Franziska Preuß bricht nach dem Staffel-Drama bei Olympia ihr Schweigen
Biathletin Franziska Preuß braucht lange, um die Enttäuschung der Staffel zu verkraften. Erst mehr als einen Tag später meldet sie sich zu Wort - und verrät den Plan für ihr letztes Olympia-Rennen.
19.02.2026 | 17:57 Uhr
Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß konzentriert sich nach ihrem Fehlschuss-Drama in der Frauenstaffel voll auf das letzte Rennen bei den Olympischen Winterspielen in Antholz.
"Ich versuche alles, damit ich am Samstag wieder mit einem Lächeln am Start stehe und einfach die Freude am Biathlon wieder spüre", sagte die 31-Jährige mit Blick auf den abschließenden Massenstart. Auf dem Weg zum letzten großen Auftritt vor dem Karriereende versucht die Bayerin, "den Kopf freizubekommen". Das sei wegen der wenigen Ablenkungsmöglichkeiten aktuell aber nicht ganz so einfach.
Preuß: "Mir tut es wahnsinnig leid"
In Führung liegend hatte Preuß am Mittwoch eine Strafrunde geschossen und das Frauenteam, zu dem auch Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt gehörten, damit wohl um eine Medaille gebracht. Wieder versagten der Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison im entscheidenden Moment die Nerven, Ähnliches geschah schon durch bittere Fehler im letzten Stehendschießen im olympischen Einzel und der Verfolgung. Tief enttäuscht und mit Tränen in den Augen hatte Preuß nach der Staffel wortlos die Südtirol-Arena verlassen. Die Staffel landete nur auf Platz vier und ging leer aus.
Am offiziellen Training einen Tag später nahm sie nicht teil. "Gestern war natürlich kein schöner Tag. Gerade bei einer Staffel ist das immer besonders hart. Mir tut es wahnsinnig leid für die anderen drei Mädels und auch für das ganze Team", sagte Preuß in einem vom Deutschen Skiverband versandten Statement. "Entsprechend war die Stimmung natürlich nicht besonders gut und man braucht auch einfach ein bisschen Zeit, um das zu verdauen."
"Wie ein Blackout, sobald ich auf der Matte stehe"
Preuß machte noch einmal deutlich, wie sehr sie die Situation belastet. Vor allem, weil sie schon den ganzen Winter mit ähnlichen Situationen kämpft. "Man probiert jedes Mal wieder etwas Neues, baut sich wieder auf, und trotzdem ist es dann oft wie ein Blackout, sobald ich auf der Matte stehe", sagte Preuß. "Das ist natürlich nicht schön und tut weh."
Eigentlich war Preuß nach Antholz gereist, um beim letzten Highlight ihrer langen Laufbahn endlich die erste Einzelmedaille zu gewinnen. Das gelang in drei Versuchen bislang nicht, eine Chance bleibt noch. Zum Auftakt hatte die Verfolgungs-Weltmeisterin mit der deutschen Mixed-Staffel Bronze gewonnen. Es ist in neun Rennen das einzige Erfolgserlebnis des Biathlon-Teams, dass das schwächste Olympia-Abschneiden seiner Geschichte fürchten muss. Seit Frauen und Männer 1992 gemeinsam bei Olympia antreten, hatte es immer mindestens zwei deutsche Medaillen gegeben.
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