Deshaun Watson wird ausgebuht, Joe Milton glänzt: Die Erkenntnisse der NFL Preseason Week 2

Deshaun Watson wurde bei der Niederlage der Cleveland Browns gegen die Buffalo Bills von den eigenen Fans ausgebuht. Gleichzeitig empfahl sich Joe Milton mit einer starken Vorstellung als Backup-Quarterback der Dallas Cowboys.

Deshaun Watson hat einen schweren Stand bei den Cleveland Browns.
Image: Deshaun Watson hat einen schweren Stand bei den Cleveland Browns.  © Imago

Die Week 2 der NFL Preseason brachte neue Erkenntnisse im Kampf um mehrere Schlüsselpositionen. Besonders die Quarterback-Duelle in Cleveland und Dallas standen im Fokus.

Großkampftag in der NFL Preseason. Der Großteil der Spiele von Week 2 fand am Samstag statt und lieferte wichtige Erkenntnisse in den Positionskämpfen einiger Teams. Joe Milton dürfte sich bei den Cowboys den Platz hinter Dak Prescott gesichert haben, während sich ein Patriots-Quarterback beeindruckend vielseitig präsentierte.

Die zweite Garde der Offensive Line der Philadelphia Eagles dominierte früh, während bei den Kansas City Chiefs ein Rookie enttäuschte. Und: Der Kampf um den Quarterback-Job der Cleveland Browns ist weiter völlig offen, obgleich Deshaun Watson nun auch von den eigenen Fans ausgebuht wird.

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Washington Commanders (1-1) @ Detroit Lions (1-1) 13:17

  • Die Offensive Line der Lions hat noch Arbeit vor sich. Ohne Left Tackle, aber mit den vier anderen wahrscheinlichen Startern begann man das Spiel und ließ vier Sacks in der ersten Hälfte zu. Der erste führte direkt zu einem Fumble von Quarterback Joshua Dobbs tief in der ersten Hälfte. Im zweiten Drive warf Dobbs dann eine Interception unter Druck. Sein Konkurrent Luke Altmyer wiederum machte zwar keine gravierenden Fehler, kassierte aber vier der insgesamt fünf Sacks, die Detroit im ganzen Spiel zuließ. Das Rennen um den Backup-QB-Job bleibt damit wohl offen.

  • Die O-Line war auch auf der anderen Seite ein Thema. QB Jayden Daniels spielte erstmals seit Dezember und war sofort unter Druck. Er hatte einen unvollständigen Pass und kassierte einen langen Sack. Bei 3rd&20 beließ man es bei einem Handoff und sein Auftritt war schon wieder vorbei. Vor ihm stellt sich die Frage, wer vor allem Center spielt, sollte Nick Allegretti nach Wadenproblemen - er trainierte nur zweimal im Training Camp - ausfallen. Weder Julian Good-Jones noch Rookie Matt Gulbin wussten bislang zu überzeugen.

Buffalo Bills (2-0) @ Cleveland Browns (0-2) 31:7

  • Safety C.J. Gardner-Johnson ist derzeit verletzt, sodass ein Platz in der Bills-Secondary offen ist. Geno Stone und Damar Hamlin mussten sich also empfehlen und Hamlin überzeugte mit fünf Tackles und einer Interception. Stone wiederum blieb mit drei Tackles blass und gab eine Completion über 16 Yards ab.

  • Offensiv zeigten beide möglichen Backup-Quarterbacks - Kyle Allen (10/12) und Shane Buechele (5/10) - gute Leistungen, sodass Allen vermutlich die Nummer zwei hinter Josh Allen bleibt. Buechele war es allerdings, der den 71-Yard-Touchdown-Pass auf Rookie-Receiver Ja'Mori Maclin geworfen hat.

  • Quarterback bleibt auch das Thema in Cleveland. Die Partie begann aufgrund eines Gewitters mit Verspätung und dann gab es Buhrufe, als Deshaun Watson in der zweiten Hälfte das Feld betrat. (NFL-Star Watson nach Klage wegen sexuellem Missbrauch gesperrt) Sowohl er als auch der Starter dieses Spiels, Shedeur Sanders, taten wenig, um zu überzeugen. Sanders hatte eine gute erste Serie mit einem Touchdown-Pass auf Luke Flories, warf später aber auch eine abgefälschte Interception. Watson leistete sich danach auch noch einen Pick, weil er seinen Receiver überwarf. Die Entscheidung, wer am Ende die Saison startet, wurde Head Coach Todd Monken damit nicht leichter gemacht.

