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Tennis-Experte Patrik Kühnen zieht Saisonfazit & gibt Ausblick für 2024

Kühnen-Kolumne: Das ist Zverevs Herausforderung für 2024

Die Sky Kolumne von Patrik Kühnen.
Image: Die Sky Kolumne von Patrik Kühnen.  © Sky

Sky Experte Patrik Kühnen blickt noch einmal zurück auf die Tennis-Saison 2023 und gibt einen Ausblick auf 2024. Dominator Novak Djokovic wird dann auf der Jagd nach dem Golden Slam sein.

Die ATP-Finals in Turin enden mit dem siebten Streich von Novak Djokovic. Der nächste Rekord für den nach wie vor hochmotivierten 36-Jährigen.

Wie kann man diese Djoker-Dominanz nächstes Jahr brechen oder gibt es daran auch weiterhin erstmal nichts zu rütteln? Was passiert mit den jungen Herausforderern Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Holger Rune? Und greift auch Alexander Zverev wieder ganz oben an?

Das sind die spannenden Fragen für 2024, die sich Sky Experte Patrik Kühnen stellt. Zusätzlich zur letzten Folge von Maddog & Wingman, dem Sky Tennis Podcast mit Michael Stich, Patrik Kühnen und Paul Häuser liefert der Wingman Patrik Kühnen seine Punkte zum Ende der Saison 2023 und wagt einen spannenden Ausblick auf das kommende Tennisjahr.

Maddog und Wingman - der neue Sky Tennis Podcast
Maddog und Wingman - der neue Sky Tennis Podcast

Wimbledon-Champion Michael Stich und Sky Experte Patrik Kühnen diskutieren bei "Maddog und Wingman" die spannendsten Themen aus der Welt des Tennissports. Hier geht's zum Podcast!

1. Novak Djokovic und der Traum vom Golden Slam

Was für eine unglaubliche Saison von Novak Djokovic in einer unfassbaren Karriere. Dieser Ausnahmesportler ist eine Klasse für sich. Mit 36 Jahren hat der Djoker tatsächlich nochmal ganz neue Sphären erreicht. Djokovic hat diese Saison für den Grand Slam, alle vier Majors in einem Jahr, nur ein guter Tiebreak im zweiten Satz des Wimbledon-Finales gegen Carlos Alcaraz gefehlt.

Im nächsten Jahr wird der Serbe erneut ansetzen und dann sogar auf den Golden Slam gehen. Den Golden Slam hat außer Steffi Graf 1988 noch keine andere Spielerin, noch kein anderer Spieler erreicht. Ich bin mir sicher: Er kann es schaffen, so wie er nun auch am Ende dieser Saison im Halbfinale und im Finale bei den Finals Carlos Alcaraz und Jannik Sinner mit unwiderstehlichem Tennis in die Schranken gewiesen hat.

Djokovic hat erneut im entscheidenden Moment sein bestes Tennis ausgepackt und ich glaube, er wird 2024 seine Saison ganz gezielt um diese großen Eckpfeiler, die Slams und die Olympischen Spiele bauen. Und wenn einer, dann wieder im richtigen Moment voll da ist, dann ist es der Djoker.

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2. Jannik Sinner greift nach den großen Titeln

Der Italiener ist bereit für die großen Titel. Jannik Sinner hat mich bei den ATP-Finals begeistert und überzeugt. So wie er sein Spiel weiterentwickelt hat und bereit ist zu lernen, ist einfach Weltklasse. Es muss alles passen, um sich gegen Djokovic durchzusetzen, aber nach diesem Saisonabschluss sind der Südtiroler und Carlos Alcaraz seine härtesten Herausforderer.

Sinner und Alcaraz werden in der Off-Season sicher enorm hart arbeiten, um noch näher an König Djokovic heranzukommen. Sinner hat Djokovic in der Gruppenphase bei den ATP-Finals bereits besiegt, ein weiterer Meilenstein für ihn. Sein Aufschlag und sein Netzspiel haben sich auch unter Darren Cahill und Simone Vagnozzi stetig verbessert. Wenn er daran noch weiter feilt und körperlich stabil bleibt, dann ist er langfristig auch ein Kandidat für die Nummer eins der Welt.

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3. Carlos Alcaraz, der Kronprinz?

Carlos Alcaraz wird auch zukünftig ganz oben in der Weltspitze seinen Platz haben, dafür ist der Spanier einfach zu gut, zu außergewöhnlich. Aber wer 2024 bereits mit einer Dominanz von Alcaraz gerechnet hat, der wird enttäuscht werden. Die Konkurrenz hat nochmal einen draufgepackt, vor allem Novak Djokovic, aber auch Jannik Sinner.

Alcaraz muss nun wieder Kräfte tanken und in Zukunft noch besser auf seinen Körper in einer langen Saison achten. Wenn der 20-Jährige vollkommen frisch ist, dann hat er sicherlich von allen Djokovic-Herausforderern das größte Potential, siehe Wimbledon-Finale in diesem Jahr.

Alcaraz kann nächstes Jahr wieder die Nummer eins angreifen, aber er braucht dafür noch mehr Konstanz in einer langen Saison und er braucht einen noch besseren Aufschlag, um auch hier Kräfte zu sparen. Gemeinsam mit Juan Carlos Ferrero wird er seine Hausaufgaben machen und dann erwarten uns viele spektakuläre Matches wie Alcaraz gegen Djokovic, Alcaraz gegen Sinner, Alcaraz gegen Rune und hoffentlich auch Alcaraz gegen Zverev…

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4. Alexander Zverev als Herausforderer

Die deutsche Nummer eins ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Sein "Comeback-Jahr" war stark und die Qualifikation für Turin verdient. Er hat mit Alcaraz und Andrej Rublev zwei Top Fünf Spieler geschlagen und hatte auch gegen Daniil Medvedev große Chancen.

Die Herausforderung für Zverev ist die Weiterentwicklung seines starken, vor allem offensiven Spiels, besonders aufgrund der stärker gewordenen Konkurrenz. Als Nummer sieben der Welt hat er mit den Top 4, Djokovic, Alcaraz, Medvedev und Sinner große Konkurrenz. Seine Ausgangslage ist aber durch die Rückkehr in die Top 10, besonders im Hinblick auf die Setzlisten bei den großen Turnieren gut und vielversprechend.

5. Holger Rune und Boris Becker - das passt

Der Däne hat mit Boris Becker einen neuen Supercoach und wird mit ihm auch in die neue Saison gehen. Auf die nächsten Entwicklungsschritte von Rune unter Boris bin ich sehr gespannt und habe bei dieser Konstellation ein sehr gutes Gefühl.

Holger Rune bringt so viel Power und Spielwitz mit. Wenn es Boris Becker nun auch schafft, die Energie des manchmal etwas unruhig wirkenden 20-Jährigen in die richtigen Bahnen zu kanalisieren, dann geht es für Rune auch schnell wieder steil nach oben. Er gehört für mich zusammen mit Carlos Alcaraz und Jannik Sinner aktuell zu den stärksten Widersachern von Djokovic und steht mit ihnen für die Zukunft im Herrentennis.

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