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Tennis News: Glanz bröckelt: Topstars machen Bogen um Olympia

Der Glanz bröckelt: Tennis-Topstars machen Bogen um Tokio

SID

18.07.2021 | 14:11 Uhr

Die Tennis-Superstars Roger Federer und Rafael Nadal nehmen nicht an Olympia teil.
Image: Die Tennis-Superstars Roger Federer und Rafael Nadal nehmen nicht an Olympia teil.  © Getty

Kein Rafael Nadal, kein Roger Federer, keine Serena Williams - dem olympischen Tennisturnier in Tokio kommt zunehmend Glanz abhanden.

Roger Federer, Rafael Nadal und Serena Williams haben zusammen 63 Grand-Slam-Titel gewonnen. Sie sind echte Superstars mit einer Strahlkraft, die weit über das Tennis hinausreicht. In Tokio werden alle drei fehlen. Die Olympischen Spiele passen etlichen Hochkarätern kaum in den vollgepackten Kalender - Corona kommt erschwerend dazu. Der Glanz des Turniers im Zeichen der Ringe bröckelt.

Federer sagt Olympia ab

"Es ist schade, dass der große Roger Federer nicht dabei sein kann, aber bei ihm ist es das Knie und nicht das Virus", sagte IOC-Präsident Thomas Bach am Mittwoch: "Trotzdem werden wir großen Sport sehen. Neue Stars werden geboren, neue Legenden entstehen - wie bei allen Olympischen Spielen."

Schon jetzt haben bei den Männern zehn Profis der Top 20 ihren Verzicht erklärt, auch bei den Frauen fehlen zahlreiche prominente Gesichter. Für Novak Djokovic, seit Sonntag Grand-Slam-Rekordchampion auf einer Stufe mit Federer und Nadal, ist es eine "50:50-Entscheidung", ob er in die japanische Hauptstadt fliegt. Die deutsche Hoffnungsträgerin Angelique Kerber, eingeplant für Einzel und Mixed mit Alexander Zverev, grübelt ebenfalls noch.

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Federer fügte seiner verletzungsbedingten Absage am Dienstag emotionale Worte mit Blick auf die Spiele an. Es sei jedes Mal "eine Ehre und ein Highlight" seiner Karriere gewesen, die Farben der Schweiz zu vertreten, sagte der Goldmedaillengewinner im Doppel von Peking. Nadal, der 2008 im Einzel ganz oben auf dem Siegertreppchen stand und in Rio 2016 im Doppel triumphierte, betonte, die Olympischen Spiele hätten ihm "immer viel bedeutet" und eine "Priorität" in seinem Sportleben genossen. Auch er sah sich nun aber körperlich nicht in der Lage, auf Topniveau mitzumischen.

Auch Shapovalov und Ruud nicht in Tokio dabei

Federer wird am 8. August, dem letzten Tag der Spiele, 40 Jahre alt. Williams ist 39, Nadal 35 - alle drei müssen sich selbstredend im engen Wettkampfkalender immer mehr Pausen einräumen. Aber auch junge Leute wie Denis Shapovalov (Kanada/ATP-10.) oder Casper Ruud (Norwegen/ATP-16.) machen einen Bogen um Tokio. Denn es gibt Faktoren, die im Tennis wie offensichtlich auch im Fußball für Skepsis sorgen.

In dem Multimillionen-Business ist die Faszination von olympischem Edelmetall deutlich geringer als bei Sportlern, die sonst nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen, die ihre ganze Karriere auf das internationale Topevent ausrichten. Es zählen vor allem die Grand Slams im Tennis - sowohl in Bezug auf das Prestige als auch die Einnahmen.

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Die drastischen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Japan tun ihr Übriges. Die Tennisprofis haben schon etliche große Veranstaltungen in den sogenannten "Bubbles" hinter sich und entsprechend wenig Lust auf weitreichende Einschränkungen - so angebracht sie auch sein mögen. Das Finale in Wimbledon fand zuletzt auf einem ausverkauften Centre Court statt, im Ariake Tennis Park von Tokio wird wieder gähnende Leere herrschen.

Struff & Zverev schlagen in Tokio ab

"Das ist sehr schade", sagte auch Jan-Lennard Struff, der für Deutschland im Einzel und im Doppel mit Zverev aufschlagen wird. Maßnahmen im Olympischen Dorf wie Plexiglasscheiben zwischen den Athleten beim Essen empfindet der 31-Jährige als "krass, vielleicht ein bisschen überzogen".

Struffs Vorfreude ist dennoch ungebrochen, für ihn war eine Absage kein Thema: "Ich freue mich, dort für Deutschland antreten zu dürfen. Es ist eine Ehre."

Sport-Informations-Dienst (SID)

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