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Brasilien - Mexiko

FIFA WM 2018 Achtelfinale

Brasilien 2

  • Neymar 51'
  • R Firmino 88'

Mexiko 0

    Selecao trifft auf Belgien oder Japan

    Effiziente Brasilianer stehen im Viertelfinale - Mexiko raus

    03.07.2018 | 11:23 Uhr

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    Neymar versenkt Mexiko! Brasiliens Titel-Traum lebt

    Neymar läuft langsam heiß: Dank seines Superstars hat Rekord-Champion Brasilien den nächsten Schritt auf dem Weg zum sechsten Stern gemacht und das Favoritensterben bei der WM in Russland gestoppt.

    Neymar führte die Selecao gegen Deutschland-Schreck Mexiko mit seinem zweiten Turniertor (51.) und einer Vorlage zum 2:0 (0:0)-Sieg und ins Viertelfinale gegen Belgien oder Japan. Die Mexikaner konnten dagegen ihren Achtelfinal-Fluch nicht besiegen und schieden zum siebten Mal in Folge in der Runde der letzten 16 aus.

    Neymars Führungstreffer war ein Augenschmaus. Der teuerste Fußballer der Welt leitete das Tor mit einem Hackentrick an der Strafraumgrenze auf Willian ein, der bis kurz vor die Grundlinie durchsprintete und zurückpasste auf Neymar, der nur noch einzuschieben brauchte. Es war das 227. Tor in Brasiliens WM-Geschichte - Rekord, Deutschland kommt auf 226. Das 2:0 durch den eingewechselten Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino (88.) leitete Neymar ein.

    FIFA WM 2018 in UHD: Sky zeigt 25 Spiele LIVE im TV

    FIFA WM 2018 in UHD: Sky zeigt 25 Spiele LIVE im TV

    Gestochen scharf durch das Sport-Highlight des Sommers: Erstmals in Deutschland überträgt Sky 25 Spiele der FIFA WM 2018 in Russland live und in Ultra HD.

    Beim 222-Millionen-Mann lagen allerdings Genie und Wahnsinn mal wieder nahe beieinander. Als Miguel Layun dem am Boden liegenden Stürmerstar in einer Spielpause (71.) aus Versehen leicht auf den Knöchel stieg, tat der sich windende und zuckende Neymar so, als ginge es zu Ende mit ihm. Wenig später lief er wieder aufs Feld.

    Wir mussten leiden, es war sehr schwer. Wir wussten, dass wir vorne nur einen rein machen müssen, weil wir hinten sicher stehen", sagte der herausragende Neymar.

    Casemiro muss passen

    Kleiner Wermutstropfen für die Brasilianer: Casemiro vom Champions-League-Sieger Real Madrid wird im Viertelfinale am Freitag in Kasan gelbgesperrt fehlen.

    Die Mexikaner stellten die Selecao vor 41.970 Zuschauern in Samara zunächst vor ähnliche Probleme wie Weltmeister Deutschland im ersten Gruppenspiel: Giftig in den Zweikämpfen, blitzschnell auf den Beinen und mutig im Pressing, hinterließen sie sichtbaren Eindruck beim Rekord-Champion.

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    Brasilien gegen Mexiko.
    Image: Die Mexikaner schnüren die Laufwege des Superstars vor allem im ersten Durchgang ein. © Getty

    Vor allem über den flinken Linksaußen Carlos Vela fuhren die Mexikaner immer wieder gefährliche, schnörkellose Angriffe. Auch Hirving "Chucky" Lozano war über rechts ständiger Unruheherd. Die Brasilianer vermissten dort den am Rücken verletzten Marcelo, den Filipe Luis nicht gleichwertig ersetzen konnte. Der Ex-Leverkusener Javier Chicharito Hernandez, frisch blondiert ins Spiel gegangen, blieb dagegen unauffällig.

