Formel 2: Mick Schumacher & Co.: Die wichtigsten Fahrer
Mick Schumacher & Co.: Die wichtigsten Fahrer der Formel 2
08.07.2020 | 16:55 Uhr
Das Starterfeld der Formel 2 in dieser Saison ist einmal mehr stark besetzt – und bietet eine interessante Mischung aus etablierten Piloten mit ausreichend Erfahrung, den Titel zu holen.
Ihnen entgegen stehen die jungen Wilden, die als Rookies mehr als nur Ausrufezeichen setzen wollen. Entscheidend wird auch 2020, mit neuen, größeren Rädern, die Übersicht im Cockpit und natürlich das Auto sein. Hier kommen die Teams ins Spiel, wovon es mit HWA und HiTech zwei neue im Feld gibt.
Ghiotto will nach ganz oben
Doch wer sind nun die Favoriten? Nach Lando Norris und Nicholas Latifi in den vergangenen Jahren als Champions, die mit der notwendigen finanziellen Mitgift immer mit Top-Material angetreten sind, dürfte es in diesem Jahr ein wenig mehr wieder um das "wahre Talent" gehen.
Für mich ganz klar zu den besten Fahrern gehört Luca Ghiotto. Der Italiener mit fünf Siegen und 20 Podiumsplatzierungen in seiner bisherigen F2-Karriere will es nach Meisterschaftsrang drei im Vorjahr nun endlich am Ende schaffen, ganz oben zu stehen.
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Gleiches Ziel, ebenso realistische Chancen dazu: Guanyu Zhou. Für mich der erste Chinese mit Titelchancen, Können und einer realistischen Karriere in der Formel 1. Dazu ist er auch menschlich ein toller Typ, ebenso bodenständig und nahbar wie Luca Ghiotto.
Beide waren nach dem ersten Wochenende in Spielberg so etwas wie die Pechvögel des Feldes. Erst haben sie jeweils starke Leistungen im Freien Training und Qualifying gezeigt - und dann fielen sie mit technischen Problemen im Rennen aus. Nächste Chance: zweites Rennwochenende, gleiche Strecke.
Die deutsche Hoffnung Mick Schumacher
Um ihn kommen wir aus deutscher Sicht natürlich nicht umhin: Mick Schumacher. 2019 war er in seiner Rookie-Saison und hat ein wenig Zeit zum Einleben benötigt. Macht aber gar nichts, denn das war auch in seiner Zeit in der Formel 3 der Fall. Dann zündete damals der Turbo. Wozu der momentane deutsche Hoffnungsträger des Motorsports fähig ist zeigte er vor allem auf dem Hungaroring im Vorjahr. Das war ein beeindruckendes, starkes - aber vor allem sehr durchdachtes Wochenende, an dessen Ende Schumachers erster Sieg in der Formel 2 stand - wenn auch "nur" der kleine Sieg im Sprintrennen.
Furios legte Schumacher auch zum Saisonstart 2020 los: Fünfter in der Qualifikation, Dritter über die erste Rennhälfte und mit einer genialen Strategie, bei der er gemeinsam mit seiner Prema-Mannschaft beide Konkurrenten an der Spitze durch einen perfekt platzierten Boxenstopp auskonterte und die Führung übernahm. Nur zum Sieg reichte es noch nicht: dafür war Mick Schumacher noch zu ungeduldig, rutschte nach einem Re-Start in Kiesbett und blieb ohne Punkte.
Und dann gibt es noch ein paar Kandidaten für Überraschungen: Wenn bei Nobuharu Matsushita das Team konstant liefert und keine technischen und strategischen Fehler macht, dann könnte es für den Japaner ein erfolgreiches Jahr werden. Für den großen Sprung in die Formel 1 ist der mittlerweile 27-Jährige aber leider schon zu "alt".
