Kroatien patzt überraschend gegen Brasilien

Vorteil für Deutschland

Brasiliens Handballer machen Spanien das Leben schwer.
Image: Brasiliens Handballer machen Spanien das Leben schwer.  © Getty

Die deutschen Handballer haben bei der Heim-WM ihren ersten Matchball für den Einzug ins Halbfinale.

Da Mitfavorit Kroatien am Sonntagabend völlig überraschend beim 26:29 (13:17) gegen Brasilien patzte, genügt der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop am Montag (20.30 Uhr) gegen den zweimaligen Olympiasieger Kroatien ein Sieg, um die Vorschlussrunde in Hamburg vorzeitig zu erreichen.

DHB-Team "brennt"

"Zusammen mit 20.000 Fans können und wollen wir am Montag ein großes Kapitel Handball-Geschichte schreiben. Wir brennen auf dieses Spiel, wir brennen auf das Halbfinale. Wenn es uns einer vor dem Turnier gesagt hätte, dass wir es nun sogar vorzeitig schaffen können, hätten wir ihn für verrückt erklärt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID.

Deutsche Handballer nehmen Halbfinale der Heim-WM ins Visier
Deutsche Handballer nehmen Halbfinale der Heim-WM ins Visier

Die Erfolgsformel der deutschen Handballer ist vielversprechend.

Unter den Augen von Prokop erlaubten sich die zuvor ungeschlagenen Kroaten um ihren Topstar Domagoj Duvnjak vom deutschen Rekordmeister THW Kiel zahlreiche technische Fehler. Die Brasilianer nutzten die Ballgewinne vor 15.227 Zuschauern in Köln immer wieder zu Würfen ins leere kroatische Tor. Mit 4:2 Punkten steht Kroatien gegen die DHB-Auswahl (5:1) am Montag enorm unter Druck.

Duvnjak mit Respekt vor Deutschland

"Es ist ein wichtiges Spiel für uns und für Deutschland. Es wird brutal schwer", sagte Duvnjak dem SID und haderte mit der Leistung gegen die Südamerikaner: "Wir haben schlecht gespielt. Die Niederlage ist auch für uns eine Überraschung. Auch wenn wir wussten, dass Brasilien eine gefährliche Mannschaft ist."

Titelverteidiger Frankreich hat derweil seine imposante Erfolgsserie ausgebaut und steht vor dem Einzug ins Halbfinale. Der zweimalige Olympiasieger bezwang Island in Köln deutlich mit 31:22 (15:11) und setzte sich in der deutschen Hauptrunden-Gruppe I mit 7:1 Punkten an die Tabellenspitze. Die letzte Niederlage bei einer WM kassierten die Franzosen im Viertelfinale 2013 gegen Kroatien.

Frankreich souverän

Beste Werfer waren Valentin Porte und Melvyn Richardson mit jeweils fünf Toren. Bei Island wurde Aron Palmarsson schmerzlich vermisst. Der Ex-Kieler hatte sich im Spiel gegen die DHB-Auswahl am Samstag (19:24) in der ersten Halbzeit verletzt.

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In der Hauptrunden-Gruppe II wahrte Norwegen im dänischen Herning seine Halbfinalchance. Der Vize-Weltmeister besiegte Ägypten mit 32:28 (16:14) und ist mit 4:2 Punkten Dritter hinter Olympiasieger Dänemark und Vize-Europameister Schweden (beide 6:0).

Ungarn hatte sich zuvor 26:21 (16:14) gegen Afrikameister Tunesien durchgesetzt. Beide Mannschaften haben aber aber wie Ägypten keine Chance mehr, das Halbfinale zu erreichen. (sid)