Tamara Korpatsch gewinnt gegen Wang Xinyu bei French Open
Plötzlich stand die Gegnerin auf der Seite von Tamara Korpatsch und diskutierte - doch die Hamburgerin blieb cool.
27.05.2026 | 13:54 Uhr
Nach einem 6:2, 2:6, 6:3-Erfolg in einem phasenweise hitzigen Duell mit der chinesischen Weltranglisten-34. Wang Xinyu steht die 31-Jährige erstmals in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers.
Viele enge Entscheidungen waren im ersten Satz zugunsten von Korpatsch ausgefallen, was ihre angeschlagen wirkende Kontrahentin zunehmend wurmte. Beim Stand von 5:2 für Korpatsch verlor Wang dann ein Stück weit die Nerven und kontrollierte einen Abdruck auf der Spielhälfte der Deutschen - was nicht erlaubt ist und ihr prompt eine Verwarnung einbrachte. Nach dem Match gab es keinen Handshake zwischen beiden Spielerinnen.
Korpatsch, die auf Platz 7 der Anlage von Roland Garros erneut mit einer Sonnenbrille spielte, hatte zuvor die vielen Fehler ihrer favorisierten Kontrahentin konsequent genutzt. Sie ließ sich auch von Wangs Manövern nicht aus dem Rhythmus bringen, sicherte sich den ersten Satz und blieb auch danach dran.
In Eva Lys will eine weitere Hoffnungsträgerin im Fraueneinzel am Mittwochabend folgen, die 24-Jährige trifft auf die erfahrene Rumänin Sorana Cirstea. In der ersten Runde waren bereits Laura Siegemund, Tatjana Maria und Ella Seidel ausgeschieden.
Korpatsch jubelt dagegen über ihren Erfolg. Die Weltranglisten-95., die von ihrem Vater trainiert wird, hat sich ihre Karriere im Familienkreis aufgebaut. "Es war ein sehr harter Weg für uns. Wir haben damals im Auto geschlafen, gezeltet", sagte sie zuletzt in Paris: "Wir haben wirklich keine Hilfe bekommen von irgendwem, keine Wildcards und einfach keine Unterstützung."
Vom Deutschen Tennis Bund (DTB) fühlt sie sich insgesamt über die Zeit ihrer Karriere wenig beachtet. Korpatsch betonte allerdings, dass sie die Berufung von Torben Beltz zum Bundestrainer gut finde. Beltz saß auch bei ihrem Duell mit Wang auf der Tribüne und fieberte mit.
Swiatek strauchelt - und kommt weiter
Fehlerhaft in die dritte Runde: Die viermalige Turniersiegerin Iga Swiatek hat auch ihr zweites Match bei den French Open gewonnen, dabei aber keine gute Leistung gezeigt. Die Polin siegte gegen Sára Bejlek aus Tschechien letztlich 6:2, 6:3.
Swiatek schien bei großer Hitze in Paris Probleme mit den äußeren Bedingungen zu haben - insbesondere im zweiten Satz. Zahlreiche Bälle verschlug sie teilweise deutlich, ihre limitierte Gegnerin konnte das aber nicht entscheidend nutzen.
Swiatek hatte sich minutiös vorbereitet auf das Turnier und unter anderem mit Sandplatzkönig Rafael Nadal gearbeitet. Auch sie hatte sich angeschickt, sich eine Aura der scheinbaren Unbesiegbarkeit in Paris zu erarbeiten. 2025 scheiterte sie nach drei Triumphen in Folge aber im Halbfinale und hat den festen Vorsatz, diesmal ihre besondere Klasse wieder unter Beweis zu stellen.
Weiter geht es für die Weltranglistendritte, die neben Titelverteidigerin Coco Gauff aus den USA und der WTA-Nr. 1 Aryna Sabalenka zum engsten Kreis der Favoritinnen gehört, in der dritten Runde gegen Jelena Ostapenko aus Lettland oder ihre Landsfrau Magda Linette.
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