Montezemolo über Schumacher: "Er wurde sehr schnell zum Idol der Tifosi“
Luca Cordero di Montezemolo hat Michael Schumacher vor dem Italien-GP in Monza mit emotionalen Worten gewürdigt. Der ehemalige Ferrari-Präsident erinnert sich an Schumachers Anfänge in Maranello und dessen Aufstieg zur Ferrari-Ikone.
04.09.2026 | 12:02 Uhr
Ex-Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo spricht im exklusiven Interview mit RTL/Sky Sport über die Zeit mit Michael Schumacher und dessen Anfänge bei Ferrari. Zudem spricht er über die besondere Formel 1 Beziehung zwischen Italien und Deutschland und die neue Generation.
Luca Cordero di Montezemolo über (Ex-Ferrari-Präsident) über ...
... seine Erinnerungen an Michael Schumacher: "Da kam ein Junge aus Deutschland, der Italien nicht kannte, der Ferrari nicht kannte. Aber er ist sehr schnell zu einem wahren Ferrarista geworden. Ihm gefiel Maranello, er mochte die Tortellini, er mochte das Team, hatte ein super-Verhältnis zu Jean Todt (ehemaliger Ferrari-Teamchef) und zu seinen Mechanikern. Er hat sich sehr, sehr schnell eingelebt und wurde so schnell zum Idol der italienischen Tifosi."
... Schumacher und seinen Weg zu Ferrari: "Ich erinnere mich noch, dass der damalige Staatspräsident Cossiga mich fragte, spricht Michael kein Italienisch? Ich sagte ihm, Presidente, es ist besser, dass er kein Italienisch kann und siegt, statt super Italienisch zu sprechen und nicht zu siegen. Am Ende sprach er Italienisch und hat gewonnen - perfekt! [...] Dann verrate ich Ihnen noch eine Sache: Niki Lauda war der erste, der den Manager von Michael kontaktiert hat, um die Gespräche zu initiieren, um Michael zu Ferrari zu hole und viele Leute dürften das bislang nicht gewusst haben."
... Schumachers Sieg 1996 in Monza: "Für Michael war es die Weihe zum Helden von Ferrari. Im ersten Jahr bei Ferrari zu sein und dann direkt in Monza zu gewinnen, hieß, er hat alle Tifosi erobert!"
... die neue Formel-1-Generation: "Es ist eine andere Generation, die auch Champions hervorbringt. Der stärkste ist für mich Max Verstappen, der Rennen gewinnt, der, obwohl er nicht immer das beste Auto hat, Gutes rausholt. Dann Norris von McLaren macht es gut und schließlich gibt es diesen jungen Italiener aus Bologna (Andrea Kimi Antonelli, Anm. d. Red.), der außergewöhnlich ist. Wir beide sind aus Bologna, sind beide Ende August zur Welt gekommen, ich kenne seine Familie, eine klasse Familie. Den familiären Halt zu haben, ist wichtig. Entscheidend wird für ihn, sich selber treu zu bleiben."
... den Italiener Antonelli: "Oh ja, er ist ein Stolz für Italien, weil nach so vielen Jahren wieder ein Italiener die WM anführt. Er ist der jüngste Pilot, der so einen Vorsprung hat. Das Schöne an Kimi ist sein Kopf: er weiß ihn in den entscheidenden Momenten richtig einzusetzen"
... die italienische und deutsche Formel-1-Beziehung: "Michael war als deutscher Fahrer in einem italienischen Auto - nun ist es Kimi als Italiener in einem deutschen Auto - die Verbindungen unserer beiden Länder bringen uns doch allen viel Freude und gehen weiter. Wenn Kimi für Ferrari fahren würde, wäre das ein enormer Druck für ihn gewesen. Bei Mercedes konnte er sich im ersten Jahr an die F1 gewöhnen, auch Fehler machen, jetzt zeigt er in einem wettbewerbsfähigen Auto seine Klasse."
... den GP von Monza: "Ich habe immer schon diese Angewohnheit, die ich auch beibehalte: ich muss einen GP alleine schauen, ohne Personen, die Fragen stellen oder Kommentare geben. Ich habe schon zwei Fernseher kaputt gemacht, als etwas auf der Strecke passierte, aber nur weil ich allein war."
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