Reglementänderung in der MotoGP für Bradl "höchste Eisenbahn"
"Die große Änderung für nächstes Jahr, auf 850 Kubik runterzugehen, kann dem Ganzen ein bisschen helfen", sagt der frühere Weltmeister.
09.07.2026 | 11:56 Uhr
Schwere Stürze, fliegende Maschinen - für Stefan Bradl kommt die Drosselung der Motoren zur neuen MotoGP-Saison keinen Moment zu spät.
Es sei "jetzt höchste Eisenbahn", zu reagieren, sagte der frühere Moto2-Weltmeister im SID-Interview vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring, "die große Änderung für nächstes Jahr, auf 850 Kubik runterzugehen, kann dem Ganzen ein bisschen helfen." In dieser Saison ist die Königsklasse vorerst letztmals mit 1000 ccm unterwegs.
"Nicht mehr genug Schutzräume"
"Man hat generell das Limit auf allen Strecken eigentlich ausgereizt, weil die Bikes schneller geworden sind. Die aerodynamischen Flügel, die ganzen Devices, die verbaut sind, erlauben den Fahrern, unglaublich hohe Kurvengeschwindigkeiten zu fahren", so Bradl. Viele Strecken, speziell in Europa, würden deshalb "einfach gar nicht mehr genug Sturzräume bieten".
Zuletzt waren der Spanier Alex Marquez (in Barcelona) und der Italiener Marco Bezzecchi (in Assen) heftig abgeflogen. Beide prallten nach ihren Stürzen beinahe in die Streckenbegrenzung. Das ganze Problem sehe man "bei solchen Crashes", sagte Honda-Testfahrer Bradl. "Die Verletztenliste ist auch nicht ohne. Deshalb ist es jetzt absolut an der Zeit zu reagieren."
Dass es beim Rennen in den Niederlanden erstmals keine Front-Start-Devices mehr gab, um Unfälle beim Start zu verhindern, sei eine erste Reaktion. "Und jetzt wird am Sachsenring auch noch folgende Änderung gemacht, dass der Abstand zwischen den Bikes in der Startaufstellung größer wird, um einen Meter. Man versucht da natürlich, ein bisschen entgegenzuwirken."
Der langjährige MotoGP-Pilot Bradl (36) darf die neue 850er von Honda vor der kommenden Saison fahren. "Ein paar Funktionstests sind geplant", so Bradl, er freue sich auf "ein bisschen Tracktime".
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