George Russell und Max Verstappen trumpfen in Spielberg auf – Ferrari kassiert Rückschlag
Mit seinem Sieg in Österreich hat sich George Russell eindrucksvoll zurückgemeldet. Auch mit Red Bull ist wieder zu rechnen.
28.06.2026 | 22:50 Uhr
Dagegen lief für Ferrari am Rennsonntag fast alles schief. Fünf Erkenntnisse vom Red Bull Ring.
1. Welcome back, George!
George Russell ist als großer WM-Favorit in die Saison 2026 gestartet und hat diese mit einem dicken Ausrufezeichen in Australien auch gleich perfekt gestartet. Danach lief ihm allerdings sein Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli den Rang mit fünf Siegen am Stück ab. Russell geriet durch technische sowie eigene Fehler ins Hintertreffen. Mit seinem zweiten Saisonerfolg in Spielberg meldete der Brite sich aber nun eindrucksvoll im WM-Kampf zurück.
"Ein schöner Sieg, es hat ein wenig gedauert. Definitiv werde ich diesen Sieg genießen. Ich möchte dem Team danken, dass wir zurück in die Spur gefunden haben", strahlte der 28-Jährige im Siegerinterview. Dabei wurde Russell von Max Verstappen über das gesamte Rennen gefordert, hielt dem Druck aber bis ins Ziel im Glutofen von Spielberg bei über 35 Grad Lufttemperatur und über 50 Grad Asphalttemperatur eiskalt stand.
Mit seinem siebten Karriereerfolg und seinem zweiten Sieg auf dem Red Bull Ring nach 2024 schob er sich wieder vorbei an Lewis Hamilton auf Platz zwei der WM-Wertung. "Von Q3 bis zum Ende des Rennens ist George perfekt gefahren. Fehlerfrei", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Schützling bei Sky Sport und machte deutlich: "Es geht um eine Weltmeisterschaft und in dieser spielt er nach wie vor stark mit." Timo Glock nannte die Russell-Performance "sehr kontrolliert und clever".
Antonelli führt die WM zwar weiterhin mit 40 Zählern Vorsprung an, büßte in der Steiermark allerdings zehn Punkte auf Russell ein. "Ich war zu feurig und aufgeregt in den ersten paar Runden. Ich bin nicht gut gefahren und habe zu viele Fehler gemacht", resümierte der 19-Jährige. Den Rückstand konnte Antonelli nicht mehr aufholen, obwohl er nach dem ersten Reifenwechsel eine starke Pace hatte und im Ziel nur 0,3 Sekunden hinter Verstappen lag.
"Er hat am Anfang voll attackiert und einfach die Positionen verloren, die vielleicht den Unterschied gemacht haben, um das Rennen zu gewinnen", meinte Wolff und auch Glock sah die Fehler direkt nach dem Start als ausschlaggebend an. "Er hat es am Anfang übertrieben. Dadurch hat er den Anschluss nach vorne verloren, die Lücke ging auf. Das hat ihn in die Situation gebracht, dass er immer wieder nachziehen musste", so der Sky Sport F1-Experte.
JETZT ABSTIMMEN!
ZUM DURCHKLICKEN: Das Rennergebnis in Österreich
2. Red Bull ist dank Mega-Paket zurück in der Verlosung
Verstappen fuhr beim achten Saisonlauf mit P2 das beste Ergebnis für Red Bull in dieser Saison ein. Das große Update-Paket am RB22 hat in Spielberg so richtig gegriffen und funktioniert. Red Bull hatte zum Heimspiel neue Aerodynamik-Teile mitgebracht. Der Unterboden wurde überarbeitet, ebenso die Seitenkästen, die Motorabdeckung, die Hinterradaufhängung, der Heckflügel sowie der Auspuff.
"Es war ein gutes Rennen für uns. Die ersten Runden waren sehr spaßig. Dann habe ich einfach versucht, die Reifen zu managen. Das Auto war in einem recht guten Fenster", zeigte sich Verstappen extrem glücklich mit den Verbesserungen. Mit nun neun Podien am Red Bull Ring ist Österreich die F1-Strecke, auf der Verstappen am erfolgreichsten ist. Ganz nebenbei durchbrach der Niederländer als zweiter Fahrer nach Hamilton die Schallmauer von 3500 Karrierezähler.
