Russell, Antonelli und Mercedes geben die Pace im Melbourne-Qualifying vor
Die Silberpfeile rasten mit großem Abstand auf die ersten beiden Plätze.
07.03.2026 | 10:52 Uhr
Doch Red Bull, Ferrari und McLaren geben Anlass zur Hoffnung.
"Klares Statement von Mercedes."
Sky Sport F1-Experte Timo Glock brachte das Resultat im Qualifying zum Großen Preis von Australien auf den Punkt. Denn die Silberpfeile ließen am Samstag so richtig die Muskeln spielen. George Russell flog zur Pole, Teamkollege Kimi Antonelli machte die reine erste Mercedes-Startreihe perfekt. Und dass, obwohl der Italiener sein Auto in FP3 komplett zerlegte und erst ganz spät in Q1 auf die Strecke konnte.
"Ich weiß gar nicht, wen ich zuerst loben will. Die Mechaniker haben Unglaubliches am Auto von Kimi geleistet. Der Abflug vom Max (Verstappen; Anm. d. Red.) hat uns geholfen, dass wir das Auto überhaupt rauskriegen. Es war nicht abgestimmt, da war kein Setup drauf. Das war eine unglaubliche Mannschaftsleistung", schwärmte Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sky Sport Mikrofon und verteilte noch ein Sonderlob an Russell: "George hat das Qualifying dominiert und am Ende auch mit einer Leichtigkeit diese Rundenzeit rausgeklopft."
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Mercedes in eigener Liga
Mercedes hatte - im Gegensatz zur Konkurrenz - die Reifen und Batterie sofort im richtigen Fenster und konnte von der ersten Runde an pushen. "Ein super Tag für uns. Wir wussten, dass viel Potenzial im Auto steckt. Diese Wetterbedingungen mit kühleren Temperaturen kommen uns entgegen", freute sich Russell. Antonelli bedankte sich derweil bei seinen Mechanikern: "Sie sind einfach Helden, dass sie das Auto wieder zusammen bekommen haben. Ich habe dann alles rausgeholt."
Aufgrund der Performance bei der Zeitenjagd geht das deutsche Werksteam natürlich auch als klarer Favorit in den Rennsonntag (ab 3.30 Uhr LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport) im Albert Park. Glock ist sich sogar sicher, "dass es vorneweg eine Spazierfahrt für Mercedes wird." Die Konkurrenz reagierte mit großem Stauen auf die Leistung der Silberpfeile.
Konkurrenz sehr verblüfft
"Mercedes ist einfach zu schnell. Ich will meine Position nach hinten verteidigen", meinte Isack Hadjar, der bei seinem Debüt für Red Bull sensationell auf den dritten Platz fuhr, etwas sprachlos. Charles Leclerc (Ferrari) erklärte gegenüber Sky Sport: "Mercedes hat in FP3 schon das gesamte Feld überrascht, als sie den Motor aufgedreht haben. Ich dachte, dass sie noch drei Zehntel in der Hinterhand haben würden, aber es waren eher sechs oder sieben Zehntel. Das ist sehr beeindruckend und hat niemand so erwartet."
Titelverteidiger McLaren war sogar nur vierte Kraft. Andrea Stella analysierte bereits, wo der Unterschied zur Spitze ist. "Wir haben gesehen, dass Mercedes einen Vorteil gegenüber allen anderen hat. Für uns geht es darum, mehr Grip zu generieren und mehr Performance aus der Powerunit herauszuholen. Wenn wir unsere Pace mit der von Russell vergleichen, scheint Mercedes doch einen besseren Job zu machen, um das Potenzial auszuschöpfen", so der Papaya-Teamchef bei Sky Sport.
Verfolger mit viel Potenzial
Da McLaren auch mit Mercedes-Power im Heck fährt, kann der Abstand nicht auf den Motor zurückzuführen sein. Und auch Red Bull sowie Ferrari haben noch Trümpfe im Ärmel, um den Rückstand auf Mercedes alsbald zu verringen. Bei Red Bull steht hier vor allem eine intensive Datenanalyse auf dem Programm, um das Maximum an Potenzial aus der Zusammenarbeit mit dem neuen Partner Ford herauszuholen. Ferrari muss das Auto in ein besseres Fenster bekommen, wo es funktioniert.
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Wenn die drei Verfolger einen Weg finden, das Batteriemanagement zu verbessern und damit die Nutzung der Batteriepower pro Runde zu optimieren, ist ein Vierkampf an der Spitze möglich. "Aber erst einmal muss der Rest schauen, dass er ins Ziel kommt. Denn dann hast du fast schon einen sicheren Platz in den Punkten. Ich denke, dass wir den einen oder anderen Ausfall sehen werden", prognostizierte Glock mit Blick Richtung Rennen.
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Weitere Erkenntnisse
Ansonsten brachte der Qualifying-Samstag noch einige andere Erkenntnisse. Lando Norris stand im Schatten von Teamkollege Oscar Piastri und hatte mit vielen Problemen zu kämpfen. Der Weltmeister beschwerte sich hinterher über die neuen Autos. Die Racing Bulls scheinen zum Start der Saison das Mittelfeld anzuführen, insbesondere Rookie Arvid Lindblad hinterließ einen starken Eindruck. Dahinter erwischte auch Audi ein hervorragendes F1-Debüt.
"Wir haben noch viel Luft nach oben. Aber das ist auch gut so, wenn wir sehen, wo wir damit jetzt schon stehen, dann macht das Hoffnung auf mehr", erklärte Nico Hülkenberg, der von Platz elf aus die Punkteränge deutlich im Visier hat, am Mikrofon von Sky Sport. Haas, Alpine und Williams brauchen dagegen schon eine deutliche Steigerung, damit sie in die Punkte fahren können.
Noch hinter Fernando Alonso, der mit seinem Aston Martin überraschend nur knapp das Q2 verpasste und Neuling Cadillac, dem über drei Sekunden auf die Spitze fehlten, landete Max Verstappen nur auf P20. Der viermalige Weltmeister verlor auf seiner ersten schnellen Runde die Kontrolle über seinen RB22 und schlug ein. "Angebremst und die Hinterachse hat dann voll blockiert. Keine Ahnung, was da los war", gab sich der Niederländer, der beim Crash unverletzt blieb, bei Sky Sport ratlos. Verstappen braucht Sonntag eine Mega-Aufholjagd.
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