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Formel 1 News: Heidfeld-Kolumne zu Schumacher, Vettel & Hülkenberg

Heidfeld: Teamkollege wird für Schumacher ganz wichtig

Nick Heidfeld

23.10.2020 | 13:57 Uhr

Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.
Image: Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. © Sky

Ex-Formel-1-Fahrer und Sky Experte Nick Heidfeld spricht in seiner Kolumne über die Zukunft von Mick Schumacher in der Königsklasse des Motorsports. Zudem beleuchtet er den Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin.

Endlich war die Formel 1 wieder am Nürburgring. Den Fahrern hat es sichtlich großen Spaß gemacht. Den Zuschauern auch. Es war natürlich schade, dass der Freitag flach gefallen ist und Mick Schumacher nicht in sein Auto steigen und fahren konnte. Das wäre ein ganz besonderer Moment gewesen.

Mick Schumacher ist perfekt vorbereitet

Aber alle Anzeichen sprechen dafür, dass wir Mick in der kommenden Saison bei jedem Rennen in der Königsklasse erleben werden. Darüber werden sich die vielen Schumacher-Fans in Deutschland schon jetzt freuen. Das Wichtigste: Ich bin davon überzeugt, dass er es auch wirklich drauf hat. Er bringt alles mit, um in der F1 mitzuhalten. Er ist perfekt vorbereitet.

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Ganz wichtig wird für ihn sein Teamkollege sein. Gerade in der Debüt-Saison. Wenn es Kimi ist, wäre das super für Mick. Ich bin mit ihm ja früher selber gefahren. Er ist ein sehr ehrlicher Typ. Der redet keinen Blödsinn. Das ist vor allem im ersten Jahr sehr, sehr hilfreich. Er wird ihm helfen, gut zurecht zu kommen.

Ferrari-Aus hat Vettel zugesetzt

Dr. Helmut Marko hat in seinem Interview mit Ralf Schumacher sehr offen über die momentane Situation von Sebastian Vettel gesprochen. Die Trennung von Ferrari habe Sebastian sehr zugesetzt. Gerade ihm als sensiblen Menschen. Er sei nicht mehr wiederzuerkennen, mache ''Anfängerfehler" und stecke in einer Spirale, die immer weiter abwärts geht.

Ich war sehr überrascht von diesen offenen Worten. Marko kennt Vettel ja sehr gut, spricht häufig mit ihm. Ich glaube jedoch, dass die Fehler, welche er letztlich gemacht hat, andere waren, als in der jüngeren Vergangenheit. Es waren weniger Fehler im Zweikampf, als mehr Fehler beim Finden des Limits. Er scheint sich da jetzt mehr zu trauen und da weniger befangen zu sein. Das finde ich positiv.

Teamwechsel kann für Vettel viel bewirken

Ich glaube aber nach wie vor, dass er mit der Unterschrift bei Aston Martin nach vorne schauen kann und die Zeit bei Ferrari gedanklich abhaken kann, auch wenn er in den letzten Rennen keine gute Leistungen gezeigt und Fehler gemacht hat.

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Problematisch: Umso länger die Situation andauert, desto schwieriger wird es für ihn, da rauszukommen. Das ist im Sport nicht anders als im ''normalen" Leben. Irgendwann kommt man in einen Teufelskreis rein. Aber ich habe trotzdem die große Hoffnung, dass Sebastian noch mal die Kurve kriegt.

22:45
Formel 1: In diesem Video spricht Helmut Marko exklusiv mit Ralf Schumacher u.a. über Sebastian Vettel, Max Verstappen und Nico Hülkenberg. (Länge: 22:45 Minuten)

Ich glaube, dass der Teamwechsel viel bewirken kann. Ganz wichtig wird der Start bei Aston Martin sein. Der Anfang muss funktionieren, damit er gleich ein "AHA-Erlebnis" hat. Entscheidend ist nicht nur der Teamwechsel, sondern auch das neue Auto, mit seiner neuen Charakteristik.

Es wurde ja viel darüber geschrieben, dass der Ferrari extrem schwer zu fahren sei. Der aktuelle Racing Point ist aber eher wie ein Mercedes zu fahren, mit mehr Haftung an der Hinterachse. Das wird dem Sebastian vermutlich viel besser liegen.

