Max Verstappen crasht im Österreich-Qualifying – George Russell holt kontroverse Pole
Der Mercedes-Pilot nutzt die Gunst der Stunde.
27.06.2026 | 21:03 Uhr
Das Zustandekommen des Resultats am Samstag in Spielberg sorgt aber für viele Diskussionen.
Was für ein F1-Spektakel bereits am Samstag!
George Russell schnappt Ferrari in einem spannenden Qualifying auf den allerletzten Drücker noch die Pole weg. Dabei profitiert er einerseits vom Abflug von Max Verstappen, andererseits aber auch von seiner blitzschnellen Situationserfassung.
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Verstappen fliegt ab
Verstappen verlor die Kontrolle über seinen RB22 auf seiner letzten schnellen Runde in der vorletzten Kurve und krachte in die Barriere. "Ich habe noch keine Erklärung. Was da passiert ist, ganz komisch", meinte ein verdutzter Verstappen nach seinem Abflug in seiner ersten Reaktion am Sky Sport Mikrofon.
Timo Glock versuchte den Unfall anhand der Zeitlupenbilder zu analysieren." Er hat das Auto verloren. Er lenkt ein, da ist noch alles okay. Und dann kommt auf einmal das Heck geflogen. Vielleicht waren es zwei, drei km/h zu viel. Für mich sieht es danach aus. Das Auto hat vorher ein bisschen aufgesetzt, da fliegen die Funken. Vielleicht war da etwas Bewegung im Auto und dadurch die Aerodynamik am Unterboden gestört", so der Sky Sport F1-Experte.
Mekies reagiert - Norris enttäuscht
Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies nahm Verstappen bei Sky Sport derweil in Schutz. Sein Schützling habe lediglich versucht, das "Maximum herauszuholen. Max war auf einer sehr schnellen Runde. Diese Dinge passieren." Dennoch scheint das neue Update-Paket der Österreicher auf Anhieb zu funktionieren. Red Bull hat den Abstand nach vorne eindeutig verringert, Verstappen konnte im Qualifying mit Mercedes und Ferrari kämpfen. McLaren hingegen war am Samstag nur die vierte Kraft.
"Ich wäre gerne weiter vorne gewesen, aber es war einfach nicht mehr drin. Wir sind dort, weil wir langsamer sind und nicht, weil wir Fehler gemacht haben. Wir sind nicht so schnell wie die Autos vor uns", zeigte sich Lando Norris am Sky Sport Mikrofon ratlos. Der Weltmeister landete direkt vor seinem Papaya-Teamkollegen Oscar Piastri nur auf Startplatz sechs.
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Russell meldet sich zurück
Alles andere als langsam war hingegen Russell, der sich am achten Rennwochenende der Saison bereits seine vierte Pole sicherte. Es war in der langen F1-Geschichte seit 1950 die insgesamt 257. Pole für einen Mercedes-Motor. Damit ist Mercedes ganz nebenbei nun alleiniger Spitzenreiter in dieser Kategorie vor Ferrari (256). Vor dem Verstappen-Abflug lag Russell allerdings nur auf Rang vier - hinter Charles Leclerc, Lewis Hamilton und Kimi Antonelli. Zuletzt fuhr der ehemalige Williams-Pilot im Schatten seines jungen Teamkollegen - jetzt der Befreiungsschlag.
"Ein unglaubliches Gefühl, es war eine tolle Runde. Ich sah das Gelb und bin vom Gas. Ich bin dann gut durch die letzte Kurve gekommen. Die Runde war besonders, alles hat sich so gut angefühlt", freute sich der britische Mercedes-Pilot. Russell lag auf der Strecke hinter Antonelli, der anders als der 28-Jährige seine Runde abbrach als vor ihm Verstappen von der Piste rutschte. "Es wäre sehr knapp im Rennen um die Pole geworden. Dann habe ich diesen Fehler unter den Gelben Flaggen gemacht", meinte der Italiener, der mit P4 seine schlechteste Startposition in 2026 einfuhr, bei Sky Sport.
Wolff lobt Russell und erklärt Mercedes-Stärke
Großes Lob für seine Leistung bekam Russell anschließend von seinem Chef. "Zuerst habe ich gedacht, dass die Runden von Kimi und George wegen der Gelben Flaggen im Eimer sind. Dann hat es der George einfach super clever gemacht, das ist uns erst später aufgefallen. Es war Single-Yellow und er ist für 100 Meter vom Gas gegangen. Für ihn freut es mich ganz besonders", erklärte Toto Wolff bei Sky Sport und betonte, dass Russell anderthalb Zehntel im dritten Sektor verloren hat. "George hat seine ganze Erfahrung ausgespielt", lobte der Mercedes-Teamchef weiter.
Die Silberpfeile waren im Highspeed-Abschnitt auf dem Red Bull Ring der Konkurrenz überlegen, machten im dritten Sektor rund zweieinhalb Zehntel gut. Daher konnte Russell trotz der Widrigkeiten am Ende die Bestzeit setzen. "Wenn das Auto da viel Downforce hat, was unser Auto in diesen schnellen Ecken hat, dann fährt es einfach wie auf Schienen. Und du musst natürlich auch die Eier dazu haben", versuchte Wolff die Stärke von Mercedes am Rundenende auf den Punkt zu bringen.
Ferrari und Red Bull fordern Mercedes
Mercedes und Russell haben mit Blick auf das Regelwerk keinen Fehler gemacht und geliefert. Kontrovers diskutiert wird allerdings die Entscheidung der Rennleitung nach dem Verstappen-Abflug. "Wenn ich der Rennleiter wäre, würde ich da direkt Doppel-Gelb rausholen, weil diese Kurve mit knapp 280 km/h am Kurveneingang gefahren wird. Wenn da nochmal was schiefgeht, dann fliegt der nächste genauso ab. In meinen Augen war die Situation zu unsicher, wenn da ein Auto an der Barriere steht und das nächste kommt mit 280 an", machte Glock deutlich. Allerdings schwenkten die Marshalls zunächst nur Einfach-Gelb. Erst als Russell seine Runde beendet hatte, gab es Doppel-Gelb.
Sofortiges Doppel-Gelb hätte bedeutet, dass Ferrari mit Leclerc und Hamilton eine reine rote erste Startreihe beim Rennen (Sonntag, ab 13.30 Uhr LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport) gehabt hätte. Von einem Protest sehen die Italiener aber ab. "Ich vertraue da Race Control. Wenn man denen nicht vertrauen kann, dann wäre das eine Katastrophe", resümierte Frederic Vasseur am Sky Sport Mikrofon. Der Ferrari-Teamchef freute sich aber über den Auftritt der Scuderia: "Das Positive ist, dass die Performance da ist. Wir haben an der Spitze mitgekämpft und das ist die wichtigste Nachricht."
Sowohl Leclerc als auch Hamilton bestätigten den Fortschritt am SF-26, der in Spielberg in den Kurven am schnellsten war. Die Spitze ist enger zusammengerückt. Der Rennsonntag könnte bei Temperaturen jenseits der 30 Grad in der Steiermark das nächste F1-Spektakel bieten.
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