Atlanta Falcons (1-1) @ Indianapolis Colts (0-1-1) 34:6

  • Die Baustellen der Colts bleiben bestehen. Das Rennen um den Backup-Quarterback-Spot ist weiter offen, nachdem weder Riley Leonard noch Anthony Richardson überzeugten. Leonard hatte einen bemerkenswerten 39-Yard-Pass auf Coleman Owen, brachte aber nur die Hälfte seiner Pässe in der ersten Hälfte an. Nach der Pause übernahm Anthony Richardson und war nur 3/9 (24 YDS). Beide kamen offenkundig nicht in die Gänge.

  • Bemerkenswert sonst: die Einsatzzeiten der Linebacker der Colts. Austin Ajiake und Jaylon Carlies starteten die erste Serie und wechselten sich dann mit den Rookies CJ Allen und Bryce Boettcher ab. Hier scheint also noch ein offener Wettbewerb zu herrschen, während Veteran Akeem Davis-Gaither gar nicht spielte, was vermutlich ein gutes Zeichen für ihn ist.

  • Bei den Falcons glänzte Undrafted-Rookie-Quarterback Jack Strand mit ein paar guten Deep Balls, viel Präzision (12/17, TD) und einem 16-Yard-Touchdown-Run. Er brachte sogar seine ersten acht Pässe im Spiel an. Gut möglich, dass er es angesichts der schwierigen Personalsituation als dritter Quarterback ins Team schafft.

Baltimore Ravens (2-0) @ Minnesota Vikings (1-1) 13:3

  • Wer ist der Center bei den Ravens? Diese Frage ist nun akut, da sich Danny Pinter vor wenigen Tagen wohl die Patellasehne gerissen hat. In Minneapolis durfte der unerfahrene Jovaughn Gwyn ran, der sich ordentlich präsentierte. Später kam dann der erfahrene Ethan Pocic ins Spiel, der sich von einem Riss der Achillessehne erholt und ebenfalls solide agierte. Keiner stach heraus, was dieses Rennen spannend hält.

  • O-Line dürfte auch bei den Vikings ein Thema bleiben, nachdem der aktuelle Backup-Quarterback J.J. McCarthy gehörig unter Druck geraten war in seiner Zeit auf dem Feld. Er hatte nur elf Dropbacks im Spiel, sah dabei sechs Pressures und nahm einen Sack. Er brachte einen 50-Yard-Pass auf Tai Felton an, doch ansonsten war das erneut keine überzeugende Vorstellung des einstigen Erstrundenpicks.

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New Orleans Saints (0-2) @ Los Angeles Rams (2-0) 0:34

  • Rookie-QB Ty Simpson von den Rams ließ in der Vorwoche aufhorchen mit einer starken Vorstellung. Gegen die Saints durfte nun Stetson Bennett von Beginn an ran und beeindruckte auf seine Weise. Er führte vier Drives an, die zu Punkten führten und erzielte zwei Touchdowns selbst - einen sogar per Hechtsprung in die Endzone. Simpson war im Anschluss auch präzise unterwegs und bewegte den Ball gut. Beide dürften die Chance haben, Backup von Matthew Stafford zu werden.

  • Bei den Gästen sprechen wir ebenfalls über den Backup-Quarterback-Job. Doch anders als in Los Angeles gibt es hier wenig Gutes zu berichten. Zach Wilson begann das Spiel nach guter Leistung in der Vorwoche und brachte nur die Hälfte seiner Pässe an. Zudem warf er eine Interception. Spencer Rattler übernahm im Anschluss und leistete sich nach einem bis dahin guten Drive einen Pick-Six in der Red Zone - Alex Cook trug das Leder dann zu einem 100-Yard-Interception-Return-Touchdown. Eventuell muss man sich auf dem Markt nach einem neuen Backup für Tyler Shough umsehen.

New York Giants (1-1) @ Miami Dolphins (1-1) 26:3

  • Beide Teams sahen sich bereits unter der Woche im gemeinsamen Training und die Story danach war die fehlende Härte der Dolphins. Im eigentlichen Spiel untermauerten sie diesen Eindruck offensiv und liefen für ganze 50 Yards (2,8 im Schnitt). Generell präsentierte sich die Offense zahnlos und generierte nur 102 Yards im Spiel. Sie setzten auf ihre Backups, was deutlich machte, wie wenig Substanz hinter den Startern vorhanden ist.

  • Die Giants wiederum haben vermutlich eine Entscheidung im offensiven Backfield zu treffen. Running Back Tyrone Tracy, der in der Vorwoche einen Block verpasst hatte und damit einen brutalen Hit gegen QB Jaxson Dart verschuldete, verlor dieses Mal einen Fumble tief in der Red Zone. Erschwerend kam hinzu, dass Neuzugang Devin Singletary das Team mit 40 Yards anführte und einen Touchdown erzielte.

