Historisches Gold für Brasilien - Lucas Pinheiro Braathen triumphiert im Riesenslalom

Skirennläufer Lucas Pinheiro Braathen beschert Brasilien im Riesenslalom die erste Medaille bei Winter-Olympia - noch dazu in Gold.

Lucas Pinheiro Braathen triumphiert im Riesenslalom.
Image: Lucas Pinheiro Braathen triumphiert im Riesenslalom.  © DPA pa

Lucas Pinheiro Braathen warf sich überwältigt vor Glück in den Schnee, dann riss er einen Ski in die Höhe, schrie seine Freude in den bedeckten Himmel über Bormio und ließ seinen Tränen freien Lauf: Mit Gold im Riesenslalom und damit der ersten brasilianischen Medaille bei Olympischen Winterspielen hat der gebürtige Norweger Geschichte geschrieben.

"Das brasilianische Ski-Monster! Karneval im Schnee Italiens!", rief der Kommentator des brasilianischen Pay-TV-Senders SporTV ins Mikrofon, als Braathen, der seit Oktober 2024 für das Heimatland seiner Mutter startet, im Ziel war. Der 25 Jahre alte Paradiesvogel siegte überlegen vor zwei Schweizern: Marco Odermatt (+0,58 Sekunden), der vor vier Jahren in Peking gewonnen hatte, und Slalom-Weltmeister Loic Meillard (+1,17).

"Ich habe eine Botschaft an alle, die in Brasilien zugeschaut haben", sagte Braathen. "Nichts ist unmöglich. Egal, wo du bist, deine Kleidung, deine Hautfarbe, was zählt, ist in dir drin. Ich bin mit meinem Herz gefahren. Und das Herz und die Kraft Brasiliens haben heute diese Fahne auf das Siegerpodest gebracht." Das Gold gehöre Brasilien, "wenn du so fährst, wie du bist, ist alles möglich".

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Bester Deutscher war Alexander Schmid. Der Allgäuer, der sich Mitte Januar einen Haarriss im Sprunggelenk zugezogen hatte, verbesserte sich im zweiten Lauf vom 20. auf den 13. Platz. Fabian Gratz, guter Zehnter nach dem ersten Lauf mit einer kleinen Chance aufs Podest, schied im Finale aus. Anton Grammel belegte Rang 15.

Braathen hatte den Grundstein zum Sieg schon in einem kuriosen ersten Durchgang mit gewaltigen Zeitabständen gelegt. Mit Startnummer eins war ihm ein Traumlauf gelungen - im Zwischenklassement lag er 0,95 Sekunden vor Odermatt, mit ebenfalls großem Abstand folgte dahinter Meillard (+1,57 Sekunden). Für Odermatt war es am Ende nach Silber in der Team-Kombination und Bronze im Super-G die dritte Medaille in Bormio.

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Historisches Gold!

Braathen hatte im Oktober 2023 einen Tag vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden nach einem Ausrüsterstreit mit dem norwegischen Verband zunächst seinen Rücktritt erklärt. Genau ein Jahr später kehrte er an gleicher Stelle für den brasilianischen Verband zurück. Für Norwegen hat der Paradiesvogel bislang fünf Weltcup-Rennen und den Slalom-Weltcup (2023) gewonnen, für Brasilien eines zu Saisonbeginn im finnischen Levi.

Brasilien hat bei Sommerspielen bislang 170 Medaillen geholt, davon 40 goldene. Erst seit 1992 schickt das Land Athletinnen und Athleten zu Winterspielen - Medaillen gab es bislang keine.

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Tatsächlich gibt es Gegenden in Brasilien, in denen Schnee fällt, vor allem im Bundesstaat Santa Caterina. Der dort gelegenen Ort Sao Joaquim trägt sogar den Spitznamen "Land des Schnees". Skifahren ist freilich nur auf drei "Skigebiete" beschränkt: Auf zwei Plastikpisten bei Sao Paulo mit 300 sowie 100 Metern Länge, dazu steht im "Snowland" in Gramado bei Porto Alegre eine Skihalle mit einer kleinen, nur 100 Meter langen Kunstschneepiste.

SID

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