Wolff von Antonelli tief beeindruckt: Die Stimmen zum GP der USA
Kimi Antonelli hat den GP der USA in Austin gewonnen und steht kurz vor dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Der Mercedes-Pilot setzte sich mit einer erfolgreichen Einstoppstrategie durch und kann beim nächsten Rennen in Mexiko den Titel perfekt machen.
26.10.2026 | 00:38 Uhr
Während Antonelli souverän siegte, musste Teamkollege George Russell ein enttäuschendes Wochenende hinnehmen. Sky Sport fasst alle Stimmen zum GP der USA zusammen.
Kimi Antonelli (Mercedes) ...
… zu seinem Sieg in Austin: "Es war ein perfektes Wochenende und eine unglaubliche Teamleistung, vor allem auch bei der Strategie. Alle haben daran geglaubt, dass die Einstoppstrategie funktioniert. Es war vorher nicht sicher, ob ein oder zwei Stopps schneller sein würden. Ich bin froh, dass wir keinen Fehler gemacht haben. Das war ein wichtiger Sieg für mich und für das Team. Gerade nach einigen schwierigen Rennwochenenden wieder ganz oben zu stehen, fühlt sich sehr gut an."
… zum möglichen Gewinn der Weltmeisterschaft in Mexiko: "Am schönsten wäre es natürlich, es mit Stil zu beenden und den Rest der Saison anschließend zu genießen. Ich weiß, dass wir ganz nah dran sind. Aber meine Einstellung ändert sich dadurch nicht. Ich möchte auch weiterhin gute Ergebnisse einfahren, um damit die nächste Saison gut vorzubereiten. Mein erster Gedanke ist jetzt, diese Saison gut zu Ende zu fahren."
Charles Leclerc (Ferrari) ...
… zum Rennen: "Es war ein ziemlich gutes Rennen. Leider haben wir den Sieg knapp verpasst, denn das war eigentlich unser Ziel. Aber letztendlich war es ein positives Rennen. Wir hatten eine gute Pace. Der erste Stint war etwas schwieriger. Kimi war dann auf der Einstoppstrategie, womit wir nicht wirklich gerechnet hatten. Aber wir hatten ein gutes Rennen mit Max und einige schöne Zweikämpfe."
… zu seinen Zweikämpfen mit Max Verstappen: "Das war schon etwas schwierig, ich habe es aber auch sehr genossen. In einer Runde hatte ich etwas weniger Batterie, deshalb war es schwierig, mich gegen Max zu verteidigen. Aber ich habe mich im Auto gut gefühlt und wusste, dass ich weiterkämpfen kann. Insgesamt war es ein gutes Rennen."
Max Verstappen (Red Bull) ...
… zum Rennen: "Insgesamt war unsere Pace einfach nicht ausreichend. Auch die Reifen müssen wir uns noch einmal genauer anschauen. Wir müssen verstehen, woran es gelegen hat. In den vergangenen Rennen lief es für uns immer gut, aber hier hat es aus welchen Gründen auch immer nicht so gut funktioniert. Trotzdem haben wir es auf das Podium geschafft. Vielleicht hatten wir mit dem Virtual Safety Car etwas Glück, aber das nehme ich gerne mit."
… zu seinem Überholmanöver gegen Lando Norris: "Das musste ich einfach machen. Entweder werde ich selbst überholt oder ich überhole. So war das."
Toto Wolff (Teamchef Mercedes) ...
… zur Leistung von Kimi Antonelli: "Was für ein Junge - unglaublich! Er hat das Rennen total kontrolliert und unglaublich viel Pace gehabt. Er hat sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Niki hätte den Hut gezogen."
… zur Einstoppstrategie: "Für uns war es immer eine Einstoppstrategie. Wir haben auch jetzt noch ausgerechnet, dass die Einstoppstrategie acht Sekunden schneller war. Wir haben außerdem bei Norris gesehen, dass der harte Reifen durchaus gut funktioniert. Deshalb haben wir uns nicht von der Strategie der anderen beeinflussen lassen und sind unseren Plan konsequent zu Ende gefahren."
… zu den unterschiedlichen Leistungen von Antonelli und George Russell: "Wir wissen nicht, woran es gelegen hat. Kimi ist relativ gut an Leclerc vorbeigekommen und George nicht an Piastri. Natürlich haben beide denselben Motor und fahren bei der Energienutzung die gleiche Strategie."
