Die Welt nimmt Abschied von Lauda - Hamilton begleitet Sarg
Im Wiener Stephansdom
08.06.2019 | 17:00 Uhr
Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda war am 20. Mai gestorben. Am Mittwoch erhielten Fans und Freunde des 70-Jährigen die Möglichkeit, sich von ihm zu verabschieden.
Lewis Hamilton faltete andächtig die Hände. Nico Rosberg hatte Tränen in den Augen. Alain Prost ließ trauernd die Schultern hängen. Und Lukas Lauda klammerte sich an einen roten Helm, als der Sarg seines Vaters Niki Lauda um 14.44 Uhr aus dem Stephansdom getragen wurde. Tausende Menschen harrten in diesem Moment trotz Kälte und strömendem Regen vor der Kathedrale in Wien aus, um der verstorbenen Formel-1-Legende die letzte Ehre zu erweisen.
Es war eine bewegende Trauerzeremonie, mit der sich die Welt von Lauda, der einen Rennoverall trug, verabschiedete. Seine Witwe Birgit und die Zwillinge Mia und Max schauten einfach nur traurig, als der Sarg des Ehemanns und Vaters nach dem Requiem in den Leichenwagen geschoben wurde. Im Hintergrund läutete die "kleine Pummerin", eine Glocke des Stephansdoms. Eine Polizeieskorte begleitete Lauda auf seinem letzten Weg. Die Beisetzung des dreimaligen Weltmeisters fand anschließend im engsten Familienkreis statt.
Tausende Fans am Stephansdom
"Es gibt Champions, Leute mit Erfolgen, aber hier verlieren wir einen Ehrenmann, der sich nie beschwert hat - über das Leben, sein Befinden, seinen Unfall", hatte Ex-Weltmeister Prost über seinen ehemaligen Teamkollegen Lauda gesagt. Und wie der Franzose wollten sich so viele von dem ganz großen Österreicher verabschieden, der am 20. Mai im Alter von 70 Jahren verstorben war.
Neben Hamilton, Rosberg, Prost und Co. waren auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, Formel-1-Boss Chase Carey und FIA-Präsident Jean Todt zur Trauerfeier für den ehemaligen Aufsichtsratschef des Silberpfeil-Rennstalls gekommen. Aber auch die Ski-Stars Hermann Meier und Franz Klammer, Schauspieler Daniel Brühl, der Lauda in dem Film Rush darstellte, sowie Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Altkanzler Sebastian Kurz und Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger waren unter den rund 300 Ehrengästen.
"Sterben ist nicht nur Verlust. Für uns Christen kann sterben auch Ankommen und Heimkommen bedeuten. Wir beten in dieser Stunde, dass Niki angekommen ist", sagte Dompfarrer Toni Faber, der das Requiem leitete. Prost las aus dem Buch Jesaja. Für einen sehr bewegenden Moment sorgten dann Laudas jüngste Kinder, die erst zehnjährigen Zwillinge Max und Mia, die Fürbitten vortrugen.
Gerhard Berger und Arnold Schwarzenegger mit Reden
Bundespräsident Van der Bellen ("Seine Titel gaben Österreich Selbstbewusstsein und haben uns stolz gemacht"), Ex-Kanzler Kurz ("Er hatte immer wieder die Kraft aufzustehen"), Schwarzenegger ("Er hatte keine Limits") sowie der ehemalige Rennfahrer Gerhard Berger ("Ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor Dir") hielten kurze Reden. Hunderte Sitzplätze und rund 3000 Stehplätze im Dom waren für Lauda-Fans vorgesehen, die um "Niki Nationale" trauen wollten.
Schon am Morgen war Laudas Sarg um 8:00 Uhr von Birgit Lauda und seinen ältesten Söhnen Lukas und Mathias empfangen worden. Anschließend wurde Lauda unter dem Geläut der Heidenturm-Glocken in der sogenannten Vierung öffentlich aufgebahrt. Zum ersten Mal wurde einem Sportler eine solche Ehre zuteil.
Birgit Lauda legte einen Lorbeerkranz auf den Sarg, Lukas Lauda postierte einen Helm des Vaters darauf. Fotos von Lauda, zahlreiche Blumenkränze und sechs große weiße Kerzen standen um den Sarg herum. Auch die Familie von Rekordweltmeister Michael Schumacher ließ einen Kranz aufstellen. "Einmal sehen wir uns wieder. Deine Schumis", war darauf zu lesen.
300 Ehrengäste
Tausende Fans und Wegbegleiter strömten danach in den Dom. Selbst im schlimmsten Schmuddelwetter bildeten sich draußen lange Warteschlangen. Zur Erinnerung an Lauda erhielten die Kondolierenden auch Gedenkbilder mit dem Spruch "Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen". Um 11:30 Uhr endete die öffentliche Aufbahrung, nicht alle Wartenden erhielten wegen des riesigen Andrangs Einlass.
Kurz nach 13 Uhr begann dann die bewegende Trauerfeier. Als Laudas Sarg hinterher davongefahren wurde, legte Hamilton noch Lukas Lauda, dem Sohn seines guten Freundes, zum Trost den Arm um die Schulter.