Formel 1: Was Hamilton beim Rennen in Spa zum Verhängnis werden könnte

Zittern vor Runde 1: Warum Spa kein Selbstläufer für Hamilton wird

Lewis Hamilton & Co. müssen sich künftig bei der Siegerehrung umstellen.
Image: Lewis Hamilton und Mercedes stellen sich auf ein enges Rennen ein. Sky überträgt ab 14 Uhr live!  © Imago

Das Qualifying von Lewis Hamilton glich einer Machtdemonstration. Trotz seiner Fabelzeit dürfen sich Fans gleich aus mehreren Gründen auf ein spannendes Rennen einstellen.

Ricciardo und Verstappen mit mehr Top-Speed

6 bzw. 8 km/h fehlender Top-Speed machen Hamilton in Spa verwundbar. Zumindest in Runde eins. "Die Anfahrt zu Kurve 5 könnte einer der besorgniserregenderen Momente unseres Rennens werden", befürchtet Mercedes' Chef-Renningenieur Andrew Shovlin: "Weil wir von den Top 4 das langsamste Auto sind. Das hinzubekommen, wird eine Herausforderung."

Verstappen, der direkt hinter den beiden Mercedes von Startplatz drei ins Rennen geht, ist 6 km/h schneller als Hamilton und Teamkollege Bottas. Dazu hat der Red-Bull-Pilot ein paar Zehntel Windschatten auf seiner Seite. Bis zur besagten Kurve 5 entspricht das ein paar Wagenlängen. Dahinter steht Ricciardo im Renault, der noch einmal schneller unterwegs ist (8 km/h).

Sky überträgt am heute ab 14 Uhr live auf Sky Sport 1 HD und Sky Sport UHD.

Schlechte Erfahrungen von der Spa-Pole 2018

Dass die Pole in Spa nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, erfuhr Hamilton am eigenen Leib vor zwei Jahren. Als er 2018 hier ebenfalls von Startplatz eins in Rennen ging, lief bis zur berühmten Eau Rouge alles glatt, dann kam Sebastian Vettel aus dem Windschatten und ließ dem Briten keine Chance. Beinahe wäre er damals sogar hinter die Racing Points zurückgefallen.

Eine erste Runde am seidenen Faden also? "Du bist natürlich auf der Pole-Postion einigermaßen ungeschützt. Das spielt in unseren Überlegungen eine Rolle", gibt Teamchef Toto Wolff zu. "Das wird ein anstrengender Abschnitt des Rennens. Aber wenn wir das überleben, ist die Ausgangssituation mit zwei Autos in Führung sehr komfortabel", gibt sich Chef-Renningenieur Shovlin dennoch optimistisch.

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Konkurrenz im ersten und dritten Sektor stärker

Doch auch ein weiterer Fact macht speziell Ricciardo Hoffnung, dass er für eine Überraschung sorgen kann. Er wittert aufgrund der Performance in den verschiedenen Strecken-Sektoren seine Chance und gibt sich angriffslustig: "Max und die zwei Mercedes fahren meistens in ihrer eigenen Liga. Aber wir haben einen starken ersten und dritten Sektor. Wenn ich sie überholen kann, kann ich mich vielleicht auch verteidigen. Sie sind zwar im zweiten Sektor viel besser, aber dort kannst du nicht so leicht überholen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, ihnen das Leben schwer zu machen."

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Und tatsächlich: Im ersten Sektor war Hamilton am Samstag um 0,085 Sekunden langsamer als Ricciardo. Im dritten Sektor verlor er sogar 0,207 Sekunden. Im kurvenreichen Mittelsektor ist der Weltmeister zwar um satte 1,128 Sekunden schneller gewesen als der Australier, dort gibt es aber eben deutlich weniger Möglichkeiten zum Überholen.

Teamkollege Bottas nicht vergessen!

Im Eifer der Top-Speed-Diskussion sollte man jedoch auch nicht Teamkollege Bottas übersehen. Die erste Runde im Windschatten könnte nicht nur Verstappen und Ricciardo, sondern auch dem Finnen in die Karten spielen, um an Hamilton vorbeizuziehen.

"Wenn ich meine Titelchancen am Leben halten will, muss ich attackieren. Die erste Runde ist eine tolle Chance", kündigt Bottas an.

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Es soll regnen!

Eine Extra-Portion Spannung könnte den Fans außerdem das Wetter bescheren. Für das Rennen in Spa ist Regen angekündigt. Die Prognosen der Wetterdienste unterscheiden sich leicht. Zum Start des Rennens um 15:10 Uhr geben sie eine Regenwahrscheinlichkeit von 30 bis 50 Prozent aus.

Schauer könnten das Rennen in Belgien durcheinanderwirbeln. Zumal Regenrennen eine Paradedisziplin von Verstappen sind. Alles in allem dürfte der Red-Bull-Pilot somit - neben Teamkollege Bottas - Hamiltons größter Konkurrent am Nachmittag werden.

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