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EM 2018: Lückenkemper sprintet zu Silber

Erste Medaille seit 2010 über 100 Meter

08.08.2018 | 10:56 Uhr

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Lückenkemper nach Silber-Coup: Geiler geht's nicht!

Sprinterin Gina Lückenkemper hat bei der Leichtathletik-EM in Berlin Silber über 100 m und damit die erste Medaille für das deutsche Team gewonnen.

Gina Lückenkemper schlug die Hände vors Gesicht und vergoss mit der Deutschland-Fahne auf den Schultern Freudentränen: Mit Silber im 100-m-Finale der Leichtathletik-EM in Berlin ist Deutschlands Sprint-Aufsteigerin in den siebten Himmel gespurtet.

Die 21 Jahre alte Senkrechtstarterin musste sich an einem fast perfekten Abend nur der Britin Dina Asher-Smith geschlagen geben - nach ihrem größten Karriereerfolg war die Leverkusenerin nicht mehr einzufangen.

"Das ist einfach der Wahnsinn, ich bin überglücklich", jubelte Lückenkemper am Stadion-Mikro, nachdem sie um Punkt 21.33 Uhr unter dem tosenden Jubel von rund 40.000 Zuschauern in starken 10,98 Sekunden ins Ziel gestürmt war und dem deutschen Team die erste Medaille beim Heimspiel beschert hatte.

Asher-Smith nicht zu schlagen

Dass die überragende Asher-Smith mit der Jahresweltbestleistung von 10,85 Sekunden nicht zu schlagen war, konnte die grenzenlose Freude der selbst ernannten "Kampfsau" Lückenkemper nicht schmälern - sie wollte die ganze Welt umarmen. "Ich habe jede Sekunde einfach genossen. Das ist ein unfassbar emotionaler Moment für mich, unfassbar", sagte sie im ZDF: "Man kann sich das noch so oft vorstellen, in der Realität ist alles anders."

Dina Asher-Smith (Mitte) war nicht zu schlagen.  Gina Lückenkemper (l.) sprintet auf Rang zwei.
Image: Dina Asher-Smith (Mitte) war nicht zu schlagen. Gina Lückenkemper (l.) sprintet auf Rang zwei. © DPA pa

Lückenkemper fing nach schwachem Start im Finale kalt wie eine Hundeschnauze noch die große Niederländerin Dafne Schippers ab. Die Titelverteidigerin und Europarekordlerin über 200 m landete mit 10,99 Sekunden hauchdünn hinter Lückenkemper, die endgültig zumindest in Europas Topklasse angekommen ist.

Sailer holte 2010 letzte Medaille über 100 m

2010 hatte Verena Sailer bei der EM in Barcelona gar Gold geholt - war mit 11,10 Sekunden aber damals deutlich langsamer als ihre legitime Nachfolgerin. Teil eins ihres großen EM-Ziels - eine Medaille im Einzel, eine mit der Staffel - hat Lückenkemper nun bereits erfüllt.

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Lückenkemper, die als eine der zwölf schnellsten gemeldeten Europäerinnen nicht am Montag im Vorlauf hatte antreten müssen, hatte im Halbfinale überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten und lief in 10,98 Sekunden die zweitbeste Zeit ihrer Karriere - ihre persönliche Bestleistung aus dem Vorlauf der WM 2017 in London verfehlte sie nur um drei Hundertstel. "Das war ein geiles Rennen, sagte die Westfalin, nachdem sie nur Asher-Smith (10,93) auf dem Weg ins Finale den Vortritt lassen musste.

Storl stößt sich zu Bronze

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Titelverteidiger David Storl hat bei der Heim-EM in Berlin Bronze im Kugelstoßen gewonnen.

Lückenkemper gehört die Zukunft

Lückenkemper gehört die Zukunft, so oder so: Bei der WM in London war sie im Vorjahr im Vorlauf sensationelle 10,95 Sekunden gelaufen. Als erst siebte deutsche Sprinterin war sie unter der magischen Grenze von elf Sekunden geblieben - nach fünf DDR-Sprinterinnen und der ebenfalls aus dem ostdeutschen Sportsystem stammenden Katrin Krabbe.

In London war dann aber im Halbfinale Schluss - auch weil sie sich zwischen Vor- und Vorschlussrunde zu einem durchaus unterhaltsamen, wenngleich nicht unbedingt zur Konzentration beitragenden Auftritt hinreißen ließ. "Selbstvermarktung ist mir schon immer leicht gefallen, weil ich Spaß daran habe und selbst gern rede", sagte Lückenkemper.

Diesmal galt Lückenkempers Konzentration ganz dem sportlichen Geschehen in Berlin, auch wenn dies angesichts des Trubels um das neue Gesicht der deutschen Leichtathletik nicht ganz einfach war. "Der Druck belastet mich nicht", hatte Lückenkemper gesagt: "Es gibt mir einfach Auftrieb, hier daheim, in meinem Stadion zu laufen.". (sid)

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