Kanada - Marokko; Fußball WM Achtelfinale

SPIELENDE n.V. LIVE Verl. HZ

Kanada - Marokko. Fußball WM Achtelfinale.

NRG Stadium.

Live-Kommentar

Noch sind keine Tore gefallen im ersten WM-Achtelfinale zwischen Kanada und Marokko. Darum bemüht hatten sich allenfalls die Nordamerikaner, die zumindest bis Mitte der ersten Hälfte ein paar Torabschlüsse zustande bekamen. Richtig gefährlich wurde es nicht. Die Nordafrikaner erwiesen sich anfangs als äußerst zurückhaltend und versuchten dann, über viel Ballbesitz Kontrolle zu erlangen. An Raumgewinn zeigten sich die Löwen vom Atlas dabei weniger interessiert. Einen kümmerlichen Torschuss des Afrikameisters hat es gegeben - ganze fünf insgesamt in dieser Partie. Zuletzt rieben sich beide Mannschaften komplett in Zweikämpfen auf, was die Partie vollends verflachen ließ.

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Dann bittet Schiedsrichter Michael Oliver die Spieler zur Pause in die Kabinen.

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Farbe bringen nur die Karten ins Spiel. Jetzt ist Bilal El Khannouss gegen Luc De Fougerolles zu spät dran. Auch das gibt Gelb.

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Ballverluste sorgen jetzt mal für Bewegung. Auch Marokko versucht tatsächlich mal, den Umschaltmoment für sich zu nutzen. Doch zu Ende gespielt bekommt man es bei Weitem nicht.

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Inzwischen wirkt die Partie völlig zerfahren. Von Spielfluss ist keine Spur. Es geht umkämpft zu, was ständig zu Unterbrechungen führt.

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Soeben ist die reguläre Spielzeit des ersten Durchgangs abgelaufen. Sechs Minuten soll es noch obendrauf geben.

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Dann geht Azzedine Ounahi gegen Ali Ahmed mit der Axt zu Werke, hackt in dessen Unterschenkel. Erneut leuchtet die Farbe Gelb auf.

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In dieser Phase hält es der Unparteiische für angebracht, noch mehr Gelb zu verteilen. Brahim Diaz wird nahe der Mittellinie erst von Alistair Jonston und dann von Jonathan David gehalten. Letzterer bekommt die Karte.

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Und natürlich wird auch Richie Laryea mit einer Verwarnung bedacht. Vorbelastet sind von den Spielern auf dem Platz Niko Sigbur und Issa Diop.

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Urplötzlich wird es hitzig. Weit weg von den beiden Toren kommt es nach einem Schubser von Achraf Hakimi gegen Richie Laryea zu einem Streit. Der beschwört eine Rudelbildung herauf. Michael Oliver hat alle Hände voll zu tun und verteilt dann Gelb an Hakimi.

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Nennenswerte Torabschlüsse gibt es inzwischen auch bei den Kanadiern nicht mehr. Der Unterhaltungswert lässt zu wünschen übrig.

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Insofern müsste sich Kanada für all diesen Aufwand auch mal belohnen, wenn das am Ende nicht nach hinten losgehen soll. Bislang ist all das brotlose Kunst. Doch nicht einmal die zahlreichen Standards bringen etwas ein.

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So sparen die Männer Mohamed Ouahbi Kräfte. Kanada hingegen zeigt die viel aufwändigere Spielweise, die mehr Laufarbeit erfordert.

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Nun verzeichnet Marokko wieder ausgiebig Ballbesitz. Geduldig spielt man immer wieder hinten herum. Die Nordafrikaner haben alle Zeit, sind offenbar der Auffassung, das Spiel nicht jetzt schon entscheiden zu müssen. Ein spätes Tor hat natürlich eine deutlich vielversprechendere Wirkung.

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Im Spielaufbau erlauben sich die Kanadier einen Fehlpass. Soufiane Rahimi fackelt in leicht nach links versetzter Position nicht lange. Der Rechtsschuss aus etwa 22 Metern wird von Luc De Fougerolles leicht abgefälscht und von Maxime Crepeau sicher gehalten.

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Jetzt wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen im Houston Stadium.

