Stimmen zum Formel 1-GP in Baku mit Russell, Verstappen, Antonelli, Hülkenberg
George Russell konnte seine Pole Position beim Großen Preis von Aserbaidschan in einen Rennsieg umwandeln. Während der Brite wieder in den Kampf um die Weltmeisterschaft einsteigt, hadert Teamkollege Kimi Antonelli mit einem schwierigen Wochenende.
26.09.2026 | 17:13 Uhr
Durch seinen Sieg in Baku kann Russell seinen WM-Rückstand auf 66 Zähler verkürzen. Der Tabellen-Führende Antonelli spricht nach seinem fünften Platz von "Schadensbegrenzung". Sky Sport fasst die wichtigsten Stimmen zusammen.
George Russell (Rennsieger Mercedes) ...
… zum Rennsieg in Baku: "Es ist schön, hier wieder auf dem Podium zu stehen. Zunächst einmal möchte ich meinem Team danken, das auch in schwierigen Zeiten immer an mich geglaubt hat. Deshalb bin ich sehr, sehr stolz auf dieses Wochenende. Die erste Rennhälfte hat sich ziemlich einfach angefühlt, dann kam das Safety-Car und später war Max (Verstappen, Anm. d. Red.) die ganze Zeit hinter mir. Als ganz am Ende die gelbe Flagge kam, bin ich vom Gas gegangen, hatte dann den Turbo nicht mehr und Max ist fast noch einmal herangekommen. Das wäre echt schlimm gewesen. Aber insgesamt war es ein tolles Wochenende."
… zu seinem wiedergewonnenen Selbstvertrauen: "Ich denke, ich habe jetzt einfach mehr Erfahrung mit diesem neuen Fahrstil. Es lief immer besser und ich fühle mich im Auto wieder mehr wie ich selbst. Das ist großartig."
… zum WM-Kampf gegen Kimi Antonelli: "Ich schaue von Rennen zu Rennen, das ist der Plan. Mein Teamkollege hat bisher eine super Saison gehabt, fast makellos. Aber jetzt geht es zum Ende hin ans Eingemachte. Ich fokussiere mich einfach jedes Wochenende auf mich selbst. Was auch immer am Ende der Saison passiert: Ich werde zufrieden sein, denn es war eine wirklich schwierige Phase für mich und ich habe das Gefühl, dass ich da jetzt durch bin."
Max Verstappen (Red Bull) ...
... zu seinem zweiten Platz und der Aufholjagd auf George Russell: "Der erste Stint war vielleicht etwas schwierig auf dem Medium-Reifen. Wir waren dann aber schon auf P3 und nach dem Restart auf P2. Danach war ich immer innerhalb einer Sekunde. Nach dem Restart hatte George den Boost nicht und auf der letzten Geraden bin ich noch einmal nah herangekommen. Aber am Ende hat es eben nicht gereicht."
Isack Hadjar (Red Bull) ...
… zu seinem Podium beim Comeback nach sechs Wochen Pause: "Ich freue mich sehr. Es waren sehr lange sechs Wochen und ich denke, das war der richtige Zeitpunkt, um zurückzukommen. Ich habe mich wieder stark und gut gefühlt und mich an diesem Wochenende Schritt für Schritt aufgebaut. Es war gut, auch mein Selbstvertrauen Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Jetzt stehe ich hier und bin sehr glücklich. Ich freue mich sehr über dieses Podium, einfach aufgrund unserer puren Pace."
… zum Zustand seines Handgelenks: "Ich bin komplett zufrieden, auch wenn es sich jetzt vielleicht etwas taub anfühlt. Aber ich freue mich und blicke jetzt auf die kommenden Rennen. Wir haben noch einen vollen Rennkalender und ich freue mich auf Sepang."
Bradley Lord (stellvertretender Teamchef Mercedes) ...
… zur Leistung von George Russell: "Ich glaube, er nimmt es einfach Wochenende für Wochenende. Er hat das Ganze fehlerfrei gemacht. Es war eine unglaubliche Leistung, vom ersten Training bis zur letzten Runde und den letzten Kurven. Wirklich eine sehr starke Leistung."