    Allein die Durchschlagskraft fehlte den Lateinamerikanern, so dass Brasiliens Torwart Alisson nur selten gefordert war. Nachdem sich die Mexikaner gut 20 Minuten lang ausgetobt hatten, übernahmen die Südamerikaner allmählich die Initiative. Der bemühte Neymar spielte sich in der 25. Minute die bis dahin beste Chance der Brasilianer heraus, tanzte Edison Alvarez und Hugo Ayala im Strafraum aus, scheiterte mit seinem Schuss aber an Torwart Guillermo Ochoa.

    Ochoa hält wie vor vier Jahren

    Das war der Startschuss zur ersten brasilianischen Drangperiode, in der Jesus (33.) die beste Chance hatte, aber auch nicht an Ochoa vorbeikam. Der mexikanische Torwart hatte bei der WM vor vier Jahren in Brasilien die Gastgeber im Gruppenspiel (0:0) mit zahlreichen Weltklasseparaden in die Verzweiflung getrieben.

    1. Mit dem frühen WM-Aus sind die Titel-Träume von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi geplatzt - vielleicht für immer? Bei der nächsten WM wären die beiden 37 und 35. Wir zeigen, welche Fußball-Legenden nie einen WM-Titel geholt haben.
      Image: Mit dem frühen WM-Aus sind die Titel-Träume von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo geplatzt - vielleicht für immer? Bei der nächsten WM wären die beiden 35 bzw. 37 Jahre alt. Wir zeigen, welche Fußball-Legenden nie einen WM-Titel geholt haben. © Getty
    2. Lionel Messi: Er gilt als bester Fußball des 21. Jahrhunderts, mit der Nationalmannschaft will es aber einfach nicht klappen. 2006, 2010, 2014 und 2018 ging der fünffache Weltfußballer leer aus.
      Image: Lionel Messi: Er gilt als bester Fußball des 21. Jahrhunderts. Mit der Nationalmannschaft will es aber einfach nicht klappen. 2006, 2010, 2014 und 2018 ging der fünffache Weltfußballer bei einer WM leer aus. © Getty
    3. Ein Grund: In den wichtigen WM-Spielen trifft Messi nicht. In 756 K.o.-Minuten netzte der Argentinier nicht einmal ein.
      Image: Ein Grund: In den wichtigen WM-Spielen trifft Messi nicht. In 756 K.o.-Minuten netzte der Argentinier nicht einmal ein. © Getty
    4. Am nächsten dran war er 2014 – im Finale gegen Deutschland. Doch Mario Götze ließ den Traum mit seinem Treffer in der Verlängerung platzen.
      Image: Am nächsten dran war er 2014 – im Finale gegen Deutschland. Doch Mario Götze ließ den Traum mit seinem Treffer in der Verlängerung platzen. © Getty
    5. Cristiano Ronaldo: Auch der Real-Star durfte bei Weltmeisterschaften noch nicht jubeln. Bestes Resultat: ein vierter Platz beim Sommermärchen 2006.
      Image: Cristiano Ronaldo: Auch der Real-Star durfte bei Weltmeisterschaften noch nicht jubeln. Bestes Resultat: ein vierter Platz beim Sommermärchen in Deutschland 2006. © Getty
    6. Kleiner Trost für Ronaldo – 2016 klappte es nach einem Riesen-Drama im Finale immerhin mit dem Europameistertitel.
      Image: Kleiner Trost für Ronaldo – 2016 klappte es nach einem Riesen-Drama im Finale gegen Frankreich immerhin mit dem Europameistertitel.  © Getty
    7. Oliver Kahn: 11 Jahre lang war er die Nr. 1 im deutschen Tor. In 86 Spielen fürs DFB-Team sprangen 46 Siege raus. Für einen WM-Titel reichte es nie.
      Image: Oliver Kahn: Elf Jahre lang war er die Nummer eins im deutschen Tor. In 86 Spielen fürs DFB-Team sprangen 46 Siege raus. Für einen WM-Titel reichte es nie. © Getty
    8. Besonders bitter: Im Finale 2002 leistete sich Kahn gegen Brasilien einen folgenschweren Schnitzer. Ronaldo bedankte sich und schoss die Selecao zum Titel.
