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Australian Open: Alexander Zverev vor seinem Halbfinale gegen Dominic Thiem

Finaltraum: Zverev muss sich im Kumpel-Duell nochmal steigern

Sport-Informations-Dienst (SID) / Sky Sport

11.02.2020 | 13:28 Uhr

6:15
Vor dem Duell im Halbfinale der Australian Open gegen Dominic Thiem nennt Sky Experte Patrik Kühnen die Gründe für die Leistungsexplosion von Alexander Zverev. (Länge: 6:15 Minuten)

Alexander Zverev fehlen noch zwei Siege, um als dritter Deutscher bei einem Grand Slam zu gewinnen. Dafür braucht er im Halbfinale gegen seinen Kumpel Dominic Thiem nochmals eine Steigerung.

Vergangene Woche hat ihn keiner ernst genommen. Als Alexander Zverev nach seinem Auftaktmatch bei den Australian Open das verblüffende Versprechen abgab, er werde im Falle seines Turniersieges in Melbourne sein gesamtes Preisgeld für die Opfer der Buschfeuer spenden, war dies den australischen Zeitungen genau kein Wort wert. Zverev? Der gerade beim ATP Cup eine kleine Horrorshow geboten hatte? Pfff.

STIMMT AB!

Ja, "kann man leicht sagen nach der ersten Runde, richtig?", gestand selbst Zverev mit einem Lächeln, nachdem er ins Halbfinale am Freitag (ab 9:30 Uhr MEZ) gegen seinen Freund Dominic Thiem (26) aus Österreich eingezogen war. Er hat ja selbst nicht erwartet, dass sein Versprechen ihn nochmal einholen würde, aber nun: Nehmen sie ihn ernst. Und er meint es ernst. Das "German Gun" (The Age) ist auf einmal in aller Munde.

Kühnen: "Niederlagen haben Zverev zum Nachdenken gebracht"

Zverev hat sich die Aufmerksamkeit verdient. 4,12 Millionen Australische Dollar (ca. 2,55 Millionen Euro) sind eine gewaltige Summe - "auch für mich", hat er nun nochmal erklären müssen, und dann auch, warum er das Geld am Sonntag trotzdem hergeben würde: Seine Eltern hätten ihn so erzogen, er habe gelernt, dass "Geld die Welt verändern kann", und es gebe hier in Australien nun mal viele Menschen, die es wirklich nötiger hätten als er.

Dass er nun vermehrt darüber reden muss, mag auch für Zverev überraschend kommen nach dem Desaster beim ATP Cup, mit drei Niederlagen in drei Matches und 31 Doppelfehlern in 31 Aufschlagspielen. "Zverev war in Brisbane weit weg von seiner Bestform, doch die Niederlagen haben ihn zum Nachdenken gebracht", glaubt Sky Experte Patrik Kühnen.

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Zverev beim Aufschlag deutlich verbessert

Die Folge: Zverev trainiert an seinen Schwächen. Vor den Australian Open habe er sechs, sieben Stunden trainiert, verriet er nach seinem Sieg gegen Stan Wawrinka. "Dies ist ein Grand Slam. Hier solltest du dein bestes Tennis spielen, und das tue ich gerade", betont der 22 Jahre alte Hamburger.

Die Schinderei hat sich jetzt schon ausgezahlt. Dabei kommt ihm vor allem sein wiedererstarkter Aufschlag zugute. Zverev unterliefen im bisherigen Turnierverlauf nur elf Doppelfehler, er schlug 56 Asse und brachte im Schnitt 79 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld - Topwert.

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"Er hat die Zeit zwischen Brisbane und Melbourne intensiv genutzt und man sieht, wie wichtig der Aufschlag für sein ganzes Spiel ist. Er ist dadurch vielmehr am Drücker und erhält auch mal freie Punkte", erklärt Kühnen.

Thiem findet Duell mit Zverev "lustig"

Und dennoch wird er sich jetzt ein weiteres Mal steigern müssen: Auch Zverev mag erwartet haben, dass er gegen Rafael Nadal spielt, die leichtere Aufgabe ist Thiem freilich nicht. Wer den Weltranglisten-Ersten in einem mehr als vier Stunden dauernden epischen Match niederringt, sollte ernst genommen werden.

Dass er im Halbfinale nun auf Zverev trifft, findet der 26 Jahre alte Weltranglistenfünfte "lustig": Es sei, bemerkte er leicht amüsiert, "das erste Mal, dass ich in einem Grand-Slam-Halbfinale gegen einen Jüngeren spielen muss."

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Bilanz spricht für Thiem

Thiem hat schon viermal in einem Halbfinale gestanden - seit 2016 bei den French Open in Paris. In den ersten beiden Jahren unterlag er Novak Djokovic (Serbien) und Nadal, in den beiden vergangenen Jahren stand er im Finale und verlor jeweils gegen Nadal. Auf Zverev freut er sich: "Wir haben keine Geheimnisse voreinander. Wir haben eine nette Rivalität." Lässt sich leicht sagen, wenn man von acht Duellen sechs gewonnen hat.

Thiem sagt, er freue sich für Zverev, dass dieser im Halbfinale stehe, "er hat seinen Durchbruch bei einem Grand Slam geschafft." Kühnen erwartet ein heißes Match zwischen den beiden Kumpels. "Thiem befindet sich in absoluter Bestform und hat sein Defensivspiel enorm verbessert. Für Zverev wird vor allem sein Aufschlag ausschlaggebend sein", prophezeit der ehemalige Davis-Cup-Kapitän.

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