… zur knappen Entscheidung gegen Max Verstappen: "Mit der doppelten gelben Flagge am Ende hat George etwas vom Turbo-Boost verloren und Max ist noch einmal herangekommen. Aber aus der letzten Kurve heraus hatten wir genug, damit er P1 auf der Geraden verteidigen konnte. Er hätte es nicht verdient gehabt, diesen Sieg noch zu verlieren. Er war von der ersten Runde bis zur letzten dominant."
… zu Kimi Antonellis fünftem Platz: "Ich glaube nicht, dass es mit Selbstvertrauen zu tun hat. Es gab heute nicht besonders viele Möglichkeiten, Positionen gutzumachen. Kimi hatte nicht die gleiche Pace wie George, vielleicht fehlten ihm ein paar Zehntel. Aber er hat einfach das gemacht, was er machen konnte, und ist bis auf Platz fünf nach vorne gekommen. Das war Schadensbegrenzung nach dem Fehler von gestern. Er ist sehr kontrolliert gefahren und hat heute große Reife gezeigt."
… zum Upgrade für den Großen Preis in Malaysia: "Wir kommen mit einem ziemlich großen Aeropaket. Das ist eine Aerostrecke, anspruchsvoll für das Auto, für die Fahrer und natürlich auch für die Reifen. Dazu ist es eine Art Heimrennen für uns, das Heimspiel unseres Titelsponsors Petronas. Es gibt viele Aktivitäten im Vorfeld und hoffentlich dann auch gute Ergebnisse auf der Strecke."
Laurent Mekies (Teamchef Red Bull) ...
… zum Doppelpodium von Red Bull: "Das Wochenende fing mit Max ziemlich gut an. Er war ab Freitag in den ersten Runden schnell. Wir hatten große Hoffnungen für das Qualifying. Gestern ging es dann mit den Problemen im Qualifying und den Startplätzen vier und acht etwas rückwärts. Isack hat sich das gesamte Wochenende über sehr gut aufgebaut. Die gute Nachricht war, dass er keine Schmerzen im Cockpit hatte. Schritt für Schritt hat er sich verbessert. Beide Autos haben heute unsere beste Rennperformance des Jahres gezeigt und konnten mit dem schnellsten Auto auf der Strecke mithalten. Das ist auch ein Zeichen für die gute Arbeit, die in Milton Keynes am Chassis und an der Aerodynamik geleistet wurde."
… zum Comeback von Isack Hadjar: "Das war absolut herausragend. Schon vor seiner Verletzung haben wir immer wieder gesehen, dass Isack sich in seiner ersten Saisonhälfte ständig verbessert und weiterentwickelt hat. In jeder Session hat er etwas mehr gezeigt. Dann kam diese sechswöchige Unterbrechung und er kommt zurück und fährt ein ziemlich spektakuläres Wochenende. Platz vier im Qualifying, heute eine sehr starke Pace und er hat gezeigt, dass er sehr nah an Max und damit auch sehr nah an der absoluten Spitze dran ist. Er steht völlig verdient auf dem Podium. Das ist sehr vielversprechend für die Zukunft."
… zu Max Verstappens Jagd auf George Russell: "Wir kennen Max. Er ist am besten, wenn er solche Situationen ausnutzen kann. Wir wussten, dass er eine Gelegenheit nutzen würde, wenn sie sich bietet. Es war schon ein ziemliches Statement, dass George auf der gleichen Reifenmischung nicht von Max wegfahren konnte. Das zeigt, wo unser Auto mittlerweile steht. Zwei Zehntel nach 51 Runden nehmen wir gerne mit. Jetzt müssen wir für das nächste Rennen noch härter arbeiten. Man muss aber auch sagen, dass Baku unserem Paket entgegenkommt. Auf anderen Strecken müssen wir weitere Schritte machen."
Andrea Stella (Teamchef McLaren) ...
… zum punktlosen Rennen von McLaren: "Es war in der Tat ein schwieriger Arbeitstag in Baku. Hier ist es immer ein ereignisreiches Rennen und man muss sicherstellen, dass diese Ereignisse nur die anderen betreffen. Heute waren wir aber mittendrin und hatten verschiedene Probleme. Deshalb verlassen wir dieses Rennen ohne Punkte. Es gibt einige Dinge, die wir uns noch einmal anschauen müssen."