… zum Umgang von Antonelli mit dem WM-Druck: "Überhaupt nicht. Er ist kurz bevor er sich umgezogen hat bei mir ins Büro gekommen und hat sich in den Sessel fallen lassen. Dann hat er gesagt: ‚Ich werde jetzt ein bisschen Spaß haben. Ich denke überhaupt nicht an die Weltmeisterschaft. Ist das nicht lustig?' Das ist genau die richtige Einstellung. Und dann fährt er los. So einfach geht das."
Laurent Mekies (Teamchef Red Bull) ...
… zur Leistung von Red Bull in Austin: "Es war ein hartes Rennen. Zunächst einmal muss man sagen, dass Kimi heute einfach schneller war. Ihn zu jagen, war für uns unmöglich. Trotzdem haben wir im Vergleich zu unseren Leistungen am restlichen Wochenende etwas verloren. Wir hatten einige Probleme, die uns Pace gekostet und für zusätzlichen Reifenverschleiß gesorgt haben. Dadurch mussten wir den zweiten Platz an Charles Leclerc abgeben. Wir haben einige Lektionen gelernt und müssen diese Dinge in den nächsten Rennen verbessern."
… zu den Problemen beim Start: "Wir wissen, dass wir bei den Starts nicht der Maßstab sind. Beide Autos standen unter Druck. Max hatte einen schwierigen Weg zur ersten Kurve, hat es aber geschafft, Charles hinter sich zu halten. Isack hat sogar zwei Positionen verloren. Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns. In diesem Jahr haben wir bereits viel erreicht, andere Verbesserungen müssen bis zum nächsten Jahr warten. Heute haben einige Dinge nicht funktioniert. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir das für Mexiko verbessern."
… zum Einsatz von Tom Hart am Kommandostand für Max Verstappen: "Tom hat einen super Job gemacht. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man zum ersten Mal am Kommandostand steht. In einem Rennen, das so schwierig zu managen war wie das heutige, ist das nicht einfach. Er hat das wirklich sehr gut gemacht. Natürlich haben wir ihn unterstützt. Gianpiero hat ihm aus dem Hintergrund geholfen."
Nico Hülkenberg (Audi) ...
... zum Rennen: "Ich hatte natürlich ein Problem am Start. Ich weiß noch nicht, was passiert ist, das muss ich mir mit dem Team anschauen und besprechen. Es hat sich etwas komisch angefühlt. Ich hatte einen Anti-Stall, allerdings nicht direkt am Start, sondern erst nach den ersten Metern. Das war ungewöhnlich, natürlich nicht ideal und hat uns Zeit gekostet. Danach haben wir versucht, so viel wie möglich wiedergutzumachen. Aber der Rückstand war nicht mehr aufzuholen, weil wir ungefähr die gleiche Pace wie die Autos vor uns hatten. Das war das höchste der Gefühle."
Frederic Vasseur (Teamchef Ferrari) ...
… zum zweiten und vierten Platz in Austin: "Das Positive ist, dass wir vom ersten Training bis zur letzten Runde die Pace hatten. Wenn wir etwas kritisieren wollen, dann ist es der letzte Versuch in Q3. Da haben wir die erste Startreihe verloren und damit vielleicht auch ein noch besseres Rennergebnis. Insgesamt bin ich aber mit dem Wochenende zufrieden. Die Pace war stark und es lief gut. Ohne das Virtual Safety Car hätten wir vorne vielleicht noch besser mitkämpfen können. Jetzt müssen wir versuchen, nächste Woche in Q3 einen besseren Job zu machen und dann auch im Rennen wieder anzugreifen."
… zur stärkeren Rennpace im Vergleich zum Qualifying: "Unsere Rennpace war auch in den vergangenen Rennen gut. Aber im Qualifying ist es mal so und mal so. Da bewegen sich alle am Limit. Das sieht man auch bei den anderen. Russell hat sich nicht verbessert, die beiden McLaren haben sich in Q3 ebenfalls nicht verbessert und einige andere Fahrer auch nicht. Dazu kamen Windböen, die die Bremspunkte verändert haben. Kimi hat sich stark verbessert, die anderen eben nicht."
