Hauptstadt läuft heiß: Füchse Berlin rocken die Liga
Euphorie nach Startrekord groß
19.10.2017 | 09:35 Uhr
Acht Spiele, acht Siege: Dank ihres Startrekords führen die Füchse Berlin die Bundesliga an. Das Team von Trainerfuchs Velimir Petkovic mausert sich klammheimlich zum echten Titelanwärter.
Die 6416 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. "Oh, wie ist das schön", hallte es nach dem mühelosen 31:25 gegen den HC Erlangen durch die Arena der Füchse Berlin. Nach acht Siegen aus acht Spielen, dem besten Saisonstart der Klubgeschichte, ist der Handball in der Hauptstadt heiß gelaufen.
Hanning: "Euphorie motiviert uns"
"Die Euphorie nehmen wir natürlich wahr. Die Sympathiewelle auch überregional macht Spaß, sie motiviert uns", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning am Freitag. In der Hoffnung auf etwas ganz Großes wurden bei den Füchsen inzwischen sogar Karten für den letzten Spieltag vorbestellt - das gab es in Berlin zu diesem Zeitpunkt einer Saison noch nie.
Doch für Träumereien von der Champions-League-Qualifikation oder gar vom Titel sei es, so Hanning, noch zu früh: "Man sollte das richtig einordnen. Anfang November wissen wir, wo wir wirklich stehen." Doch schon vor den Spielen in Hannover, gegen den THW Kiel und in Göppingen lugt die Konkurrenz voller Respekt zu den Hauptstadt-Handballern.
Top-Teams lassen Federn
Während die anderen Top-Teams der Liga längst Federn lassen mussten, spielte sich das von Verletzungen gebeutelte Berlin fast unbemerkt an die Spitze und gilt immer mehr als ernsthafter Titelkandidat. Zumal Nationalspieler wie Paul Drux und Silvio Heinevetter noch nicht einmal ihre Bestform erreicht haben und der kroatische Rückraumbomber Marko Kopljar zuletzt wochenlang fehlte.
Einzig Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen (14:2 Punkte) kann bislang Schritt halten. Kiel hat schon acht Minuspunkte auf dem Konto, Flensburg und Melsungen derer fünf.
Mit Petkovic nach oben
Seit der 61-jährige Petkovic im Dezember 2016 den Trainerjob in Berlin übernahm, geht es nach oben. Akteure wie Nationalspieler Steffen Fäth fanden auch dank vieler Einzelgespräche zurück in die Spur. "Er ist zurzeit in unfassbar guter Verfassung", sagte Hanning, der aber auch die gute Stimmung im Team hervorhebt.
Nicht zuletzt sind die Erfolge auch ein Lohn für die konsequente Jugendarbeit. 25 Nachwuchsspieler der Füchse schafften in den letzten acht Jahren den Sprung in die Bundesliga. "Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen", sagte Hanning und nannte das Motto "Motivation durch Identifikation" als einen wichtigen Erfolgsfaktor.