… zu den Problemen des McLaren auf der Geraden: "Ich denke, das Auto war auf der Geraden einfach nicht schnell genug. Das hat unsere Fahrer ständig Angriffen ausgesetzt. Wenn man sich permanent verteidigen muss, passieren natürlich auch leichter Fehler. Es ist unsere Verantwortung als Team, Lando (Norris, Anm. d. Red.) und Oscar (Piastri, Anm. d. Red.) ein besseres Auto hinzustellen, damit sie nicht ständig in den Rückspiegel schauen müssen."
… zu den Aussichten für die kommenden Rennen: "Baku ist als Strecke ziemlich einzigartig. Wir wussten, dass es mit den Kurven und der langen Geraden schwierig werden würde, weil unser Auto Probleme damit hat, genügend Geschwindigkeit auf der Geraden zu entwickeln. In Malaysia werden wir versuchen, das Rennen zu gewinnen."
Fred Vasseur (Teamchef Ferrari) ...
… zum Rennergebnis von Ferrari: "Wenn man aus der ersten Startreihe startet, erwartet man natürlich etwas Besseres. Auf der anderen Seite wussten wir bei Baku mit der langen Geraden und den Charakteristika der Strecke, dass wir keine Wunder erwarten können. Insgesamt war es ein ordentliches Wochenende, aber nach dem gestrigen Tag hatten wir natürlich ein besseres Rennergebnis erwartet. Man muss realistisch sein: Auf einer solchen Strecke geht es nicht nur um die reine Pace. Wenn du auf der Geraden so viel verlierst, dass du zu Beginn fast jede Runde eine Position abgibst, wird es schwierig."
… zum Topspeed-Problem des Ferrari: "Am Chassis kann man ein Upgrade bringen und dadurch wieder Performance finden. Beim Motor ist das wesentlich langwieriger und schwieriger. Nächstes Jahr werden wir sicherlich etwas Besseres haben. Aber bis zum Ende dieser Saison müssen wir mit dem überleben, was wir haben."
… zu den starken kommenden Ferrari-Strecken: "Singapur vielleicht, auch Malaysia. Ich denke, Baku und Monza waren wahrscheinlich die beiden schwierigsten Rennen für uns in dieser Saison."
… zu den ständigen Gerüchten rund um Ferrari: "Christian Horner ist schon länger auf Arbeitssuche. Letzten Endes sind die Dinge so, wie sie sind. Es ist nicht einfach, in dieser Atmosphäre zu arbeiten und 25 Mal am Tag die gleichen Fragen beantworten zu müssen - für mich und für jeden im Team. Das nimmt natürlich ein wenig die Ruhe. Aber die Dinge sind nun einmal so, wie sie sind."
Kimi Antonelli (Mercedes) ...
… zu seinem fünften Platz nach dem schwierigen Wochenende: "Heute ist einfach so ein Tag, an dem man mit P5 zufrieden sein muss. Die Pace auf dem Medium war nicht wirklich stark. Am Ende lief es besser, aber auf dem Soft hatte ich dann einen großen Schaden am Unterboden. Insgesamt war es einfach kein einfaches Rennen. Es war eines dieser Wochenenden, an denen ich immer einen Schritt hinterher war, nachdem ich Teile des ersten und zweiten Trainings verpasst hatte. Es war nicht gut. Insofern bin ich mit P5 zufrieden und muss jetzt sicherstellen, dass ich nächstes Wochenende wieder auf meinem normalen Level bin."
… zum enger gewordenen WM-Kampf: "George ist dieses Wochenende super gefahren und hat wieder viel für sein Selbstvertrauen getan. Für mich war es definitiv das schlechteste Wochenende der Saison, was die Performance angeht. Ich war nicht wirklich da, nicht wirklich präsent und bin insbesondere nach dem Qualifying auch nicht die gleichen Risiken eingegangen wie sonst. Es ging eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung."
Nico Hülkenberg (Audi) ...
