Yuki Tsunoda vor Max Verstappen – Piastri und Norris küssen die Wand in Baku

Ferrari hingegen überrascht am ersten Tag in Aserbaidschan.

Von Peer Kuni,

Der Freitag lief aus Sicht von Dr. Helmut Marko gut für die Red Bull. Sowohl Max Verstappen als auch Yuki Tsunoda konnten einen guten Eindruck hinterlassen.

Drei Erkenntnisse vom Trainingsfreitag in Baku.

1. Tsunoda verkürzt auf 2:36

Yuki Tsunoda sitzt seit dem dritten Saisonrennen in Japan im Red Bull und fährt an der Seite von Max Verstappen. Die bisherige Bilanz gleicht einer Horror-Show. Während Verstappen seither 194 WM-Punkte sowie drei Rennsiege einfuhr, kommt Tsunoda in dieser Zeit auf magere neun Pünktchen. In Baku gelang dem 25-Jährigen aber ein seltenes Erfolgserlebnis: Er war im 1. Freien Training schneller als Verstappen.

Die Europatour der Formel 1 ist vorbei, der Paddock ist zu Gast im Baku. Im ersten Freien Training von Aserbaidschan gibt es lange Probleme mit der Strecke und auch bei Oscar Piastri. Und bei Red Bull bietet sich ein seltenes Bild.

Tsunoda beendete FP1 auf P6 mit - 52 Tausendstel Vorsprung - unmittelbar vor dem Niederländer. Es war nach dem FP2 von Ungarn erst das zweite Mal überhaupt bei 38 gemeinsamen Trainingssessions im Red Bull, dass Tsunoda Verstappen hinter sich ließ. Dabei hatte Red Bull zunächst eine extrem aggressive Abstimmung gewählt, der RB21 setzte stark auf den Bodenwellen auf. Später nahm das Team eine Set-up-Adaption vor.

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"Yuki war auch zum ersten Mal im Longrun fast auf dem gleichen Niveau wie Max. Generell hält der Aufwärtstrend an", freute sich Motorsportberater Dr. Helmut Marko am Sky Sport Mikrofon. Im 2. Freien Training drehte der vierfache Weltmeister den Spieß wieder um und lag über eine halbe Sekunde vor Tsunoda. Allerdings setzte der Japaner seine schnellste Zeit auf den langsameren Mediums.

Das zweite Freie Training ist Baku wurde zum Stresstest für die Strecke. Zumindest für einige Banden, denn die Fahrer küssten das ein oder andere Mal die Begrenzungen der Strecke. Bei McLaren gab es derweil die nächsten technischen Probleme.

Insgesamt zeigte sich Marko mit der Freitags-Performance seines Teams sehr zufrieden. "Die Longruns waren positiv, da sind wir vorne dabei. Auch mit dem Reifenverschleiß schaut es gut aus. Für das Qualifying fehlt uns eine bis anderthalb Zehntel - das kann man mit der Feinabstimmung noch herausholen", so der 82-jährige Grazer: "Das Auto hat sicher einen Schritt vorwärts gemacht. Das Arbeitsfenster ist breiter geworden."

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ZUM DURCHKLICKEN: Die Vertragslaufzeiten der F1-Piloten

Weltmeister Lando Norris fährt noch bis mindestens 2026 für McLaren.
Der Vertrag von Oscar Piastri beim Papaya-Team ist bis 2028 datiert.
Der Vertrag von George Russell bei Mercedes läuft Ende 2026 aus.
Auch Andrea Kimi Antonelli ist bei Mercedes bis 2026 Stammpilot.
Der vierfache Weltmeister Max Verstappen bleibt noch bis 2028 bei Red Bull.
Isack Hadjar ersetzt nach einem starken Rookie-Jahr bei den Racing Bulls Yuki Tsunoda und fährt 2026 im zweiten Red Bull.
Charles Leclerc hat bei Ferrari einen Kontrakt bis 2026.
Auch F1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton bleibt der Scuderia 2026 erhalten.
Alexander Albon hatte im Mai 2024 einen neuen mehrjährigen Vertrag bis mindestens 2026 bei Williams unterschrieben.
Teamkollege Carlos Sainz geht 2026 in seine zweite Saison beim Traditionsrennstell.
Routinier Fernando Alonso könnte bei Aston Martin seine letzte F1-Saison fahren.
Auch Lance Stroll wird mindestens noch 2026 für Aston Martin an den Start gehen.
Liam Lawson fährt nach seiner Ausbootung bei Red Bull auch 2026 für die Racings Bulls.
Arvid Lindblad ist 2026 der einzige Rookie im Feld. Der Brite mit indisch-schwedischen Wurzeln fährt für die Racing Bulls.
Youngster Oliver Bearman geht bei Haas in sein zweites F1-Jahr.
Esteban Ocon hatte Alpine 2024 verlassen. Bei seinem neuen Arbeitgeber Haas hatte er einen Vertrag über mehrere Jahre unterzeichnet.
Nico Hülkenberg ist aktuell der einzige deutsche Pilot in der Formel 1. Zur Saison 2025 wechselte er von Haas zu Sauber und fährt dort beim neuen Audi-Werksteam auch 2026 mit Option auf 2027.
Bei Audi heißt sein Teamkollege auch weiterhin Gabriel Bortoleto.
Pierre Gasly hatte im Sommer 2025 seinen Vertrag bei Alpine verlängert und fährt nun bis mindestens 2028 für den französischen Rennstall.
Franco Colapinto hatte Jack Doohan nach nur sechs Rennen 2025 bei Alpine ersetzt. Alpine verlängerte seinen Vertrag für die Saison 2026.
Valtteri Bottas fährt ab 2026 für das Cadillac Formula 1 Team.
Sergio Perez fährt ab 2026 für das Cadillac Formula 1 Team.