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Optisch hinterlässt Team Kanada bislang den besseren Eindruck. Die Nordamerikaner bemühen sich zumindest um Aktionen nach vorn. Dagegen erweisen sich die Marokkaner trotz der Ballbesitzvorteile als doch sehr zurückhaltend. Einen Torschuss oder eine Ballaktion im gegnerischen Sechzehner hat der Afrikameister noch nicht zustande gebracht.

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Dann bittet der Schiedsrichter die Akteure zur offiziellen Trinkpause.

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Bei Ismael Saibari geht es in der Tat nicht weiter. Marokkos bester Torschütze in diesem Turnier (drei Treffer) verlässt den Platz. Als Ersatz steht Soufiane Rahimi bereit.

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Bei Marokko sorgt man sich um Ismael Saibari. Der künftige Bundesligaspieler hat schon Andeutungen gemacht, es scheint ein muskuläres Problem zu geben. Jetzt lässt sich der 25-Jährige auf den Rasen nieder und muss behandelt werden.

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Erstmals greift Michael Oliver zum gelben Karton. Den bekommt Redouane Halhal nach einem Foul an Tani Oluwaseyi zu sehen.

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Stephen Eustaquio tritt die Ecke von der rechten Seite, findet mit der hohen Hereingabe den Schädel von Alistair Johnston. Dessen Kopfball bleibt an einem marokkanischen Abwehrspieler.

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Nun legen die Männer von Jesse Marsch wieder den Vorwärtsgang ein. Auf der rechten Seite ist Tajon Buchanan am Werk, holt die vierte Ecke für sein Team raus.

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Die marokkanischen Ballbesitzphasen dehnen sich jetzt noch aus. So bekommt man zumindest Kontrolle und bremst den kanadischen Angriffsschwung.

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Erstaunlicherweise verzeichnet Marokko mehr Ballbesitz - aktuell sind das 67 Prozent. Doch das Spielgerät führen die Löwen vom Atlas nahezu ausnahmslos in der eigenen Hälfte. Es bleibt ein äußerst dezenter Auftritt des WM-Vierten von 2022.

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Dann zeigen die Nordafrikaner erstmals offensive Bemühungen, schaffen es bis an den gegnerischen Sechzehner. Dort aber versandet der Angriff und es geht sofort wieder in die andere Richtung.

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Nach einem marokkanischen Ballverlust bringen die Kanadier Zug rein. Ali Ahmed spielt in den Rücken von Tani Oluwaseyi, der den Ball halblinks an der Strafraumgrenze dennoch gut mitnimmt und zum Linksschuss kommt. Dieser wird eine Beute von Yassine Bounou.

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Bislang setzt einzig Kanada Akzente. Die Marokkaner sind ausnahmslos mit Defensivarbeit beschäftigt und zeigen darüber hinaus auch noch gar kein Interesse, etwas nach vorn unternehmen zu wollen.

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Dann tauchen die Nordamerikaner erstmals so richtig im Sechzehner auf. Ali Ahmed leitet mit dem Kopf weiter. Links am Torraum wird der Winkel für Jonathan David allerdings zu spitz. Der gebürtige Kanadier Yassine Bounou pariert für Marokko mit der rechten Hand.

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Erstmals Vorwärtsdrang zeigen dann die Kanadier. Über links gelangt man fast bis zur Grundlinie. Den Bemühungen entspringt immerhin eine erste Ecke. Diese bringt Stephen Eustaquio von links herein. Yassine Bounou faustet die Kugel weg.

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Vorsichtig gehen beide Mannschaften zu Werke - bloß keinen Fehler machen. So beschnuppert man sich. Raumgewinn steht nicht im Mittelpunkt des Interesses.

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Soeben ertönt im NRG Stadium von Houston der Anpfiff, die Kanadier stoßen im zweiten Anlauf korrekt an.

Kurz vor Spielbeginn schauen wir auf das Unparteiischengespann. An der Pfeife agiert Michael Oliver. Der 41-jährige Engländer hat als Assistenten seine Landsleute Stuart Burt und James Mainwaring dabei. Als Vierter Offizieller fungiert der Niederländer Danny Makkelie. Vor den VAR-Monitoren haben Jarred Gillett aus England, Dennis Higler aus den Niederlanden und Tomasz Kwiatkowski aus Polen.

