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THW Kiel und Füchse Berlin kämpfen im Endspiel um EHF-Cup

Final Four im EHF-Cup

Sport-Informations-Dienst (SID)

24.05.2019 | 17:17 Uhr

Hendrik Pekeler setzt sich am Kreis gegen die Abwehr des TTH Holstebro erfolgreich durch.
Image: Hendrik Pekeler setzt sich am Kreis gegen die Abwehr des TTH Holstebro erfolgreich durch.  © Imago

Gastgeber THW Kiel und Titelverteidiger Füchse Berlin bestreiten beim Final Four um den EHF-Pokal am Samstag das Endspiel. Kiel besiegte im ersten Halbfinale TTH Holstebro mit 32:26 (16:14). Berlin setzte sich anschließend mit 24:20 (12:8) gegen den FC Porto durch.

Damit wird es zum fünften Mal hintereinander einen Titelträger aus der DKB Handball-Bundesliga geben. Der hinter der Königsklasse zweitwichtigste Europacup-Wettbewerb im Handball ist seit jeher fest in den deutscher Hand: In den vergangenen 15 Jahren gewann 14-mal ein Team aus der Bundesliga. Die Endspiel zwischen Kiel und Berlin wird das achte rein deutsche Finale seit Einführung des Cups in der Saison 1981/82 sein.

Pekeler: "Jetzt wollen wir den Pott"

Am Samstag kann der THW Kiel vor heimischem Publikum den zweiten Titel in dieser Saison einfahren. Einen Wunschgegner für das Endspiel hat Gislason nicht: "Darüber mache ich mir keine Gedanken. Klar ist aber, dass wir sehr gut spielen müssen." Ex-Europameister Hendrik Pekeler meinte: "Wir sind hier angetreten, um den Pokal zu holen. Da ist es egal, wer im Finale der Gegner ist. Jetzt wollen wir den Pott."

Bester Torschütze der Kieler, die im April bereits den DHB-Pokal gewonnen hatten, war in der mit 10.285 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena Niclas Ekberg mit sechs Treffern.

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REWE Final Four: Der THW Kiel bezwingt den SC Magdeburg und sichert sich den elften Pokalsieg in ihrer Vereinsgeschichte (Videolänge: 2:16 Minuten).

Gislason greift wieder mal in die Taktik-Kiste

In der Partie gegen Holstebro überließ der Isländer nichts dem Zufall - und präsentierte sich einmal mehr als ausgebuffter Taktiker, in dem er seinen Kapitän Domagoj Duvnjak und Nationalspieler Steffen Weinhold zunächst draußen ließ und für Samstag schonte.

Seine Rechnung ging auf: Kiel feierte einen zu keiner Zeit gefährdeten Erfolg - es war der wettbewerbsübergreifend 17. Pflichtspielsieg in Folge. "Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten, haben uns dann aber verdient durchgesetzt. Wir waren sehr konzentriert", sagte Gislason.

Zwar stotterte der THW-Motor fünf Tage nach dem umjubelten 20:18 im Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt in der Anfangsphase gewaltig. Doch ab der ersten Führung nach zehn Minuten durch Hendrik Pekeler (5:4) gaben die Hausherren ihren Vorsprung nicht mehr aus der Hand.

Mehr dazu

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DKB Handball-Bundesliga: Der THW Kiel hat mit dem 20:18 (11:11)-Sieg gegen Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt das Rennen um die deutsche Meisterschaft noch einmal spannend gemacht (Videolänge: 2:03 Minuten).

Wird es der vierte Erfolg im EHF-Cup?

Richtig ins Rollen kamen die Kieler im zweiten Durchgang, als mit Spielmacher Duvnjak, Weinhold und Miha Zarabec die vermeintlich erste Garde im Rückraum ran durfte. Spätestens beim 27:22 (49.) durch Weinhold war die Partie entschieden.

Für die Kieler geht es um den vierten Erfolg im EHF-Cup nach 1998, 2002 und 2004. Gislason, der seine ruhmreiche Karriere als Vereinstrainer nach elf Jahren beim THW im Sommer beendet, winkt in seinem letzten internationalen Spiel mit den Zebras sein 20. und vielleicht letzter Titel mit den Norddeutschen.

"Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch", sagte Gislason vor der Partie: "Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde." Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

Stenogramm

TTH Holstebro - THW Kiel 26:32 (14:16). - Tore: Bramming (7), Smits (5), Svavarsson (3), Mortensen (3), Porup (3), Balling Christensen (3), Nielsen (1), Östlund (1) für Holstebro - Ekberg (6), Nilsson (4), Pekeler (4), Weinhold (4) Bilyk (3), Dahmke (3), Duvnjak (2), Zarabec (2), Rahmel (1), Wiencek (1), Landin Jacobsen (1), Reinkind (1) für Kiel. - Zuschauer: 10.285

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Das Nordderby am Sonntag ist wohl die letzte Chance für den THW Kiel: Mit einem Sieg gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt will der Rekordmeister noch einmal in den Titelkampf eingreifen.

Berlin profitiert von vielen Fehlern

Nicht so deutlich war hingegen das zweite Halbfinale, bei dem sich die Füchse Berlin mit 24:20 (12:8) gegen den FC Porto durchsetzten. Dabei profitierten die Hauptstädter von den vielen Fehlern der Portugiesen. So vergab Porto gleich die ersten drei Siebenmeter: Zweimal war Füchse-Keeper Silvio Heinevetter zur Stelle, einmal rettete der Pfosten. Nationalspieler Paul Drux war an diesem Abend kaum zu stoppen und mit sechs Treffern erfolgreichster Werfer.

Porto spielte fast die gesamte Partie im Angriff mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torwart. Dichter als auf zwei Treffer Differenz ließen die Berliner ihren Gegner in der zweiten Halbzeit aber dennoch nicht herankommen.

Die Füchse streben ihren dritten EHF-Erfolg nach 2015 und 2018 an.

Das Finale um den EHF-Pokal wird am Samstag um 20:45 Uhr angepfiffen. Zuvor (18 Uhr) spielen Team Tvis Holstebro und der FC Porto um den dritten Platz.

Stenogramm

Füchse Berlin - FC Porto 24:20 (12:8). - Tore: Drux (6), Lindberg (5), Wiede (4), Elisson (3), Zachrisson (3), Koch (2), Marsenic (1) für Berlin - Alves (6), Iturriza Alavarez (5), Rodrigues Areia (2), Sousa Martins Silva (2), Soares Martins (1), Mbengue (1), Amador Salina (1), Branquinho (1), Magalhaes (1) für Porto. - Zuschauer: 10.285

Sport-Informations-Dienst (SID)

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