Formel 1: Mercedes vor McLaren-Dilemma wegen Russell und Antonelli?
Mercedes feierte in China den nächsten Sieg. Für Kimi Antonelli war es ein ganz besonderer: sein erster in der Formel 1.
17.03.2026 | 19:08 Uhr
Zwei Rennen, zwei Siege für Mercedes. Was nach einem absoluten Traum-Start für die Silberpfeile in die neue Formel 1-Saison klingt, könnte ihnen noch zum Verhängnis werden.
Wären wir im Tennis, würde es zwischen George Russell und Kimi Antonelli nach zwei gespielten Sätzen 1:1 stehen. Wir sind aber nicht im Tennis, sondern in der Formel 1. Der Brite und der Italiener spielen nicht gegeneinander, sondern sind im gleichen Team - bei Mercedes. Doch wenn es nach Formel 1-Ikone David Coulthard geht, ist Schluss mit Teamgeist und Freundschaft beim britisch-italienischen Duo: "Nun, damit es ist jetzt vorbei. Es ist vorbei, weil George jetzt weiß, dass es eine reelle Gefahr für den WM-Titel gibt", so Coulthard im Podcast "Up to Speed".
Coulthard: "Sein Erfolg ist deine Niederlage"
Nachdem Russell das erste Rennen der Saison für sich entschieden hatte, zog Antonelli am Wochenende mit seinem Sieg in China nach. Coulthard erklärt: "Der Name Teamkollege ist eine Fehlbezeichnung. Er ist nicht dein Kollege. Sein Erfolg ist deine Niederlage."
Welche Konsequenzen ein solcher teaminterner Konkurrenzkampf für einen Rennstall haben kann, zeigte vergangene Saison McLaren. Papaya hatte auf eine Stallorder verzichtet - so fuhren die beiden Piloten Lando Norris und Oscar Piastri nicht mit, sondern gegeneinander. Das sollte Mercedes eine Lehre sein. Der britische Vizeweltmeister von 2001 erklärt: "McLaren hatte es geschafft, beiden ein Auto zu liefern, mit dem sie die Weltmeisterschaft gewinnen können. Und am Ende fehlten Max [Verstappen, a. d. Red.] nur ein paar Punkte."
Mercedes vor McLaren-Dilemma?
Also Aus mit der Harmonie beim Mercedes-Dream-Team? Ein klares Ja, wenn es nach Coulthard geht: "Es könnte das einzige Mal sein, dass Mercedes ihnen einen Vorteil verschafft. Da gibt es nichts zu beschönigen: George weiß hinter seiner Fassade und dem Lob an Antonelli ganz genau, dass Kimi in den nächsten Rennen seinen Vorteil suchen wird." Dass dem 19-jährigen Italiener jede Menge zuzutrauen ist, weiß auch Red Bull-Konkurrent Max Verstappen. "Das wird nicht sein letzter Sieg sein", so der viermalige Weltmeister nach Antonellis Sieg am Sky Sport Mikrofon.
Dann kommen wir doch noch mal zurück zum Tennis: 1:1 nach zwei gespielten Sätzen - so also der Zwischenstand im Russell-Antonelli-Grand-Slam. Wären wir im Tennis, wäre Italien oben auf: Die Tennis-Weltspitze wird angeführt von einem Italiener - Jannik Sinner. Aber wir sind ja nicht im Tennis, sondern in der Formel 1.
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