Argentinien - Schweiz; FIFA WM 2026 Viertelfinale
Argentinien - Schweiz. FIFA WM 2026 Viertelfinale.
GEHA Field at Arrowhead StadiumZuschauer69.045.
Argentinien 3
- A Mac Allister (10. minute)
- J Álvarez (112. minute)
- L Martínez (121. minute)
Schweiz 1
- D Ndoye (67. minute)
- B Embolo (s/o 72. minute)
Argentinien gewinnt das WM-Viertelfinale gegen die Schweiz
Argentinien steht nach einem schwer erkämpften Sieg im Halbfinale gegen England. Entscheidend ist ein Platzverweis für Breel Embolo.
12.07.2026 | 06:33 Uhr
Lionel Messi riss erleichtert die Arme hoch, riss sich sein Trikot vom Leib, schwenkte es ausgelassen über dem Kopf und feierte mit einem glückseligen Lachen einen schwer erkämpften Sieg.
Während tapfere Schweizer nach einem langen Kampf in Unterzahl erschöpft im tosenden Arrowhead-Stadion in Kansas City standen, tanzten die Argentinier nach dem 3:1 (1:1, 1:0) n.V. ausgelassen vor ihren euphorisierten Anhängern. Gegner in der Runde der letzten vier ist England.
Erlösung in der Verlängerung
Julian Alvarez erlöste mit einem Traumtor in der 110. Minute seinen Kapitän, Zehntausende Argentinier im Stadion und ein ganzes Land. Der eingewechselte Lautaro Martinez setzte den Schlusspunkt (120.+1). Die entscheidende Szene aber war ein Platzverweis für Breel Embolo (72.) kurz nach dem Ausgleich für die Schweizer durch Dan Ndoye (67.). Der Mittelstürmer sah nach VAR-Intervention Gelb-Rot für eine klare Schwalbe.
"Wir hatten das Momentum auf unserer Seite", klagte der Schweizer Trainer Murat Yakin. "Wer den Spielverlauf gesehen hat: Wir sind viel besser gewesen als der Gegner, aber davon können wir uns nichts kaufen. Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Aber es ist sehr schade, dass wir auf diese Art und Weise ausscheiden."
In der Tat spielte Argentinien nach dem Platzverweis Powerplay, trat aber ansonsten nicht überzeugend auf. "Wir hatten das Glück auf unserer Seite, ein Spieler hat die Rote Karte gesehen. Was wir erreicht haben, ist historisch - wir stehen im Halbfinale", sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni.
Mutige Schweizer
Alexis Mac Allister hatte den Weltmeister zunächst nach einem Eckball von Messi per Kopf in Führung gebracht (10.). Danach ließen es die Argentinier aber immer ruhiger angehen, sie wurden schludrig und wurden von den zunehmend mutigeren Schweizern prompt bestraft - fünf Minuten später flog Embolo völlig berechtigt vom Platz. Der aufgebrachte Angreifer war in Tränen aufgelöst.
WM-Rekordtorjäger Messi blieb erstmals nach neun WM-Spielen in Serie ohne eigenen Treffer - bei dieser Endrunde hat er bislang acht erzielt. Mit seiner punktgenauen Hereingabe verbuchte er aber seinen zehnten Scorerpunkt im laufenden Turnier. Trotz eines weitgehend unspektakulären Auftritts gegen die Schweiz lassen Messi und Co. das Land von WM-Titel Nummer vier nach 1978, 1986 und 2022 träumen.
Giganten-Duell in Atlanta
Im Halbfinale am Mittwoch (21:00 Uhr MESZ/MagentaTV) in Atlanta kommt es aber erst mal zum Giganten-Duell gegen England. Zugleich werden wieder Erinnerungen wach an das WM-Viertelfinale 1986, als Argentinien auf dem Weg zum Titel England 2:1 besiegte: Dank der "Hand Gottes" und eines Super-Solos von Diego Maradona.
Die Schweiz verlässt die WM-Bühne derweil erhobenen Hauptes. Auch wenn es mit der historischen ersten Halbfinal-Teilnahme nichts wurde: Mit dem Erreichen der Runde der letzten acht gelang den Eidgenossen beim Turnier in Nordamerika der größte WM-Erfolg seit 72 Jahren.
Kalte Dusche für die Schweizer
Die Schweizer begannen tatsächlich druckvoll, schnürten den Gegner in den Anfangsminuten in die eigene Hälfte ein - und erhielten beim ersten Angriff der Argentinier dann doch die kalte Dusche. Ein Eckball Messis landete punktgenau bei Mac Allister, der den Ball aus fünf Metern ins Tor wuchtete und das Arrowhead Stadium erstmals vibrieren ließ.
Die Südamerikaner schalteten fortan in den Verwaltungsmodus. Messi gönnte sich seine typischen Messi-Pausen und auch sonst passierte nicht viel. Nach einer guten Stunde aber häuften sich die Chancen für die Schweizer - der Ausgleich fiel beinahe zwangsläufig, auch der gute Torhüter Emiliano Martínez konnte in dieser Szene nicht mehr ausrichten. Für die Schweiz wäre in dieser Phase mehr drin gewesen - Embolo erwies seiner Mannschaft aber einen Bärendienst.
Alle weiteren wichtigen Nachrichten zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™ gibt es im WM Update nachzulesen.