"Was mich zufrieden stimmt, ist, dass das Auto wesentlich schneller ist. Wir sind auf dem Podium und können um den Sieg kämpfen", freute sich Red Bulls Teamchef Laurent Mekies am Sky Sport Mikrofon über das starke Comeback der Österreicher beim Heimspiel. Auch Isack Hadjar fuhr mit P6 ein gutes Ergebnis ein. "Es geht definitiv in die richtige Richtung. Da wird auch noch mehr kommen. Das gibt Hoffnung für das Team, um Verstappen happy zu machen. Man hat das breite Grinsen von Verstappen gesehen", so Glock.
JETZT ABSTIMMEN!
3. Ein herber Rückschlag für Ferrari
Wenig Grund zur Freude gab es hingegen bei Ferrari. Die Scuderia kassierte in der Steiermark mit den Plätzen fünf und acht einen herben Rückschlag. "Wenn man auf P2 und P3 startet, erwartet man nicht solch ein Ergebnis. Ich denke, wir haben ein paar Fehler gemacht. Der erste ist, dass wir versucht haben, gegen die Mercedes und Max zu kämpfen, als wir nicht die nötige Pace hatten. Wir haben bei der Strategie überreagiert, die Reifen zu viel gepusht und am Ende die Rechnung bezahlt, auch gegen McLaren. Das ist sehr schade", zog Teamchef Frederic Vasseur bei Sky Sport eine ernüchternde Bilanz.
Hamilton musste bereits in Runde 13 als erster Pilot an die Box zum Reifenwechsel, Charles Leclerc kam nur eine Runde später. Damit kamen die Roten auf den Mediums sogar noch weit vor den Piloten auf den Soft-Reifen in die Box. Ferrari kämpfte vielen Problemen. "Das Auto hat sich mit keinem Reifen gut verstanden. Es war wirklich ein sehr, sehr hartes Rennen", sagte Hamilton bei Sky Sport und fügte hinzu: "Auf jedem Reifensatz war die Balance einfach irgendwo. Es war sehr, sehr schwierig."
Während Hamilton nach drei Podien in Serie samt seines ersten Ferrari-Siegs in Barcelona zumindest am Anfang noch bei der Musik dabei war, lief es für Teamkollege Leclerc über die gesamte Renndistanz überhaupt nicht. "Eigentlich war alles schwierig, um ehrlich zu sein. Ich hatte von der ersten bis zur letzten Runde nicht wirklich Grip auf der Hinterachse", meinte der Monegasse bei Sky Sport. Immerhin konnte Leclerc nach zwei Nullnummern mal wieder Punkte einfahren.
Dennoch fischen die Italiener im Dunklen, warum sie bei den heißen Temperaturen in Österreich nun anders als noch in Spanien vor zwei Wochen so gar nicht performen konnten. "Das ist verwunderlich. In Barcelona war man noch der Reifenflüsterer und hier hat man die Reifen so stark rangenommen. Dass es so stark nach hinten geht, war überraschend für mich", meinte Glock und betonte, dass gerade Leclerc "das letzte Vertrauen ins Auto fehlt".
4. Der Weltmeister kommt nicht in Fahrt
Neben Ferrari verlässt auch Lando Norris Österreich als Verlierer. Denn der Weltmeister landete nach einem unauffälligen Rennen nur auf Rang sieben. In der Anfangsphase verlor der Vorjahressieger von Spielberg seine Position an Oscar Piastri. Während sein McLaren-Teamkollege anschließend auf P4 vorfuhr, kam Norris nie wirklich vorwärts. Im Ziel fehlten ihm knapp zehn Sekunden auf Piastri. Der Australier liegt nun in der WM einen Zähler vor dem amtierenden Weltmeister.
5. Hülkenberg und Audi: Gut, aber nicht gut genug
Nico Hülkenberg bleibt derweil weiterhin ohne WM-Punkt. Das lag daran, dass hinter den Top-4-Teams die Racing Bulls in Spielberg noch schneller unterwegs waren. Audi war daher nur die Nummer sechs, verpasste mit den Plätzen elf (Gabriel Bortoleto) und zwölf (Hülkenberg) aber Zählbares. Immerhin: Audi hatte Alpine und Haas im Griff. "Meine Pace war recht stark über das Rennen hinweg, aber leider gab es keine Belohnung", brachte es Hülkenberg am Sky Sport Mikrofon auf den Punkt.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.