      Image: Besonders bitter: Im Finale 2002 leistete sich Kahn gegen Brasilien einen folgenschweren Schnitzer. Ronaldo bedankte sich und schoss die Selecao zum Titel. © Getty
    9. Steven Gerrard und Wayne Rooney: Sie waren Teil der 'goldenen Generation' Englands. Die Hoffnung war riesig  nahe kamen sie dem glänzenden Pokal aber nie.
      Image: Steven Gerrard und Wayne Rooney: Sie waren Teil der 'goldenen Generation' Englands. Die Hoffnung war riesig - nahe kamen sie dem glänzenden Pokal aber nie. © Getty
    10. 2006 kann Rooney mit dem großen Druck nicht umgehen. Im Viertelfinale gegen Portugal fliegt er nach einem Tritt vom Platz. England verliert mit 3:1 n.E.
      Image: Vor allem 2006 konnte Rooney mit dem großen Druck nicht umgehen. Im Viertelfinale gegen Portugal flog er nach einem Tritt vom Platz. England verlor mit 1:3 nach Elfmeterschießen. © Getty
    11. Paolo Maldini: Die italienische Legende gewann die Serie A ganze sieben Mal, fünf Mal die CL. Die Weltmeisterschaft war dagegen nicht Maldinis Wettbewerb...
      Image: Paolo Maldini: Die italienische Legende gewann die Serie A ganze siebenmal, fünfmal die Champions League. Die Weltmeisterschaft war dagegen nicht Maldinis Wettbewerb. © Getty
    12. 1994 zog er mit seinen Azzurri gegen Brasilien im Elfmeterschießen den Kürzeren. 2002 war Maldini mit dabei, als Italien schon in der Vorrunde k.o. ging.
      Image: 1994 zog er im Finale mit seinen Azzurri gegen Brasilien im Elfmeterschießen den Kürzeren. 2002 war Maldini mit dabei, als Italien schon in der Vorrunde k.o. ging.  © Getty
    13. Raul: Dreimal hat er es mit Spanien versucht (1998, 2002, 2006),  nie reichte es für die letzten Acht. Bitter: 2008 wurde Raul beim großen EM-Triumph zu Hause gelassen. Der Auftakt zur großen Glanzzeit der Spanier.
      Image: Raul: Dreimal hat er es mit Spanien versucht (1998, 2002, 2006), nie reichte es für die letzten Acht. Bitter: 2008 wurde Raul beim großen EM-Triumph zu Hause gelassen. Der Auftakt zur großen Glanzzeit der Spanier. © Getty
    14. Johann Cruyff: Er veränderte den Fußball, den WM-Pokal durfte der Niederländer aber nie hochstemmen. 1974 wurde er zum Spieler des Turniers gewählt. Im Finale gewann aber Deutschland.
      Image: Johann Cruyff: Er veränderte den Fußball, den WM-Pokal durfte der Niederländer aber nie hochstemmen. 1974 wurde er zum Spieler des Turniers gewählt. Im Finale gewann aber Deutschland. © Getty
    15. Eusebio: Goldener Schuh ja, Weltmeistertitel Fehlanzeige. 1966 schied der Portugals Nationalstolz im Halbfinale gegen England aus.
      Image: Eusebio: Goldener Schuh ja, Weltmeistertitel Fehlanzeige. 1966 schied der Portugals Nationalstolz im Halbfinale gegen England aus. © Getty

    Danach gewann die Selecao, angetrieben durch Neymar und Philippe Coutinho, immer mehr die Oberhand. Mexiko musste durchschnaufen, als es in die Halbzeitpause ging.

    Danach drückte Brasilien weiter, Mexiko kam nur noch vereinzelt zu Kontern. Bei einem dieser Gegenstöße, die El Tri mitunter ähnlich unkonzentriert zu Ende spielte wie beim Sieg gegen Deutschland, übersah Jesus Gallardo den freistehenden Lozano - praktisch im Gegenzug schlug Neymar zu. Paulinho (59.) und der starke Willian (63.), Antreiber vom FC Chelsea, und Neymar (68.) vergaben die frühzeitige Vorentscheidung. Die Führung war mittlerweile hochverdient. (sid)

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