Dan "The Beast" immer für Podiumsplätze gut
Eine sehr interessante Persönlichkeit ist Dan Ticktum - schillernd, egozentrisch, hoch emotional - aber eben auch ein ziemlich genialer Rennfahrer. Er hat ein bisschen was von der britischen Ausgabe des Max Verstappen. Die Karriere des 21-Jährigen ist bereits geprägt von einer ganzen Reihe von Skandalen: Lizenzentzug, Rauswurf aus dem Red Bull - Kader, Rückkehr und erneuter Rauswurf - und nun also bei DAMS im Team in der Formel 2. Eigentlich ein "Schritt zurück", denn er war bereits mit Motopark in der Super Formula in Japan aktiv, kam aber nicht mit dem Fahrzeug zurecht. Jetzt versucht er sich erneut zu profilieren - mit etwas weniger PS, dafür aber im direkten F1-Umfeld. Für Podiumsplätze ist Dan "The Beast" Ticktum immer gut.
Das gilt auch für Callum Illot, nur dass er vom Typ her viel ruhiger, fokussierter aber mindestens genauso zielstrebig ist. Im vergangenen Jahr war der Ferrari-Junior zu ungeduldig, wollte auf der Strecke oftmals zu früh zu viel. In diesem Jahr geht Illot mit anderem Team an den Start - und zwar mit Uni Virtuosi. Damit ist er Teamkollege von Guanyu Zhou und kann möglicherweise von dessen Art und Weise lernen.
Aitken will an starkes Vorjahr anknüpfen
Last but definitly not least: Jack Aitken. Nicht umsonst ist auch er Renault Junior und hat bereits in der letzten Saison das Team Campos Racing aus dem Niemandsland wieder in die Wahrnehmung der Formel 2 geführt - mit erstaunlichen Leistungen und einem enormen Kampfgeist. Nicht umsonst stehen bereits vier Siege und neun Podiumsplätze auf seinem Konto. Daran sollte er auch 2020 anknüpfen können und dann ist mindestens Vorjahresplatz fünf wiederholbar.
Viele sprechen dann noch von den "jungen Wilden" - den Rookies. Ja, die werden ihre Momente aus meiner Sicht in diesem Jahr haben. Aber: Um den Titel wird von Ihren in dieser Saison keiner mitfahren. Dafür ist die Formel 2 inzwischen viel zu stark besetzt - allein 6 etablierte Fahrer mit mehr als zwei Jahren Serienerfahrung sind dabei.
Aber das heißt nicht, dass wir mit F3-Champion Robert Shwartzman, Marcus Armstrong oder auch den Red Bull-Junioren Tsunoda und Daruvala nicht auf dem Podium sehen werden. Ganz im Gegenteil: sie werden ganz bestimmt ihre Ausrufezeichen setzen - und auf die freue ich mich sehr. Denn zugespitzt formuliert: Hier kommt bereits die "nächste Generation" innerhalb der F2 nach.
Der Saisonauftakt in Spielberg, Österreich live bei Sky
Samstag:
14.45 Uhr Formel 1: Qualifying auf Sky Sport 2 HD und Sky Sport UHD sowie das Superfeed "Race Control" auf Sky Sport 3 HD
16.15 Uhr: Formel 1: Pressekonferenz Qualifying auf Sky Sport 2 HD
16.40 Uhr: Formel 2: 1. Rennen auf Sky Sport 2 HD
Sonntag:
9.40 Uhr: Formel 3: 2. Rennen auf Sky Sport 2 HD
11.05 Uhr: Formel 2: 2. Rennen auf Sky Sport 2 HD
12.20 Uhr: Porsche Super Cup Rennen auf Sky Sport 2 HD
14.00 Uhr: Formel 1: Vorberichte, das Rennen, Analysen und Interviews auf Sky Sport 2 HD und Sky Sport UHD sowie das Superfeed „Race Control" auf Sky Sport 3 HD
17.15 Uhr: Formel 1: Pressekonferenz Rennen auf Sky Sport 2 HD