Lothar Matthäus: Sky Experte über Mane, Saudi-Arabien, Can und 2. Liga

Gehe noch von weiteren Bayern-Abgängen aus

Von Lothar Matthäus, Fußball Experte

Image: ''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.

Lothar Matthäus kommentiert in seiner Kolumne die enormen Summen, mit denen die Klubs aus Saudi-Arabien Spieler wie Sadio Mane in ihre Liga locken. Er blickt zudem auf die Transfers des FC Bayern, geht von weiteren Abgängen beim Rekordmeister aus und blickt außerdem auf die Kapitänswahl beim BVB.

Der FC Bayern schließt mit dem Weggang von Sadio Mane die nächste Baustelle. In Saudi-Arabien soll er etwa 40 Millionen Euro netto verdienen. Geld spielt dort keine Rolle, denn sie wollen die WM 2030 ausrichten und ich gehe davon aus, dass dazu schon ganz klare Pläne vorliegen. Katar hat durch die WM 2022 viel Aufmerksamkeit bekommen, und jetzt wird in Saudi-Arabien die eine oder andere Milliarde lockergemacht, um die Liga interessant zu machen.

Sadio Mane wechselt vom FC Bayern München zu Al Nassr in die Saudi Pro League. Der Senegalese wird damit Teamkollege von Cristiano Ronaldo. Die Einzelheiten des Transfers.

Wir reden aber nicht nur über Mane und andere ältere Spieler wie Roberto Firmino, die dem Ruf des Geldes gefolgt sind, sondern auch über einen Matthias Jaissle, einen erst 35 Jahre alten Trainer. Man kann es ihm nicht verdenken, wenn er sich für einen Wechsel zu Al-Ahli entscheidet, aber ich glaube nicht, dass die sportlichen Herausforderungen für ihn in Saudi-Arabien größer sind, als in der Champions League zu spielen oder den Sprung in die Bundesliga schaffen zu wollen.

Wir haben vor einem halben Jahr über Ronaldo diskutiert, jetzt sprechen wir über Mane oder Mbappe - und wir werden weiterhin mit diesen Summen leben müssen.

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Wenn du ganz nach oben willst, darf Geld nicht im Vordergrund stehen

Wenn ein Spieler wie Ronaldo, der auf dem absteigenden Ast oder bei seinem Verein nicht mehr gesetzt ist, zum Ende seiner Karriere für ein oder zwei Jahre noch einmal viel Geld verdienen will, kann ich das nachvollziehen.

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Aber es gibt auch sportliche Ansätze für mich als ehemaligen Spieler, wo ich sage, das Geld sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern die Perspektive. Was will ich erreichen? Wo will ich hin?

Wenn du ganz nach oben willst, kannst du dich als junger Spieler in Saudi-Arabien nicht präsentieren, denn du spielst nicht gegen die stärksten Spieler der Welt. Der Fußball wird dort nicht so extrem ernst genommen, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er so professionell betrieben wird wie bei einem Topverein in Europa.

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Durch Verkäufe generiert Bayern Einnahmen für große Transfers

Was den FC Bayern betrifft, gehe ich davon aus, dass noch weitere Spieler gehen werden. Ich habe schon in meiner letzten Kolumne geschrieben, dass ich für Yann Sommer keine Zukunft mehr beim FC Bayern sehe, wenn Manuel Neuer zurückkommt.

Durch den Verkauf von Spielern wie Lucas Hernandez, Marcel Sabitzer, Mane und Sommer können die Bayern wichtige Einnahmen generieren, um das nötige Kleingeld für die großen Transfers von Kane und Walker zu haben, die eventuell in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.

Die Bosse des FC Bayern basteln weiter am Transfer von Wunschspieler Harry Kane nach München. Bayern-Sportdirektor Jan-Christian Dreesen und Kaderplaner Marco Neppe sind am Montag auf dem Weg zum Flughafen, um nach London zu reisen.

Für mich hätte es nie eine Diskussion um Goretzka gegeben

Leon Goretzka hat in der vergangenen Woche gesagt, dass er beim FC Bayern bleiben will. Für mich hätte es nie eine Diskussion um ihn gegeben. Er war ein wichtiger Spieler bei den großen Erfolgen des Vereins, aber er muss auf seiner Position eingesetzt werden, wie ein Emre Can in Dortmund auch. Can ist beim BVB auf der Sechs stark geworden und Goretzka hat auf seiner Position in München über lange Zeit sehr gut gespielt. In den vergangenen Jahren hat beim FC Bayern vieles nicht gestimmt, und dadurch hat auch bei Goretzka nicht mehr das funktioniert, was man über Jahre von ihm gesehen hat. Es ist wichtig, dass er die Möglichkeit bekommt, seine Qualitäten auf den Platz zu bringen.

