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Alexander Zverev beschimpft seinen Vater bei Pleite gegen Tsitsipas

"Halt die Klappe!": Zverev entlädt Frust am eigenen Vater

Sky Sport/SID

09.01.2020 | 09:44 Uhr

19:51
Sky Experte Patrik Kühnen analysiert die Probleme von Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev beim ATP Cup. (Videolänge: 19:52 Minuten)

Alexander Zverev ist beim ATP Cup aktuell ein Schatten seiner selbst. Die deutsche Nummer eins präsentierte sich gegen Stefanos Tsitsipas chancenlos - den Frust bekam schließlich der eigene Vater zu spüren.

Dass die deutschen Mannschaft beim ATP Cup schlussendlich mit 2:1 gegen Griechenland gewann, konnte Zverev nicht trösten, hatte er selbst doch völlig indisponiert bereits sein zweites Match in Brisbane verloren. "Ich verstehe es nicht, ich kann nicht aufschlagen", jammerte er nach dem 1:6, 4:6 gegen Griechenlands Nummer eins Stefanos Tsitsipas.

Besser machten es Jan-Lennard Struff (Warstein) und die French-Open-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies (Coburg/Köln) im Doppel. Struff gewann gegen Michail Pervolarakis mit 6:4, 6:1, Krawietz/Mies holten in einem begeisternden Match nach 0:5-Rückstand im Champions Tiebreak den entscheidenden zweiten Punkt mit einem 3:6, 6:3, 17:15 gegen Tsitsipas/Pervolarakis. "Beim 0:5 hab ich schon ein bisschen gebetet", gab Teamkapitän Boris Becker anschließend zu.

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Massive Probleme mit dem Aufschlag

Bei Zverev half am Sonntag auch das Beten nicht. Hatte er bereits bei der Dreisatz-Niederlage gegen den Australier Alex de Minaur am Freitag das Match nach Satzführung noch aus der Hand gegeben, wirkte er gegen Tsitsipas wie von allen guten Tennisgeistern verlassen. Sein erster Aufschlag ließ Zverev völlig im Stich, eine Quote von weniger als 50 Prozent und erneut zehn Doppelfehler trieben den 22-Jährigen zur Raserei. Insgesamt summiert sich die Zahl seiner Doppelfehler aus den ersten beiden Matches auf 24.

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Alexander Zverev hat beim ATP Cup in Brisbane seine zweite Niederlage kassiert. Er unterlag Stefanos Tsitsipas nach 1:13 Stunden mit 1:6, 4:6.

"Wenn der Rhythmus beim Aufschlag nicht da ist, kommt automatisch eine Unsicherheit rein. Wenn diese Unsicherheit länger vorherrscht, besteht die Gefahr, dass sich das manifestiert. Das hat Auswirkungen auf sein gesamtes Spiel", erklärt Sky Experte Patrik Kühnen die Probleme des 22-Jährigen.

Zverev wütet gegen eigenen Papa

Leidtragender war am Sonntag vor allem Zverevs Vater. "Halt die Klappe, was zum Teufel redest du da", brüllte er den hinter ihm in der Box sitzenden Alexander Zverev senior bei offenen Mikros an: "Ich habe keinen Aufschlag mehr, und du erzählst mir irgendeinen Scheiß." Auf russisch wurde Zverev schließlich sogar noch ausfallender.

Mit betretener Miene nahm der neben ihm sitzende Becker den neuerlichen Ausbruch seiner Nummer eins zur Kenntnis, auch als Zverev mit sich selbst weiterplapperte, blieb Becker stumm. "Alles andere klappt, aber der Aufschlag ist weg", klagte Zverev.

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"Das sind nicht die Bilder, die wir von Alexander Zverev sehen wollen", so Kühnen, "wenn er sogar an seinem Vater und Boris Becker den Frust entlädt. Er ist so gefangen in der Situation. Da gilt es, einen Weg heraus zu finden. Das ist schwer, da tut er mir schon fast leid."

Körpersprache passt nicht

Zverev ließ sich von Tsitsipas viel zu sehr in die Defensive drängen, er stand zwei Meter hinter der Grundlinie und versuchte gar nicht erst, seinem Spiel einen anderen Dreh zu geben. Sein Aufschlag blieb statisch: kein Kick, kein Slice, und das gewohnte Draufhämmern endete viel zu oft im Netz oder im Aus. "Was soll ich tun?", fragte Zverev beim Seitenwechsel und saß wie ein Häufchen Elend zusammengekauert auf seinem Stuhl, das Gesicht in beiden Händen vergraben.

Diese Körpersprache macht Zverev bei seinen Gegnern angreifbar. "Sie wird beeinflusst durch die negativen Gedanken, die er hat. Da wird dann oft der Kopf hängengelassen", analysiert Kühnen: "Er ist ein großartiger Spieler, aber natürlich wird das auch von seinen Gegnern wahrgenommen."

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Sky Tennis Experte Patrik Kühnen fasst den dritten Tag des ATP Cups zusammen. (Videolänge: 02:27 Minuten)

Weg aus der Krise gesucht

Neben der mentalen Komponente sei aber auch die schlechte Vorbereitung ein Grund für die schwachen Auftritten in Brisbane. "Er hat selbst gesagt, dass er im Vorfeld zu wenig trainiert hat, um einen optimalen Rhythmus zu finden", so Kühnen.

Dennoch werde Zverev mit Training alleine nicht aus der Krise herauskommen. Das mentale Thema sei "schon sehr lange präsent. Da muss man schauen, was man da tun kann."

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