… zum verpassten Punkt in Baku: "Das Rennen war okay. Ich bin einfach durchgefahren, sauber geblieben und habe mich aus den Vorfällen herausgehalten. Bis kurz vor Schluss lag ich natürlich auf dem zehnten Platz. Aber am Ende war der Williams auf der Geraden zu schnell und es gab leider kein Halten. Er ist auf der Geraden an mir vorbeigeflogen. Das ist ein bisschen die Geschichte unseres Wochenendes: Uns hat Topspeed auf den Geraden gefehlt. Das ist natürlich schwierig und fällt hier stark ins Gewicht."
… zum Ausblick auf die kommenden Rennen: "Ich freue mich jetzt auf die nächsten Wochen. Ich glaube, Kuala Lumpur beziehungsweise Malaysia sollte unserem Auto deutlich besser liegen. Außerdem haben wir etwas Zeit, das Update zu analysieren und noch besser zu optimieren. Dann sollte es okay sein."
Allan McNish (Racing Director Audi) ...
... zu den Problemen trotz der zahlreichen neuen Teile am Audi (vor dem Rennen): "Die Upgrades waren am Ende nicht die Schwierigkeit für uns, sondern die Bedingungen. Jetzt ist es kühler und darauf hatten wir gehofft. Bei so wenig Grip hatten wir einfach Probleme, genügend Haftung in den Kurven zu finden. Dazu kommen die Charakteristika dieser Strecke, die uns sowieso nicht entgegenkommen. Die Upgrades funktionieren aber so, wie wir das eingeschätzt hatten."
Sky Sport Experte Timo Glock ...
… zum Comeback von Isack Hadjar: "Unglaublich. Die Art und Weise, wie er dieses Wochenende angegangen ist, war beeindruckend. Nach dem Donnerstag haben viele gesagt: Er ist eine Sekunde weg, da fehlt noch etwas. Aber er hat sich Schritt für Schritt zurückgekämpft, keinen Fehler gemacht und das dann im Rennen so umgesetzt. Hut ab."
… zur verbesserten Performance von Red Bull und Max Verstappen: "So nah wie heute war Max in diesem Jahr noch nie an einem Sieg dran. Das Signal war, dass Red Bull auf der gleichen Reifenmischung absolut in Schlagdistanz zu George Russell war. Der musste sich wirklich strecken, um diesen Sieg nach Hause zu fahren. Das zeigt, dass die Performance in die richtige Richtung geht. Die Frage ist, ob sie das auf allen Rennstrecken, die jetzt noch kommen, wiederholen können."
… zu den ständigen Nebengeräuschen bei Ferrari: "Wenn man in Rot gekleidet ist, muss man damit leben. Charles Leclerc hat sehr schön erklärt, dass zum Beispiel über eine Situation zwischen ihm und Lewis Hamilton in Monza auch drei Rennen später noch gesprochen wird. Bei anderen Teams wäre das nach einem Rennen abgehakt. Bei Ferrari wird alles noch einmal multipliziert. Das macht das Leben schwer und kostet Energie für Fred Vasseur und die Fahrer. Man muss versuchen, das einzudämmen, wegzuschieben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: ein schnelles Auto zu bauen."
… zu Charles Leclercs Chancen auf einen WM-Titel (vor dem Rennen): "Fahrerisch steht für mich außer Frage, dass Charles Leclerc das Zeug zum Weltmeister hat. Er hat das in allen Kategorien bis hin zur Formel 1 gezeigt. Wenn er die Möglichkeiten bekommt, ist er ganz klar jemand, der um den Titel kämpfen kann."
… zur Zukunft von Fred Vasseur bei Ferrari (vor dem Rennen): "Fred Vasseur hat Ferrari in meinen Augen wieder dahin gebracht, wo das Team jetzt ist. Er hat eine Struktur und Ordnung hineingebracht. Ihn jetzt wieder auszutauschen und die nächste Welle anzufangen, wäre aus strategischer Sicht für Ferrari völlig falsch."
… zu den Problemen von Max Verstappen in dieser Saison (vor dem Rennen): "Das Hauptproblem ist einfach, dass das Auto nicht die Performance hat. Gestern hat er im dritten freien Training eine super Pace gezeigt. Für mich war er einer der Anwärter auf die Pole Position. Dann gab es wieder technische Probleme mit dem Motor und sie mussten ihn wechseln. Es läuft einfach nicht geradlinig für ihn. An seinem fahrerischen Können gibt es aber überhaupt keine Zweifel."
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