Chicago Bears (1-1) @ Cincinnati Bengals (2-0) 0:27

  • Caleb Williams spielte eine Angriffsserie zu Beginn und bewegte den Ball gut, bis es in die Red Zone ging. Dort warf er dann drei Incompletions in Serie und verpasste einen möglichen Touchdown-Pass zu einem weit offenen Tight End Colston Loveland. Das größte Problem in diesem Moment war jedoch eine Holding-Strafe gegen Left Tackle Braxton Jones, die einen Run über zehn Yards von Roschon Johnson negierte. Letztlich blieb dann nur ein Field Goal und die Gewissheit, dass Left Tackle weiter ein Problem sein könnte.

  • Bei den Bengals ließ Rookie-Receiver Colbie Young sein Potenzial aufblitzen. Er führte das Team mit 48 Yards an und fing einen 17-Yard-Touchdown-Pass von Josh Johnson. Bemerkenswert war, dass alle drei seiner Receptions nach Pässen kamen, die mehr als zehn Yards geflogen sind laut Next Gen Stats. Hinter den großen Drei, die alle nicht spielten, könnte er einen Platz im Kader finden.

Philadelphia Eagles (0-2) @ New England Patriots (1-0-1) 21:24

  • Rookie-Quarterback Behren Morton zeigte seine ganze Range in diesem Spiel. Nicht nur führte er die Patriots ganz am Ende zu einem Comeback-Sieg durch einen 37-Yard-Touchdown-Pass auf Nick DeGennaro, er durfte auch als Punter (!) ran und kickte den Ball insgesamt dreimal. Ob das seine Chancen verbessert, es in den Kader zu schaffen, bleibt abzuwarten, aber vielseitig ist der Sechstrundenpick von Texas Tech auf jeden Fall.

  • Bei den Eagles wiederum zeigte sich erneut, wie gut die Offensive Line auch mit der zweiten Garde ist. Rookie Markel Bell dominierte erneut und gerade zu Beginn des Spiels, in dem ohnehin nur Backups agierten - beide Teams hielten unter der Woche gemeinsame Trainings ab -, sah die defensive Front New Englands selten Land. Beim Touchdown-Lauf von Will Shipley drückte die Eagles-O-Line New Englands Front sogar sieben Yards nach hinten. Und das waren eben nur die Backups dieser Line.

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Kansas City Chiefs (0-2) @ Tampa Bay Buccaneers (2-0) 15:16

  • Die Starter der Bucs hatten nur einen Kurzauftritt und während sie defensiv überzeugten und die Chiefs um QB Justin Fields zu zwei schnellen Punts zwangen, blieb die Offense ihrerseits eher blass. Ohne Left Tackle Tristan Wirfs beschränkte sich Baker Mayfield, der erstmals seit zwei Jahren in der Preseason ran durfte, auf kurze Pässe, die wenig Wirkung hatte. Besser wurde es dann mit den Backups. Quarterback Jalon Daniels, der zwei Scoring Drives hinlegte.

  • Die Chiefs wiederum suchen weiter nach einem Nachfolger für den im Frühjahr entlassenen Right Tackle Jawaan Taylor. Der Plan war, Undrafted Rookie Kahlil Benson hier zu etablieren, doch dieser sah mehrfach nicht gut aus. Er gab Quick Pressure gegen Erstrundenpick Rueben Bain Jr. in dessen Debüt sowie einen Sack samt Fumble gegen Anthony Nelson ab und ist am Ende vielleicht doch eher eine Option auf Guard, wo er gegen die Rams in der Vorwoche besser aussah. Am Ende könnte davon Jaylon Moore profitieren, der aber bislang auch nicht herausstach.

Dallas Cowboys (2-0) @ Arizona Cardinals (1-2) 34:13

  • Es war die Joe-Milton-Show für die Cowboys. Der Quarterback dominierte die erste Hälfte mit fünf wirklich guten Drives, vier davon führten zu Punkten. Die Cowboys, die einmal in der Red Zone beim vierten Versuch gestoppt wurden, erzielten ansonsten drei Touchdowns und ein 50-Yard-Field-Goal von Brandon Aubrey vor der Pause. Milton warf Touchdown-Pässe auf Malik David und Jonathan Mingo (53 YDS) und lief selbst zu einem TD. Vielleicht war diese Leistung genug, um den Backup-Job hinter Dak Prescott zu sichern.

  • Bei den Cardinals stellt sich weiterhin die Frage, wer es unter den Wide Receivern in den Kader schafft. Simi Fehoko ist ein Wackelkandidat, führte das Team aber mit 42 Yards (2 REC) an, Reggie Virgil kam auf 26 Yards (2 REC) und Rivaldo Fairweather hatte am Ende fünf Catches (39 YDS) in der Garbage Time. Ende offen.

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