Check-up zum Masters in Shanghai und Zverevs Weg zur Nummer eins
2026 ist das magische Jahr von Alexander Zverev. Nach seinen Grand-Slam-Titeln bei den French und den US Open winkt nun auch noch die Nummer eins der Weltrangliste. Der aktuelle Spitzenreiter Jannik Sinner musste aufgrund anhaltender Knieprobleme seine Saison bereits beenden.
07.10.2026 | 15:48 Uhr
Schade für alle Sinner-Fans und den Tennissport, aber nun ist der Weg komplett frei für Zverevs Krönung als 30. Weltranglistenerster in der ATP-Historie. Der schnellste Weg dazu wäre ein Titel in Shanghai und dann auch noch ein Halbfinale in Wien.
Hier kommt unser Sky Sport Check-up zum Masters in Shanghai mit unseren Kommentatoren und Reportern Nicky Geuer, Lisa Halfmann, Andreas Thies, Marcel Meinert, Stefan Hempel und Paul Häuser.
Alexander Zverev Update:
Andreas Thies: "Alexander Zverev wird sich aller Voraussicht nach seinen Traum von der Nummer eins der Weltrangliste erfüllen. In Shanghai wird ihm wohl nur ein Sieg genügen, um spätestens nach den ATP-Finals den Platz an der Sonne von Jannik Sinner zu übernehmen. Dessen verletzungsbedingte Absage für den Rest der Saison macht es möglich. Zverev ist in dieser Saison fit geblieben und er war der konstanteste Spieler über die bisherigen knapp zehn Monate. In seinem ersten Match warten Michael Zheng oder Yibing Wu, auf einem Weg ins Finale in Shanghai würden wahrscheinlich Ben Shelton oder Novak Djokovic warten, wenn er antritt. Seine Angstgegner sind in der unteren Hälfte. Die Auslosung meint es gut mit dem 29-Jährigen, ein Finaleinzug, vielleicht auch der Turniersieg, ist vorstellbar."
Favoritencheck Herren:
Lisa Halfmann:
Nummer 1: Alexander Zverev.
Die Ausgangslage ist ganz einfach erklärt: Gewinnt Alexander Zverev in Shanghai eine Runde, wird er am Ende des Jahres ganz sicher die Nummer eins. "Ich habe momentan eine große Motivation zu spielen. Natürlich ist die Nummer eins ein Thema. Ich will aber im Moment bleiben und mich auf das konzentrieren, was ich kontrollieren kann. Es ist ganz einfach: Das nächste Match ist das wichtigste und darauf fokussiere ich mich", so der Deutsche vor dem Turnierstart. Als Topgesetzter startet er gegen den Chinesen Wu oder den Amerikaner Zheng ins Turnier. Die Bilanz für Zverev in Shanghai ist durchwachsen. Sein bestes Ergebnis war das Finale 2019. Im vergangenen Jahr scheiterte er bereits im Achtelfinale an Arthur Rinderknech.
Nummer 2: Carlos Alcaraz.
Spätestens jetzt ist klar: Carlos Alcaraz ist zurück auf der Tennisbühne. Bei seinem zweiten Turnier nach fast fünfmonatiger Verletzungspause sichert er sich in Tokio ATP Titel Nummer drei in diesem Jahr. Das Masters in Shanghai fehlt ihm bislang noch in seiner Sammlung, bei seinen bisherigen zwei Auftritten kam er nicht weiter als das Viertelfinale. Seine Auslosung ist auf den ersten Blick der machbarste Weg der drei Favoriten, weil Zverev und Djokovic in der anderen Hälfte stehen. Alcaraz beginnt gegen J.M. Cerundolo oder einen Qualifikanten, danach geht es unter anderem über Buse bzw. Tommy Paul/ Valentin Vacherot Richtung Viertelfinale.
Nummer 3: Novak Djokovic.
Viermaliger Shanghai-Champion und der 102. ATP-Titel aus Peking im Gepäck: Novak Djokovic spielt sich weit nach oben auf die Favoritenliste. Seine Bilanz auf chinesischem Boden ist bemerkenswert: 34-0 Siege in Peking. 2012, 2013, 2015 und 2018 Titel in Shanghai, dazu hat er in 10 seiner 11 Teilnahmen beim Masters mindestens das Halbfinale erreicht. Wie immer die Frage: In welcher körperlichen Verfassung ist der 39-Jährige. Fünf Matches aus Peking in den Knochen und eine anspruchsvolle Auslosung warten auf den Djoker. Zum Auftakt kann es bereits gegen Hubert Hurkacz gehen. Anschließend wartet voraussichtlich Lorenzo Musetti."
Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann und Daniel Altmaier - Update
Marcel Meinert: "Die 'zweite deutsche Reihe' umfasst beim Masters in Shanghai gleich drei Spieler - und alle haben anspruchsvolle, aber auch attraktive aufgaben vor sich. Daniel Altmaier, der in diesem Jahr kein Grand-Slam-Match gewann, testet Comebacker Holger Rune. Der Deutsche braucht nach der Niederlage in der Qualifikation von Peking gegen den 458. Der Weltrangliste Cui Jie (China) dringend ein Erfolgserlebnis. Auf den Sieger der Partie wartet kein Geringerer als US-Open-Finalist Ben Shelton.
Yannick Hanfmann hat erst beim Masters in Kanada Flavio Cobolii in die Schranken gewiesen. Jetzt hat er gegen den Polen Kamil Majchrzak, dem Schützling von Christopher Kas ein ganz toughes Match mit drei Tiebreaks gewonnen und sich so ein sehr interessantes Match gegen Frances Tiafoe erarbeitet. Gegen Tiafoe gewann Hanfmann vor einem Jahr bereits in Shanghai.
Der Formstärkste aus dem Trio scheint aber aktuell Jan-Lennard Struff zu sein. Bei den schnellen Bedingungen in Shanghai darf er sich gegen Martin Landaluce durchaus etwas ausrechnen. Anschließend würde in seinem ersten Match nach seiner Disqualifikation von Peking Daniil Medvedev warten."
Dark Horses - Players to watch:
Nicky Geuer: "Roman Safiullin."
Paul Häuser: "Stefanos Tsitsipas."
Stefan Hempel: "Stefanos Tsitsipas."
Andreas Thies: "Hubert Hurkacz."
Lisa Halfmann: "Holger Rune."
Marcel Meinert: "Bu Yunchaokete."
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.