Der Knackpunkt könnte also sein: Sich in das neue Auto setzen, gut damit klar kommen und von Anfang an weniger Fehler machen. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Hat Vettel gegenüber Lance Stroll Nachteile bei Aston Martin?

Eine besondere Konstellation bei Aston Martin ist natürlich sehr problematisch für Sebastian. Wenn dein Teamkollege zugleich auch der Sohn vom Teambesitzer ist, musst du höllisch aufpassen. Dass der Sohn vom Eigentümer bevorteilt wird, ist sehr wahrscheinlich.

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Perez hat ja bereits sein Leid geklagt, dass er erst ein Update bekommt, wenn auch die Ersatzteile für Lance bereitliegen. Ich bin mir sicher, dass Sebastian vorgesorgt hat und eine Klausel im Vertrag hat, die ihm garantiert, dass er mindestens gleichgestellt ist. Alles andere würde mich wundern oder wäre sogar verrückt. So blauäugig wird Sebastian nicht sein.

Sehr bemerkenswert finde ich auch Markos Offenheit bezüglich der Fahrerpaarung bei Red Bull im kommenden Jahr. Er nennt konkret Perez und Hülkenberg als die beiden möglichen Kandidaten, falls Alex Albon nicht endlich konstant seine Leistungen bringt.

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Formel 1: In diesem Video spricht Helmut Marko im Interview mit Ralf Schumacher über Sebastian Vettel. (Länge: 1:29 Minuten)

Auch extrem fand ich, wie Albon bis jetzt in dieser Saison hofiert wurde. Aus taktischer Sicht kann ich das nachvollziehen. Aber da muss man sich schon wundern, wenn man bedenkt, wie Red Bull in der Vergangenheit mit seinen Fahrern umgegangen ist, sie sogar in der Saison ausgetauscht hat.

Hülkenberg wäre der richtige Mann bei Red Bull

Ganz ehrlich: Wenn man sich die Fakten und die Rundenzeiten anschaut, ist offensichtlich, dass Albon viel zu weit abfällt. Das kann sich ein Spitzenteam wie RB auf Dauer einfach nicht erlauben.

Nico Hülkenberg wäre genau der richtige Mann für den Job neben Max Verstappen. Man sucht bei Red Bull niemanden, der Verstappen schlagen kann. Perez oder Hülkenberg würden als klare Nummer zwei geholt. Es wird erwartet, dass sie konstante Leistungen zeigen.

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Das traue ich auch Nico zu 100 Prozent zu. Natürlich würde es mich freuen, wenn er Max die Stirn bieten könnte. Aber meine Einschätzung ist, dass es momentan nicht viele auf diesem Planeten gibt, die Max das Wasser reichen können. Eine Traumpaarung wäre natürlich Max und Lewis in einem Team...

Nico könnte die Erwartungen zu 100 Prozent erfüllen. Da bin ich mir sicher. Bei manch anderen Teams wäre er die Nummer eins, bei RB aber die perfekte Nummer zwei.

Red Bull macht Boden auf Mercedes gut

Am kommenden Wochenende dürfen wir uns auf einen tollen Kurs freuen. Ich kenne die Strecke in Portimao. Ich habe dort Sportwagen getestet. Es geht viel auf und ab. Das macht Laune! Es gibt ein paar blinde Ecken. Die sind tückisch.

Wir dürfen uns auf ein sehr unterhaltsames Rennen freuen. Insgesamt stehen uns tolle Rennsportwochenenden bevor. Red Bull hat gegenüber Mercedes mächtig aufgeholt. Mercedes konzentriert sich in der Entwicklung schon voll auf das Auto des kommenden Jahres, das aktuelle wird nicht mehr weiterentwickelt.

Die Bullen machen ihr Auto hingegen immer schneller. Beim Rennen am Nürburgring war es deutlich zu sehen: Das letzte Update hat RB fast auf Augenhöhe mit Mercedes gebracht. Wir werden also spannende Rennen bis zum Saisonende erleben. Versprochen!

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