DHB News: Gislason erhält Drohbrief - Verband kündigt rechtliche Schritte an

Gislason erhält Drohbrief - Verband kündigt rechtliche Schritte an

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DHB-Vizepräsident Bob Hanning im Exklusiv-Interview mit Sky über das Drohschreiben an Bundestrainer Alfred Gislason, die rechtlichen Konsequenzen, erste Reaktionen und das Ziel Gold bei Olympia (Videolänge: 8:13 Minuten).

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason ist Opfer von rassistischen Beleidigungen und massiven Drohungen geworden. Der Isländer reagierte enttäuscht, der Verband kündigte rechtliche Schritte an.

Der Schock saß Alfred Gislason noch in den Gliedern. "Das ist eine große Enttäuschung für mich. So etwas habe ich in 30 Jahren, die ich inzwischen in Deutschland lebe, noch nie erlebt", sagte der Handball-Bundestrainer dem SID, nachdem er am Dienstagmorgen einen an ihn adressierten anonymen Drohbrief aus dem heimischen Postkasten gefischt hatte: "Dieser Vorfall schafft es aber nicht, mir Angst einzujagen."

Der Deutsche Handballbund (DHB) verurteilte die rassistischen Beleidigungen und massiven verbalen Drohungen, die der Isländer Gislason in den Sozialen Medien veröffentlicht hatte, "aufs Schärfste." Wer ihn angreife, greife den gesamten deutschen Handball an, so der DHB-Vizepräsident Bob Hanning bei Sky und kündigte an, mit aller Vehemenz gegen den oder die Täter vorzugehen: "Es werden auf jeden Fall rechtliche Schritte eingeleitet."

Gislason: "Für mich ist klar, dass es ein Einzelfall ist"

Sollte Gislason, so steht es in dem Brief mit vielen Rechtschreibfehlern, sein Amt nicht niederlegen, werde man ihn auf seinem Grundstück aufsuchen. "Mal sehen was aus ihren Anwesen dann wird. Wir warten ab", heißt es. Man wünsche sich "einen deutschen Trainer für die Handballmannschaft".

DHB-Präsident Andreas Michelmann reagierte in einer Verbandsmitteilung "entsetzt. Er ist sportlich unser Fels in der Brandung, jetzt sind wir menschlich sein Fels in der Brandung." Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer postete bei Instagram ein gemeinsames Bild mit Gislason mit den Worten "!Nein zu Rassismus!".

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Wie geht es dem Bundestrainer Alfred Gislason nach den rassistischen Anfeindungen? DHB-Vizepräsident Bob Hanning gibt im Skype-Interview mit Sky einen Einblick in die Gefühlswelt des Isländers nach dem Drohschreiben (Videolänge: 0:37 Minuten).

Gislason, der die deutsche Männer-Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende in der Qualifikation zu den Olympischen Spielen nach Tokio geführt hatte, war um Deeskalation bemüht. "Für mich ist klar, dass es ein Einzelfall ist", sagte der 61-Jährige, der mit seiner Frau auf einem Hof bei Magdeburg wohnt. Es sei "sehr eigenartig", so Gislason, "dass jemand dieses Bedürfnis hat, dem Handball und auch mir persönlich zu schaden. Ich habe nie jemandem etwas getan."

Handballwelt unterstützt Gislason

Unterstützung erhielt Gislason aus der Handballwelt, unter anderem von seinem Ex-Klub THW Kiel, Sky Experte Stefan Kretzschmar oder auch Magdeburg-Trainer Bennet Wiegert. Der DHB nannte Gislason das "Herz unseres Teams, mit Leidenschaft & absoluter Identifikation für unsere deutsche Nationalmannschaft. Wir stehen hinter dir, Alfred!"

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Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert ist nach dem Drohbrief an Bundestrainer Alfred Gislason erschüttert (Videolänge: 1:21 Minuten).

Gislason, langjähriger Bundesliga-Spieler und -Trainer betonte, er habe sich "immer gut gefühlt in Deutschland, und das wird sich nicht ändern. Man kann es ganz offensichtlich nicht allen Leuten recht machen." Alle weiteren Schritte werde er mit dem Verband besprechen. Im Laufe des Tages veröffentlichte Gislason noch ein Foto vom Briefumschlag. "Vielleicht erkennt jemand die Handschrift meines 'Fans' ...?", schrieb der DHB-Coach dazu.

Sport-Informations-Dienst (SID)