2. Schwarzer Freitag für McLaren

Während Red Bull den Trainingsfreitag positiv bewertete, sah die Stimmung bei McLaren eher negativ aus. Dabei lief es für Lando Norris in FP1 noch reibungslos, der Vizeweltmeister dominierte die Session. Teamkollege Oscar Piastri hatte hingegen mit technischen Problemen an seinem MCL39 zu kämpfen. Der australische WM-Führende hatte dabei noch Glück, dass er aufgrund einer Roten Flagge nicht noch mehr an Fahrzeit verlor.

In FP2 küssten beide McLaren die Mauer und landeten am Ende auf den Plätzen zehn und zwölf - rund eine Sekunde Rückstand auf die Spitze. "Norris ist etwas zu weit rausgekommen. Aber McLaren hatte generell Probleme. Auch bei Piastri waren Fehler dabei. McLaren scheint nicht das richtige Grip-Gefühl zu haben, das Auto rutscht sehr viel. Sie kriegen den Reifen nicht ans Arbeiten, deshalb tun sie sich hier schwer", erklärte Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher.

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Die McLaren tun sich am Freitag in Baku schwer, besonders im zweiten Freien Training. Ralf Schumacher erklärt, wo die Probleme liegen könnten.

Die Kampfspuren von den Baku-Mauern waren an beiden Autos deutlich sichtbar. "Bei McLaren muss man sich was einfallen lassen", resümierte Schumacher. Allerdings hatten viele Piloten Schwierigkeiten, das richtige Limit auf dem Stadtkurs zu finden. Norris und Piastri waren nicht die einzigen Fahrer, die die Streckenbegrenzung berührten oder mal den Bremspunkt verpassten. "Dadurch sind sie in den Qualifying-Runs nicht so zur Geltung gekommen", revidierte Marko daher auch das Ergebnis.

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3. Ferrari plötzlich an der Spitze

Vom Resultat her überraschte Ferrari. Lewis Hamilton fuhr die Bestzeit in FP2. "Ferrari macht auf jeden Fall einen guten Eindruck. Aber was noch viel wichtiger war: Man hat das Gefühl, dass Fahrer und Ingenieur sich jetzt gegenseitig Hoffnung machen. Es gab auch einen sehr schönen Funkspruch vom Ingenieur an Hamilton mit Lob für seine gute Runde", sagte Schumacher.

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Charles Leclerc landete hinter dem Teamkollegen auf P2 vor den beiden Mercedes, in FP1 war der Monegasse mit P3 auch schon vorne dabei. Leclerc hatte in Aserbaidschan in den vergangenen vier Jahren jeweils die Pole geholt, konnte diese anschließend allerdings nie in einen Sieg umwandeln. Hamilton feierte in seiner Karriere mit Mercedes jeweils eine Pole (2017) sowie einen Rennsieg (2018) in Baku.

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"Hamilton war hier sehr schnell. Aber Ferrari und auch Mercedes sind oft am Freitag sehr stark - und dann kommt nichts mehr. Aber es wird eng an der Spitze, ganz klar", meinte Marko. Die Scuderia legte auch beim Heimspiel zuletzt in Monza sehr stark los und schob sich dort mit beiden Fahrern in FP1 an die Spitze des Tableaus. Am Ende waren Red Bull und McLaren in Qualifying und Rennen allerdings deutlich schneller.

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