früheren MVP wurde nach einer Not-Operation der Blinddarm entfernt. Trotzdem ist Philadelphia keineswegs geschwächt: Mit Tyrese Maxey und Paul George verfügt das Team über reichlich Qualität und Erfahrung.
Für Orlando gilt: Ein Sieg bedeutet den Einzug in die Playoffs. Bei einer Niederlage bleibt immerhin noch eine letzte Chance - dann gegen den Sieger der Partie zwischen Charlotte und Miami. Ein weiterer Ausrutscher würde jedoch einem sportlichen Desaster gleichkommen.
Berlin-Heimspiel als emotionaler, aber kurzer Höhepunkt
Die Niederlage gegen die Celtics fühlte sich wie ein Spiegelbild der Saison an. "Es ist schwierig, wenn Spieler mal da sind und mal nicht", sagte Franz Wagner mit Blick auf das massive Verletzungspech. Er selbst hatte nach starkem Saisonstart im Dezember eine schwere Sprunggelenksverletzung erlitten.
Das Comeback beim ersten regulären NBA-Heimspiel in Berlin im Januar war zwar emotional, sportlich aber riskant. Zwar liefen Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva in der Hauptstadt auf, doch kurz darauf musste Franz Wagner erneut pausieren. "Es war wahrscheinlich etwas zu früh", gab er offen zu.
Auch Moritz Wagner fand nach seiner Rückkehr nie richtig in den Rhythmus. Die erhoffte Konstanz blieb aus - ebenso wie die defensive Stabilität, die Orlando in der Vorsaison ausgezeichnet hatte.
Große Fragen vor einem spannenden Sommer
Nach der Verpflichtung von Desmond Bane waren die Magic mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet - als Geheimfavorit im Osten. Diese Rolle wurde dem Team zu keiner Phase wirklich gerecht. „Wir müssen alle mit mehr Dringlichkeit spielen", forderte Co-Star Paolo Banchero.
Ein frühes Aus im Play-in würde die Diskussionen in Florida anheizen. Ist Jamahl Mosley noch der richtige Trainer? Funktioniert die Offensive mit Banchero und Franz Wagner langfristig? Und wie geht es mit der Kaderzusammenstellung weiter?
Sollte Orlando das Play-in überstehen, wartet in der ersten Playoff-Runde ein echtes Schwergewicht: entweder die Detroit Pistons oder erneut die Boston Celtics - dann allerdings in Bestbesetzung. Klar ist schon jetzt: Ohne die angesprochene Konstanz über 48 Minuten wird für die Magic, und für die Wagner-Brüder, auch dort nicht viel zu holen sein.
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