Tennis: Check-up vor dem Masters in Cincinnati - mit Zverev, Hanfmann und Djokovic
"Dann kann es für Zverev richtig weit gehen": Check-up vor "Cincy"
14.08.2023 | 15:55 Uhr
Jannik Sinner hat in Toronto seinen ersten Masterstitel gewonnen. Für den Italiener ist es der erste richtig große Titel in seiner Laufbahn und vielleicht auch der Startschuss, um nun ganz oben anzugreifen. In Cincinnati folgt nun die Generalprobe für die US Open, das letzte Mastersturnier vor dem Showdown in New York.
Die Sky Kommentatoren Marcel Meinert, Paul Häuser und Stefan Hempel melden sich zum Turnierstart wie gewohnt mit ihrem Check-up.
Favoritencheck:
Marcel Meinert: "In Ohio steht alles im Zeichen der Rückkehr von Novak Djokovic! Der Serbe bestreitet sein erstes Match nach dem verlorenen Wimbledon-Finale und trifft dabei entweder auf Alejandro Davidovich Fokina oder Tomas Etcheverry. Dabei ist seine Auslosung insgesamt durchaus anspruchsvoll. Spätestens im Viertelfinale würde Toronto-Champion Jannik Sinner warten. Die Voraussetzungen dürften klar sein: Spätestens bei den US Open will das serbische Imperium zurückschlagen, Djokovic nimmt seinen 24. Grand-Slam-Titel ins Visier. Für diejenigen, die in Toronto hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind - wie Carlos Alcaraz oder Daniil Medvedev - ist "Cincy" die letzte Chance nochmal Selbstvertrauen zu tanken. Gerade Medvedev mag die schnellen Bedingungen sehr und ist einer der ganz heißen Anwärter auf den Titel. Es ist angerichtet für die Generalprobe zum letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres!"
Alexander Zverev - Status quo:
Paul Häuser: "Der Auftritt in Toronto gegen Alejandro Davidovich Fokina hat enorm viele Fragezeichen hinterlassen. Zverev feierte vorher seinen Heimsieg in Hamburg und gewann zum Auftakt in Toronto glatt gegen Tallon Griekspoor. Die deutsche Nummer eins hatte einen Lauf mit sechs Siegen und 12:0 Sätzen und dann ging gegen Davidovich Fokina aber wirklich gar nichts. Gegen den starken Spanier kann man natürlich verlieren, aber mit 1 und 2 unterzugehen ist für einen Topspieler wie Zverev schon sehr bitter. Solche Dellen sind aber sicherlich noch immer seiner langen Verletzungspause geschuldet. Der Olympiasieger ist noch immer nicht konstant auf dem Level, auf dem er vor seiner Verletzung letztes Jahr war. Nun geht es für ihn darum, wieder das nächste Plateau stabil zu erreichen. In Cincinnati wartet mit Grigor Dimitrov aber direkt eine sehr schwierige, variantenreiche Aufgabe. Zverev braucht wieder seine Stabilität, die offensive Durchschlagskraft und die Lust auf Volleywinner, dann kann es für ihn in Cincinnati auch richtig weit gehen."
Yannick Hanfmann - Status quo:
Paul Häuser: "Neben Zverev ist auch Yannick Hanfmann im Hauptfeld mit dabei. Daniel Altmaier hat leider die Quali nicht überstanden. Für Hanfmann geht es zum Auftakt gegen die Wildcard aus den USA Mackenzie McDonald. Eine sehr unangenehme Aufgabe, McDonald ist in starker Form, hat in Toronto gerade Aslan Karatsev, Andrey Rublev und Milos Raonic besiegt und stand im Viertelfinale. Für Yannick Hanfmann ist es das erste Turnier auf Hardcourt nach langer Zeit. Hanfmann hatte nach Wimbledon die Sandplatzturniere in Gstaad, Hamburg und Kitzbühel gespielt. Für die Nummer 50 der Welt geht es nun vor allem darum, wieder in einen guten Rhythmus zu kommen und dann mit einer Topform nach diesem starken Jahr bislang in das letzte Grand Slam Turnier, die US Open, reinzugehen.
Dark Horses - Players to watch:
Stefan Hempel: "Ich gehe auf Jiri Lehecka. Der Tscheche wird immer besser und klopft nun an die Top 30 an. Er ist sehr komplett, hat die klassische tschechische Schule hinter sich, spielt sehr flach und hat dazu diese mega Vorhand. Dazu ist er sehr athletisch und erinnert mich sehr an seinen Supercoach Tomas Berdych."
+++ Alles zur Übertragung der US Open +++
Marcel Meinert: "Was hat eigentlich "Stan the man" noch zu bieten? Stan Wawrinka unterstrich zuletzt mit seinem Finaleinzug in Umag, dass er seinen hohen Ambitionen durchaus noch gerechtfertigen und große Namen ärgern kann. In Mason, Ohio ist er mit einer Wildcard am Start und hat durchaus gute Chancen, sich gegen Brando Nakashima zu behaupten und auch in der Folge für die ein oder andere Überraschung zu sorgen."
Paul Häuser: "Natürlich bleibe ich auch diesmal wieder bei Lorenzo Musetti. Der Italiener hat körperlich mit seinem Fitnesscoach draufgepackt und ist nun auch besser für die schnellen Hartcourts aufgestellt. Dazu bin ich wie immer sehr gespannt auf die Performance von Gael Monfils."