Bayern Münchens Mittelfeldstar Leon Goretzka hat alle Spekulationen über einen Abschied vom deutschen Rekordmeister zurückgewiesen.

Can der richtige Kapitän - Reus und Hummels immer noch wichtig

Borussia Dortmund hat Can als neuen Kapitän als Nachfolger von Marco Reus gewählt, Mats Hummels ist nicht mehr im Mannschaftsrat, aber er ist nach wie vor ein wichtiger Ansprechpartner für seine Mitspieler und für den Trainer. Das war bei mir auch so, als ich damals in München als Kapitän abgewählt wurde. Ich glaube, dass Marco und Mats sich sehr gut überlegt haben, diese Verantwortung abzugeben. Marco hat in der vergangenen Saison gesehen, dass er nicht unbedingt als Stammspieler gesetzt war. Durch so etwas gibt es Diskussionen, und die stören die Konzentration.

Can ist Stammspieler, er hat eine überragende Rückrunde gespielt und war schon immer einer der Wortführer. Er war auf dem Platz immer sehr gestenreich unterwegs, da könnte er sich jetzt vielleicht ein wenig zurücknehmen. Er kann auf seiner Position viel Einfluss nehmen und hat im Verein große Anerkennung, das hat man bereits an seiner Vertragsverlängerung gesehen.

Mit seiner neuen Rolle als BVB-Kapitän legt Emre Can seine persönliche Messlatte nochmal höher als zuvor. Der Nationalspieler erzählt von seinem Wandel, Kritik nun anzunehmen und umzusetzen anstatt zu versuchen sie abzuwehren.

Mit Can und Sabitzer sowie Süle und Hummels hat der BVB sehr erfahrene Spieler in seinen Reihen. Ich glaube, dass diese Erfahrung gerade im Meisterkampf in der Bundesliga wichtig sein kann. Wenn man wieder oben angreifen will, muss man den Weggang von Bellingham kompensieren, und dabei setzen die Dortmunder auf Erfahrung.

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Zweitliga-Auftakt war ein Spektakel

Das Zweitliga-Auftaktspiel zwischen dem Hamburger SV und Schalke 04 war ein Spektakel. Der HSV und Schalke gehören für mich zu den Kandidaten für die ersten drei Plätze, einen klaren Topfavoriten sehe ich nicht.

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Ich glaube, dass auch Vereine wie der Karlsruher SC oben mitmischen können. Ich denke, dass die Mannschaft durch das neue Stadion und die Verpflichtung von Lars Stindl einen Schub bekommen und die Klubs mit den ganz großen Namen und WM-Arenen ärgern kann.

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Wir müssen aufhören mit dieser Weinerei

Die deutschen Spielerinnen haben sich nach dem 1:2 bei der Frauen-WM gegen Kolumbien überhaupt nicht über eine harte Spielweise der Gegnerinnen beschwert, aber in Teilen der Berichterstattung war das vor und nach dem Spiel ein großes Thema. Härte gehört im Fußball dazu. Es war ein körperbetontes, aber aus meiner Sicht ein faires Spiel. Ich finde, wir müssen aufhören mit dieser Weinerei.

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Nach Leverkusens Aus im Europa-League-Halbfinale gegen AS Rom wurde in der Berichterstattung über das Zeitspiel der Italiener geklagt - dabei betrug die Nettospielzeit 63 Minuten! Im internationalen Fußball gehören gewisse Dinge schon aus professionellem Gründen dazu. Warum müssen wir immer die Fehler bei anderen suchen? Das stört mich als Experte.

Einige von Flicks Entscheidungen waren überraschend

Hansi Flick hat sich zuletzt gegen die Kritik gewehrt, er würde nicht nach dem Leistungsprinzip aufstellen. Ich finde es legitim, dass man darüber spricht, ob die besten und fittesten Spieler aufgestellt wurden. Dass ein Verantwortlicher von Union Berlin eine andere Sichtweise als der Nationaltrainer hat, ist völlig normal. Hansi trifft seine Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen, aber einige waren auch für mich überraschend. Wenn zum Beispiel ein David Raum in Leipzig nicht spielt, dann hat er eigentlich in der Nationalmannschaft auch nichts zu suchen.

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