… zum Überholmanöver von Charles Leclerc: "Das war ein super Zweikampf. Wir wussten, dass es auf der Geraden schwierig werden würde. Deshalb muss man in solchen Situationen ein bisschen kreativ sein."
… zu den Erwartungen an den Großen Preis von Mexiko: "Das wird natürlich ganz anders, vor allem wegen der Höhenlage und der Kühlung. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren haben wir auch ein anderes Abtriebsniveau. Das bedeutet, dass sich die Fahrer wahrscheinlich schon ab dem ersten Training wie verrückt beschweren werden, dass sie keinen Grip haben. Aber dann schalten wir einfach den Funk ab."
George Russell (Mercedes) ...
… zu seinem enttäuschenden Rennen: "Die Pace war heute einfach Schrott, um es kurz zu sagen. Ich habe direkt am Anfang Positionen verloren, aber insgesamt war unsere Pace einfach nicht gut genug."
… zu seinen Schwierigkeiten mit dem Auto: "Ich bin einfach nicht schnell genug. Wir müssen verstehen, woran das liegt. Es ist schon eigenartig, wenn man so weit hinter seinem Teamkollegen liegt."
Sky Sport Experte Ralf Schumacher ...
… zum elften Platz von Nico Hülkenberg: "Die Pace im Rennen war definitiv gut, aber heute nicht ganz gut genug. Da hat dann etwas gefehlt. Man muss sich genauer anhören, was Nico dazu zu sagen hat. Natürlich ist das besonders ärgerlich. Andererseits ist es ein Problem, das viele Teams gerne hätten, beispielsweise Williams oder Aston Martin. Man darf nie vergessen, dass es das erste Jahr von Audi ist."
… zur Leistung von Ferrari in Austin: "Charles Leclerc war super stark, aber Lewis Hamilton ebenfalls. Lewis war am Anfang ein bisschen langsam, hatte gegen Ende des Rennens aber auch gute Rundenzeiten. Diese Autos sind schwer zu fahren. Es ist schwierig, den richtigen Rhythmus zu finden. Wenn du ein bisschen neben die Ideallinie kommst, hast du sofort Dreck auf den Reifen und es dauert, bis sie wieder richtig funktionieren. Das war auch ein Problem."
… zum bevorstehenden WM-Titel von Kimi Antonelli: "Ich würde fast davon ausgehen, dass er schon in Mexiko Weltmeister wird. Mit diesem Auto müsste er ja schon einen Komplettausfall haben, um keine Punkte zu holen. Aber er hat sich das alles erarbeitet. Dass er hier gewonnen hat, war sicherlich nicht selbstverständlich. Das sieht man an seinem Teamkollegen. Genau das zeichnet seine Qualität aus."
… zur Kritik von Christian Horner an Helmut Marko (vor dem Rennen): "Bei Christian Horner ist es leider nichts Neues, dass das eine oder andere Mal etwas geschmacklos war. Ich finde das schade. Er macht sich damit seine ganze Arbeit selbst kaputt, denn er war mit dem Team zusammen sehr erfolgreich. Er hat den Motor, mit dem Red Bull hier Rennen gewonnen hat, maßgeblich mit beeinflusst. Er hat die Leute geholt und macht dann so etwas. Das ist einfach nur schade und traurig."
… zur mentalen Entwicklung von Kimi Antonelli (vor dem Rennen): "Wir reden über einen ganz jungen Piloten mit wenig Erfahrung, der in dieses Haifischbecken Formel 1 gekommen ist. Daran zu arbeiten, ist wichtig. Du musst auch dich selbst wirklich auf den Punkt bringen. Als Fahrer erlebst du Enttäuschungen und hast nicht immer ein perfektes Wochenende. Damit musst du umgehen lernen."
… zu den Schwierigkeiten von George Russell bei Mercedes (vor dem Rennen): "Er kommt mit dem Auto immer noch nicht richtig zurecht. Am Limit tut er sich schwer und kämpft mit dem Wagen. Deshalb kann er auch nicht an die Leistungen von Kimi Antonelli heranfahren. George Russell passieren immer wieder Fehler. Er überzieht dann manchmal, bekommt Übersteuern, weil er versucht, noch mehr herauszuholen."
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