Zum fünften Mal treten sich diese beiden A-Nationalmannschaften gegenüber. Gewinnen konnten die Kanadier bislang noch nie. Die erste Begegnung ging 1984 mit 3:2 an Marokko. Zehn Jahre später holten die Nordamerikaner zumindest mal ein Remis (1:1). Ein weiteres Freundschaftsspiel ging 2016 mit 4:0 an die Nordafrikaner, die dann auch das bisher einzige Pflichtspiel in der Gruppenphase der vergangenen WM mit 2:1 für sich entschieden.

Übrigens haben die Löwen vom Atlas bei der siebten WM-Teilnahme zum vierten Mal die Vorrunde überstanden. Nun wollen sie zum dritten Mal ins Achtelfinale. Das beste Abschneiden gab es vor vier Jahren in Katar, da wurden die Marokkaner sensationell Vierter. Kanada hat bei seiner dritten WM-Teilnahme erstmals die Gruppenphase überstanden und dann auch noch einen Sieg in einem K.o.-Spiel nachgelegt.

Marokko ist im Turnierverlauf ungeschlagen. In der Gruppe C bewegte man sich auf Augenhöhe mit den punktgleichen Brasilianern, denen man nur wegen des schlechteren Torverhältnisses den Vortritt lassen musste. Gegen den Rekordweltmeister gab es zum Auftakt ein 1:1. Danach bezwangen die Nordafrikaner Schottland (1:0) und Haiti (4:2). In der ersten K.o.-Runde rettete Issa Diop seine Mannschaft in der Nachspielzeit mit dem Tor zum 1:1 in die Verlängerung. Da dort keine weiteren Treffer fielen, kam es aufs Elfmeterschießen an. Und dabei behielt am Ende Ismael Saibari, Sommerneuzugang des FC Bayern München, als letzter Schütze entscheidend die Nerven.

Die drei Gastgebermannschaften sind immer noch dabei. Allerdings gibt es für die Kanadier kein Heimspiel mehr. Das hätte es nur bei einem Gruppensieg gegeben. Als Zweiter der Gruppe B musste man jedoch den Schweizern den Vortritt lassen, gegen die man mit 1:2 den Kürzeren gezogen hatte. Zuvor spielte man 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina und gewann 6:0 gegen Katar. Im Sechzehntelfinale gab es ein knappe 1:0 gegen Südafrika.

Bei der Mega-WM hat sich das Feld gehörig gelichtet. Von den einstmals 48 Mannschaften mussten bereits 32 die Segel streichen. Die bisherige Auslese hat also 16 Teams hervorgebracht, die ab heute bis zum kommenden Dienstag im Achtelfinale spielen.

Auf marokkanischer Seite gibt es nach dem Elfmeterkrimi am Dienstag gegen die Niederlande lediglich eine Veränderung. Der angeschlagene Chadi Riad findet sich auf der Bank wieder. Dafür beordert Mohamed Ouahbi heute Redouane Halhal von Beginn an auf den Platz.

Für Marokko stehen anfangs folgende elf Akteure auf dem Rasen: Bounou - Hakimi, Diop, Halhal, Mazraoui - Bouaddi, El Aynaoui - Diaz, Ounahi, El Khannouss - Saibari.

Im Vergleich zum 1:0-Sieg im Sechzehntelfinale am vergangenen Sonntag gegen Südafrika nimmt Jesse Marsch drei Wechsel vor. Anstelle von Derek Cornelius, Nathan Saliba und Liam Millar (alle Bank) rücken Luc De Fougerolles, Niko Sigur und Ali Ahmed in die Startelf der Nordamerikaner. Aus dem 26-köpfigen Kader steht Ismael Kone wegen eines gegen Katar erlittenen Beinbruchs nicht mehr zur Verfügung. Bei Alphonso Davies reicht er erneut nur für die Bank.

Gleich zu Beginn der Berichterstattung widmen wir uns den personellen Angelegenheiten und dabei zuvorderst der kanadischen Mannschaftsaufstellung: Crepeau - Johnston, Bombito, De Fougerolles, Laryea - Buchanan, Sigur, Eustaquio, Ahmed - David, Oluwaseyi.

Herzlich willkommen bei der WM 2026 zum Achtelfinale zwischen Kanada und Marokko.