Zverev schreibt Tennis-Geschichte: Deutscher erstmals seit Becker die Nummer eins
Alexander Zverev hat Tennis-Geschichte geschrieben. Durch seinen Viertelfinaleinzug beim ATP-Turnier in Wien wird der 29-Jährige erstmals die Nummer eins der Weltrangliste und ist damit der erste deutsche Profi seit Boris Becker 1991 an der Spitze des Rankings.
29.10.2026 | 20:25 Uhr
Die großen Titel hatte Alexander Zverev in diesem Jahr bereits gewonnen, nun folgt die nächste Krönung. Nach seinem Erfolg gegen Tallon Griekspoor in Wien steht fest: Der Hamburger wird erstmals die Weltrangliste anführen und erreicht damit eines der bedeutendsten Ziele seiner Karriere.
Mit einem breiten Grinsen breitete Alexander Zverev die Arme aus, dann fiel die neue Nummer eins der Welt dem stolzen Papa um den Hals. Der Hamburger hat in seinem Traumjahr den nächsten großen Meilenstein erreicht und den Thron im Männertennis erklommen. Dank seines Viertelfinaleinzugs beim ATP-Turnier in Wien wird Zverev ab Montag erstmals die Weltrangliste anführen - er ist der erst zweite deutsche Profi nach Boris Becker 1991, dem dieses Kunststück gelingt.
"Es ist unfassbar, ein besonderes Gefühl. Hier auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass ich am Montag Nummer eins der Welt bin: Das ist eines der besten Gefühle auf der Welt", sagte Zverev noch auf dem Court.
Traum geht in Erfüllung
Dass Zverev den Italiener Jannik Sinner überholen und die Saison an der Spitze beenden würde, hatte ohnehin bereits festgestanden, doch die Frage nach dem Zeitpunkt blieb bis zum Donnerstagabend unbeantwortet. Dann bezwang Zverev im Achtelfinale den Brüssel-Gewinner Tallon Griekspoor und erfüllte sich rund fünfeinhalb Monate nach seinem ersten Grand-Slam-Titel den nächsten großen Karrieretraum.
Mit 6:4, 7:5 schlug Zverev den Niederländer in einer gegen Ende enorm unterhaltsamen Partie. Im Viertelfinale wartet auf den 29-Jährigen auf der Jagd nach seinem 27. ATP-Titel am Freitag ein Duell mit dem britischen Wimbledon-Halbfinalisten Arthur Fery.
30. Spieler an der Nummer eins der Welrangliste
Zverev ist der 30. Spieler, dem seit Einführung des Rankings 1973 der Sprung an die Spitze gelingt. Nach seinen erlösenden Major-Titeln in Paris und bei den US Open in New York ist die "Einzel-Karriere" des Tokio-Olympiasiegers nun vollendet - lediglich der Titel im Davis Cup mit dem deutschen Team, den sich Zverev im November krallen könnte, fehlt nun noch in der Sammlung.
"Für mich ist es tatsächlich nicht so ein Riesenthema im Kopf", hatte Zverev noch vor der wegweisenden Partie gesagt, obwohl sich ihm die Chance bot, eine 35 Jahre lange deutsche Durststrecke zu beenden. "Ich denke darüber momentan wirklich nicht nach, weil ich weiß, dass es passieren wird."
Frühes Break
Gleich im ersten Spiel der Partie gelang Zverev das Break, danach hielten beide Spieler ihren Service, ehe der Hamburger den Satz nach 40 Minuten mit einem Ass entschied. Im zweiten Satz wehrte der Niederländer früh einen Breakball ab, agierten beide bei eigenem Aufschlag weiterhin äußerst dominant. Beim Stand von 5:5 lieferten sie sich einige spektakuläre Ballwechsel, letztlich gelang Zverev das vorentscheidende Break.
Kurios: Kurz vor dem Sieg musste sich Zverev gedulden - eine defekte Werbebande verzögerte den Matchball, den Zverev letztlich per Ass nach 1:35 Stunden souverän verwandelte.
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