Alexander Zverev verliert Halbfinale in Halle gegen Taylor Fritz
Zum vierten Mal nacheinander scheitert Alexander Zverev im Halbfinale von Halle. Doch für die Niederlage hat der Diabetiker eine Erklärung: Ein defekter Sensor lässt ihn viel zu viel Zucker einnehmen.
20.06.2026 | 18:31 Uhr
Unter großen körperlichen Problemen ist French-Open-Champion Alexander Zverev im Halbfinale des Tennisturniers von Halle/Westfalen ausgeschieden.
Nach 2:40 Stunden musste der sichtlich geschwächte deutsche Tokio-Olympiasieger am Samstag seinem Angstgegner Taylor Fritz gratulieren: Der Amerikaner gewann 6:7 (4:7), 6:4, 7:5 und hat gegen Zverev nun eine Siegesserie von sieben Matches. Im Finale trifft er entweder auf Daniel Altmaier (Kempen) oder seinen Landsmann Frances Tiafoe.
Zverev gab an, dass sein Diabetes-Sensor falsche Angaben gemacht habe: "Ich hatte heute extremst Probleme mit meinem Zucker. Leider hat das Gerät kurz vor dem Match einen hohen Zuckerwert angezeigt, obwohl ich mich gefühlt habe, als wäre mein Zucker extrem niedrig", erklärte er. Weil eine neue Messung dann wirklich einen niedrigen Zuckerwert angezeigt habe, "habe ich viel zu viel gespritzt", sagte Zverev nach dem 2:39-Stunden-Spiel bei großer Hitze.
"Scheußlich gefühlt"
In den ersten 45 Minuten des Matches habe er ein Glucose-Gel nach dem anderen und dadurch knapp 350 Gramm Zucker zu sich genommen. "Ich habe mich scheußlich gefühlt." Er sei körperlich phasenweise "gar nicht da" gewesen. "Aber ich habe gekämpft und alles gegeben", sagte der French-Open-Champion.
Im Duell mit Fritz, gegen den seine Pleitenserie 2024 im Achtelfinale von Wimbledon begonnen hatte, begann Zverev stark und hatte sofort Zugriff auf den Aufschlag des US-Amerikaners. Bereits das Service zum 2:1 nahm Zverev dem Wimbledon-Halbfinalisten von 2025 ab, sein Return funktionierte in der frühen Matchphase einwandfrei.
Fritz mit 13 Punkten in Serie
Dann wackelte Zverev, der in den vergangenen Runden so stark serviert hatte, selbst beim Aufschlag - er kassierte das Rebreak zum 3:3. 13 Punkte in Serie machte Fritz in dieser Phase bei Bullenhitze, Zverev drohte das Match zu entgleiten. Er nahm bei 3:4 und Einstand eine Behandlungspause und verließ unter Applaus den Platz, es schien ein Abbruch zu drohen.
Zverev kehrte aber zurück, spielte weiter und beendete den Tiebreak mit einem krachenden Aufschlag. Die Zuschauer jubelten. Zverev suchte an der Bande das Gespräch mit seinem Vater, die Probleme nahmen zu: Er suchte den schnellen Schuss und fand bei Aufschlagspielen von Fritz kaum noch statt. Das Break zum 4:5 für den Amerikaner war entscheidend für den zweiten Satz.
Dritter Finaleinzug verpasst
Zverev aber gab immer noch nicht auf. Nach zehn Minuten Hitzepause begann er damit, sich auch noch durch den dritten Satz zu quälen. Zunächst mit Erfolg, er blieb beim Aufschlag nahezu fehlerfrei - bis zum entscheidenden Break bei 4:4.
Aus dem dritten Finaleinzug in Halle wurde nichts, auch der erste Titel auf Rasen muss weiter warten. Am 29. Juni beginnt der Grand Slam in Wimbledon.
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